Automobil 23.12.2011, 12:03 Uhr

Porsche 911 setzt Maßstäbe bei Sportwagen

Bei Porsche hat der 911er traditionell höchste Priorität

„Mit einem weißen Blatt Papier begann die Arbeit am Neuen“, erklärte Wolfgang Hatz, Entwicklungschef von Porsche, kürzlich bei der Vorstellung des 911 der siebten Generation. Auch, dass die Ingenieure mehr Freiheit hatten „als je zuvor“. Allerdings musste der „Elfer“ seine einzigartigen Gene behalten – von der typischen Form bis hin zur überlegenen Motorisierung. Alles andere stand zur Disposition.

Beim Newcomer wird erstmals eine neu entwickelte elektromechanische Servolenkung eingesetzt, die in ihrer Leistungsfähigkeit und Präzision laut Porsche alle auf dem Markt vorhandenen Systeme bei Weitem übertrifft. Unter anderem wurde der Radstand um 100 mm auf 2,45 m verlängert, die Vorderachsspur um 46 mm auf 1,532 m, die des Carrera S um 52 mm auf 1,538 m verbreitert und das Gewicht reduziert.

Porsche 911: Weniger Gewicht trotz zusätzlicher Pfunde

Im Rohbau wurde durch 50 %igen Anteil von Aluminium-Stahl-Mischbauweise das Gewicht um fast 100 kg vermindert. So wiegt der fahrfertige 911 Carrera im Vergleich zu seinem seit 2004 gebauten Vorgänger 45 kg weniger und bringt leer 1380 kg (mit Doppelkupplungsgetriebe 1400 kg) und beim Carrera S  1395 kg (1415 kg) auf die Waage. Und das, obwohl zusätzliche Pfunde hinzukamen, z. B. durch Verlängerung des Radstandes (7 kg), Verbrauchsabsenkung mit Start-Stopp-System, Bremsenergierekuperation ins Bordnetz und erhöhten Insassenschutz (27 kg).

Das Ziel, die Fahrleistungen zu erhöhen und gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch zu senken, erreichten die Ingenieure u. a., indem sie die Fahrwiderstände (Reifenroll- und Luftwiderstand) reduzierten, durch weiter optimierte Motorbetriebsfunktionen (Start-Stopp Thermomanagement etc.) sowie die Wirkungsgradverbesserung von Sechszylinder-Boxermotor und Getriebe.

So soll der zusätzliche siebte Gang beim weltweit ersten serienmäßigen 7-Gang-Schaltgetriebe von ZF eine Drehzahlabsenkung bis 19 % und somit eine signifikante Verbrauchsminderung bringen.

Die Effizienz beider Sechszylinderboxer (294 kW 257 kW) wurde gesteigert. Der leistungsstärkste im S Coupé behielt das Hubvolumen von 3,8 l, bei seinem Pendant wurde der Hubraum um 0,2 l auf 3,4 l verkleinert. Beide haben ein ausgeklügeltes Thermomanagement, das einen schnellen Warmlauf nach dem Kaltstart sichert. Allein das Wärmehandling der 6-Zylinder senkt laut Entwicklungs-chef Hatz den Verbrauch von Super Plus bis 2 %, bzw. 02, l/100 km.

Porsche 911 trumpft mit neuer „Sparfunktion“

Eine weitere „Sparfunktion“ ist das  „Segeln“ mit dem Doppelkupplungsgetriebe (PDK: 3510,50 € Aufpreis) – erstmals laut Porsche bei einem Sportwagen überhaupt. Dabei wird im leichten Gefälle oder bei Gaswegnahme im Rollen der 911 mit abgekoppeltem Motor betrieben, dieser läuft dann mit Leerlaufdrehzahl, damit alle Nebenaggregate versorgt werden. So wird die kinetische Energie des Autos voll für den Vortrieb genutzt.

Mit dem Segeln lässt sich eine größere Verbrauchsreduzierung erzielen als mit der Schubabschaltung, bei der zwar die Maschine keinen Kraftstoff erhält, das Fahrzeug aber abbremst, weil der Motor vom Antriebsstrang nicht abgekoppelt ist. Wenn die Verzögerung nicht gewollt ist, muss für den „verlorenen“ Abschnitt Gas gegeben, sprich Kraftstoff verbraucht werden. In Summe vermindert sich durch Segeln der Verbrauch. Im Alltagsbetrieb sind laut Porsche bis 1,0 l/100 km möglich.

Die Ingenieure bei Porsche erklärten anlässlich der Präsentation des neuen Renners, dass der 911 Carrera weiter den Maßstab bei den Premiumsportwagen setze und sich mit der neuen Generation noch weiter von den Wettbewerbern abgesetzt habe. Kennwerte verdeutlichten die Effizienzmaßnahmen: Der 3,4-l-Boxer leistet 257 kW (+ 4 kW), bei gleich gebliebenem max. Drehmoment von 390 Nm, das 3,8-l-Aggregat 294 kW (+ 11 kW) und hat 440 Nm (+ 20 Nm) – die Werte resultieren bei einem auf 7400 min-1 (vorher 6500 min-1) bzw. 5600 min-1 (vorher  4400 min-1) angehobenem Drehzahlmaximum.

Porsche 911: Mindestens 88 000 € für einen Traum

Alle Anstrengungen der Ingenieure, einen effizienten und typischen Porsche 911 auf die Räder zu stellen, finden ihren Maßstab im Kraftstoffverbrauch des „Neuen Europäischen Fahrzyklus“ (NEFZ). Dabei zeigt sich, dass mit dem 7-Gang-Schaltgetriebe mehr Sprit konsumiert wird als mit dem automatisierten 7-Gang-PDK: Der Verbrauch je 100 km in der NEFZ-Kategorie „insgesamt“ beträgt für den 911 mit 257-kW-Maschine 9,0 l bzw. 8,2 l (PDK), mit 294-kW-Triebwerk 9,5 l bzw. 8,7 l (PDK). Beide Sechszylinderboxer im neuen Carrera schlucken zwar zwischen 1,3 l bis 1,6 l bzw. 1,1 l bis 1,5 l weniger als im  Vorgänger, doch entspricht das insgesamt einer CO2-Emission von 194 g/km bis 224 g/km.

Dieses Auto braucht keiner – das sagt auch Porsche –, ist aber bei einigen Gegenstand von Träumen. Es ist ein technischer Leckerbissen und steht für Spitzenqualität im Automobilbau. Die mögliche Spitzengeschwindigkeit von rund 290 km/h bzw. 300 km/h muss man nicht fahren, die exklusiven Preise aber zahlen: ab 88 037 € für den 911 Carrera und 102 436 € für den Carrera S.

  • Ingo Reuss

  • Wolfgang Pester

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