Steuerung per Fernbedienung 15.05.2015, 08:27 Uhr

Russland entwickelt Roboterversion des Panzers Armata T-14

Die nächste Entwicklungsstufe des Armata T-14 hat es in sich: Der russische Panzer soll zu einem Robotergefährt werden. Und sich im Einsatz aus sicherer Entfernung steuern lassen.

 

Armata T-14 auf der Moskauer Militärparade am 9. Mai: Der neue russische Kampfpanzer soll sich in einer späteren Ausbaustufe fernsteuern lassen. 

Armata T-14 auf der Moskauer Militärparade am 9. Mai: Der neue russische Kampfpanzer soll sich in einer späteren Ausbaustufe fernsteuern lassen. 

Foto: Vitaly V. Kuzmin/Wikipedia

Seit nahezu zehn Jahren kursiert in der russischen Wehrtechnik das Konzept eines unbemannten Panzers. Ursprünglich sollte der vor drei Jahren als Prototyp vorgeführte T-95 dieses Entwicklungsziel erreichen. Der T-95 war aber zu ehrgeizig konzipiert. Daraus geworden ist nun der neue Armata T-14, der in einer späteren Ausbaustufe tatsächlich als Roboterpanzer zum Einsatz kommen soll.

Für Design, Entwicklung und Bau des Armata T-14 ist das Ural Design Bureau of Transport Machine-Building in Uralvagonzavod verantwortlich. Zunächst sollen 2000 Panzer für die russischen Streitkräfte als sogenannte Main Battle Tanks oder Standardpanzer mit einem Gewicht von jeweils 48 Tonnen gebaut werden – die Jahreskapazität liegt bei 500 Fahrzeugen. In Moskau wird allerdings mit einem lebhaften Exportgeschäft in alle Welt gerechnet.

Standardversion des Armata T-14 rollte auf Moskauer Militärparade

Die ersten T-14 nahmen an der Moskauer Siegesparade des 9. Mai teil. In der ersten Version hat der neue Panzer eine dreiköpfige Besatzung, die in einem völlig abgekapselten und zusätzlich gepanzerten Schutzraum untergebracht ist: Rechts sitzt der Kommandant. Links von ihm der Fahrer, hinter ihm der Schütze.

Der Panzerturm ist sehr flach ausgelegt und lässt es nicht zu, dass sich hier ein Soldat aufhalten kann. In einer ersten Stufe der Roboterisierung würde der Schutzraum aus dem Panzer entfernt. Der Tank würde dann von seiner Besatzung in relativ sicherer Umgebung hinter der Front geführt.

Roboterversion verlangt hohes Maß an Automatisierung

Entsprechend der künftigen Rolle als Roboterpanzer ist die gesamte Elektronik des T-14 durch ein sehr hohes Maß an Automatisierung gekennzeichnet. Das beginnt bei einem eigenen Ka-Band-Radar und umfasst auch wesentliche Teile der Bordelektronik des neuen Sukhoi T-50 Kampfflugzeugs. Das Bordradar ist vor allem auf die Bekämpfung feindlicher Panzer sowie niedrig fliegender Hubschrauber ausgelegt. Der Feuerbereich erstreckt sich auf bis zu zwölf Kilometer Entfernung. Die Optoelektronik des Armata 14 erlaubt die gleichzeitige Beobachtung von 40 Landzielen und 25 Luftzielen.

Armata T-14 auf der Moskauer Militärparade: Der 1500-PS-starke Kampfpanzer erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.  

Armata T-14 auf der Moskauer Militärparade: Der 1500-PS-starke Kampfpanzer erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.  

Foto: Vitaly V. Kuzmin/Wikipedia

Armata T-14 verfügt auch über ein elektronisch gesteuertes System zur Entdeckung und Bekämpfung von Minen auf dem Fahrweg. Darüber hinaus sind am Turm Abwehrwaffen installiert, die von der Seite, von vorne oder von oben entgegenkommenden Raketen oder anderen Geschossen einen Wall von Projektilen entgegenschleudern sollen, so dass sie explodieren, ehe sie den Panzer überhaupt treffen.

Panzer Armata T-14 hat 1500 PS

Der T-14 ist stark motorisiert und auffällig schnell. Das Diesel-Antriebsaggregat liefert 1500 PS als Spitzen- und 1200 PS als Dauerleistung. Das Automatikgetriebe hat acht Gänge. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h. Die Bewaffnung umfasst eine ferngesteuerte 152-Millimeter-Kanone mit einem 30-Schuss-Magazin, die ursprünglich für den T-95 entwickelt worden war. Außerdem gibt es eine 30-Millimeter-Kanone und ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr.

Von Peter Odrich

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