Börsenkurs bricht ein 04.11.2015, 12:09 Uhr

Schlimmer geht immer: VW hat auch CO2-Werte manipuliert

Unglaublich: Der VW-Skandal geht noch schlimmer. Am Dienstagabend hat Volkswagen mitgeteilt, dass es auch beim CO2-Ausstoß falsche Behauptungen gegeben hat. So stimmen die angegebenen CO2-Werte zahlreicher Autos aller Konzernmarken nicht. An der Börse rutscht die Aktie in den Keller. 

Pinocchio-Figur bei einer Protestaktion der Umweltschutzorganisation Greenpeace vor dem VW-Werk in Wolfsburg: Jetzt hat VW weitere Manipulationen mitgeteilt.

Pinocchio-Figur bei einer Protestaktion der Umweltschutzorganisation Greenpeace vor dem VW-Werk in Wolfsburg: Jetzt hat VW weitere Manipulationen mitgeteilt.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Unglaublich: Der VW-Skandal geht noch schlimmer. Am Dienstagabend hat Volkswagen mitgeteilt, dass es auch beim CO2-Ausstoß falsche Behauptungen gegeben hat. So stimmen die angegebenen CO2-Werte zahlreicher Autos aller Konzernmarken nicht. Und wie zu befürchten ist der CO2-Ausstoß deutlich höher als bislang angegeben. Dabei sind nicht nur Dieselfahrzeuge betroffen, sondern auch Benziner. Inzwischen weiß man nicht mehr, was man dazu sagen und schreiben soll.

Typzulassung betroffen: Halter müssen zahlen

„Bei internen Untersuchungen wurde nun festgestellt, dass es bei der Bestimmung des CO2-Wertes für die Typzulassung von Fahrzeugen zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist“, teilte VW gestern Abend mit. „Nach derzeitigem Erkenntnisstand könnten davon rund 800.000 Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns betroffen sein.“ Bislang sind von Manipulationen 8,5 Millionen Fahrzeuge weltweit betroffen.

Die neuen Informationen werden VW erneut viel Geld Kosten. Der Konzern schätzt den wirtschaftlichen Schaden bereits auf rund zwei Mrd. €. Betroffen sind Autos der Marken VW, Audi, Skoda und Seat. Bei VW geht es um die Modelle Polo, Golf und Passat, bei Audi um den A1 und A3. Bei der Konzerntochter Skoda wurden die CO2-Werte des Octavia und bei Seat des Leon und des Ibiza falsch angegeben. Manipulierte CO2-Werte bedeutet damit auch, dass die Normverbräuche deutlich über den offiziellen Angaben liegen. 

Die CO2-Werte von 800.000 Modellen der Marken VW, Audi, Skoda und Seat sind falsch. Das hat der VW-Konzern mitgeteilt. An der Börse sorgte das für einen Kurssturz, die Halter der betroffenen Fahrzeuge müssen mit Neueinstufungen bei der Kfz-Steuer rechnen.

Die CO2-Werte von 800.000 Modellen der Marken VW, Audi, Skoda und Seat sind falsch. Das hat der VW-Konzern mitgeteilt. An der Börse sorgte das für einen Kurssturz, die Halter der betroffenen Fahrzeuge müssen mit Neueinstufungen bei der Kfz-Steuer rechnen.

Foto: Fred Dott/Greenpeace/dpa

Die nun notwendige Neueinstufung der betroffenen Modelle könnte auch für die Halter finanzielle Folgen haben. Von der Einstufung in CO2-Klassen hängt auch die Kfz-Steuer ab. Bei niedrigem Ausstoß von Kohlendioxid sind die Autos steuerbegünstigt. „Volkswagen setzt alles daran, nach Absprache mit den zuständigen Behörden schnellstmöglich eine Klärung der weiteren Vorgehensweise sowie eine korrekte Einstufung der CO2-Werte bei den betroffenen Fahrzeugen vorzunehmen“, so VW.

VW-Chef: Wir machen vor niemandem Halt

VW-Chef Matthias Müller hat in der Mitteilung des Konzern erneut eine „schonungslose“ Aufklärung versprochen. „Ich habe mich von Anfang an dafür eingesetzt, dass wir die Geschehnisse schonungslos und vollständig aufklären“, so Müller. „Dabei machen wir vor nichts und niemandem Halt. Das ist ein schmerzhafter Prozess, aber er ist für uns ohne Alternative. Für uns zählt einzig und allein die Wahrheit.“

Die Wahrheit kostete den Konzern am Morgen schon viel Geld. Die Aktie brach zum Handelsstart um rund 10 % ein. Inzwischen pendelt sie um 100 €. Man bedenke: Im Frühjahr kostete eine VW-Aktie noch rund 250 €.

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