FORMULA STUDENT GERMANY 31.07.2015, 06:33 Uhr

Rennwagen von Nachwuchs-Ingenieuren rasen über den Hockenheimring

199 Teams aus aller Welt haben sich beworben, aber nur 115 dürfen antreten: Die Konkurrenz ist schon im Vorfeld der Formula Student Germany hart. Das fünftägige Event, das bis zum kommenden Sonntag auf dem Hockenheimring stattfindet, hat sich im zehnten Jahr zu einem absoluten Großereignis gemausert. Studierende präsentieren hier ihre eigenen Rennwagen, die wie gestutzte Formel-1-Boliden aussehen.

Letzte Vorbereitungen für das Rennen auf dem Hockenheimring: 75 Teams treten mit konventionellen Verbrennungsmaschinen an, 40 mit Elektroantrieben.

Letzte Vorbereitungen für das Rennen auf dem Hockenheimring: 75 Teams treten mit konventionellen Verbrennungsmaschinen an, 40 mit Elektroantrieben.

Foto: Formula Student Germany

Schon seit Dienstag wird am Rande der Rennstrecke geschraubt und getestet. Die Bewerber müssen zunächst die technische Abnahme bestehen, die unter anderem Sicherheits- und Bremstests enthält. Bei einem Kipptest dürfen die Fahrzeuge außerdem keine Flüssigkeit verlieren, und das Cockpit muss bestimmte Maße erfüllen, sodass ein Mann mit Durchschnittsgröße hineinpasst – die Fahrzeuge sollen realistisch sein.

Am heutigen Freitag beginnt der eigentliche Wettbewerb in den zwei Kategorien: 75 Teams sind mit konventionellen Verbrennungsmaschinen dabei, 40 treten mit Elektroantrieben an.

Kostenplan ist wichtiger als Beschleunigung

In beiden Wettbewerben gibt es eine ganze Reihe von Bewertungen: Zu den sogenannten dynamischen Disziplinen gehören Beschleunigung, Kurvenverhalten und ein Langstreckentest, aber genauso das Kriterium Energieverbrauch. In den statischen Disziplinen geht es nicht nur um das technische Design, vielmehr müssen die Teams ihre Kostenplanung vorstellen und gegenüber der Jury ein Geschäftsmodell präsentieren, das potenzielle Investoren von ihrem Konzept überzeugen könnte.

Konzentrationsphase vor den Rennen. Doch es kommt nicht nur auf Beschleunigung an. Die Rennwagen müssen auch mit Energieeffizienz und einem guten Kostenkonzept überzeugen.

Konzentrationsphase vor den Rennen. Doch es kommt nicht nur auf Beschleunigung an. Die Rennwagen müssen auch mit Energieeffizienz und einem guten Kostenkonzept überzeugen.

Foto: Formula Student Germany

Die Gewichtung der einzelnen Kategorien zeigt schon, dass es bei der Formula Student nicht bloß um die schnellsten Rennsemmel geht: Während beim Thema Beschleunigung maximal 75 Punkte zu erreichen sind, liegen bei der Kostenanalyse sogar 100 Punkte drin, und auch die Energieeffizienz wird mit bis zu 100 Punkten bewertet. Insgesamt sollen die Studierenden ein Paket herstellen, das für den ambitionierten Hobby-Rennfahrer gedacht ist.

VDI, Audi und Daimler unterstützen Teams

Für die Nachwuchsingenieure bedeutet die Teilnahme mit ihrer intensiven Vorbereitung eine wichtige praktische Erfahrung außerhalb des Studiums. Kein Wunder also, dass nicht nur der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) als Schirmherr, sondern auch viele große Hersteller und Zulieferer der Automobilbranche die Formula Student unterstützen. Allein Daimler fördert mit Geld und Fachberatung in diesem Jahr zwölf Teams, Audi unterstützt vier Teams.

Die Teams bereiten sich auf die Rennen vor: Eine Jury bewertet unter anderem Beschleunigung und Kurvenverhalten der selbstgebauten Rennwagen.

Die Teams bereiten sich auf die Rennen vor: Eine Jury bewertet unter anderem Beschleunigung und Kurvenverhalten der selbstgebauten Rennwagen.

Foto: Formula Student Germany

Der Wettbewerb sei auch „eine wichtige Kontaktbörse zwischen Automobilunternehmen und jungen Talenten“, heißt es bei Audi.

Stuttgarter GreenTeam holt Weltrekord

Fast schon Seriensieger auf dem Hockenheimring ist die Technische Universität Delft aus den Niederlanden. Ihr Team gewann auch vor kurzem das Formula-Student-Rennen auf der legendären britischen Rennstrecke in Silverstone. Auch die Universität Stuttgart hat schon einige Male den Siegerpokal abgestaubt.

Das GreenTeam, das im Jahr 2010 den ersten Wettbewerb für Elektrofahrzeuge gewann, ist dieses Jahr auch dabei. Beim Jade-Race nahe Wilhelmshaven holte die Studententruppe den Weltrekord für E-Fahrzeuge: Von 0 auf 100 km/h in 1,779 s.

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