Automobilbau 31.05.2002, 17:34 Uhr

Phaeton: Der Volkswagen in der Luxusklasse

Im Konzert der Luxuswagen gaben bisher Mercedes, Audi und BMW den Ton an. Nun will auch Volkswagen mit seinem Phaeton eine Rolle spielen.

Deutsche Luxuswagen spielen eine führende Rolle in der Welt. Mercedes S-Klasse, Audi A8 und 7er-BMW geben in diesem prestigeträchtigen und imagefördernden Marktsegment den Ton an. Mit dem Phaeton will sich VW aus dem Kuchen der 230 000 jährlich verkauften Luxusautos ein gutes Stück herausschneiden. Sein Start am 31. Mai ist gut vorbereitet. In der Gläsernen Fabrik in Dresden wird das Meisterstück montiert. Dort kann der Kunde den Weg seines Wagens vom Anfang bis zum Ende mitverfolgen. Auch nach der Auslieferung wird er von VW noch an die Hand genommen, nur tanken muss er selbst. Alles andere nimmt ihm der Service rund um den Phaeton ab.
Erste Probefahrten machten es deutlich: Der Phaeton ist eine Wucht. Alles, was die Automobiltechnik an Hightech bietet, ist bei ihm zu haben. Unterwegs auf freier Autobahn schwindet im Topmodell mit 6,0-l-W12-Zylinder (309 kW; Verbrauch: 15,6??l je 100?km) fast das Gefühl für die Geschwindigkeit.?Dank neuer Vierrad-Luftfederung schwebt der 104?100?d teure Phaeton mit Allradantrieb über die Fahrbahn, schnurrt bis 250 km/h Spitze stabil und extrem leise wie kein zweiter dahin. Doppelte Scheiben sind im Spitzenmodell serienmäßig. Im Zwölfzylinder wechselt geschmeidig eine Fünfgang-Automatik die Fahrstufen. Selbst das über die Vorderräder angetriebene Einstiegsmodell für 66 800 d mit dem neuen 3,2-l-V6-Zylinder (177 kW 12,1 je 100?km) und Sechsganggetriebe bietet Luxus, Komfort und Fahrfreude satt.
Im Herbst erhält der Phaeton den 5,0-l-V10-TDI, den „Champion unter den Pkw-Dieseln“, so VW-Chef Bernd ?Pischetsrieder. Der weltweit stärkste Turbodiesel im Pkw leistet 230?kW und bietet 750 Nm Drehmoment. Entscheidend für Leistungsentfaltung und Verbrauch (rund 10?l/100?km) sind die weiterentwickelte Pumpe-Düse-Hochdruckdirekteinspritzung (bis 2050 bar) und die Aufladung über ein Biturbo-System mit elektrischer Laderverstellung. Die Kraftübertragung erfolgt über eine neue Sechsgang-Automatik, die wie beim W12 mit „4Motion“-Allradantrieb kombiniert ist.
Luxus pur, wohin man schaut: z. B. die „18-Wege-Sitze“ (18 Variationsmöglichkeiten) im W12, die u.a. wärmen, kühlen oder massieren können. Dazu erstmals eine Klimatisierung, die individuell in vier Zonen einstellbar, fast zugfrei arbeitet. Materialien und Verarbeitung zeigen, dass man in Wolfsburg und Dresden sein Handwerk versteht. Wem die Serienhölzer nicht reichen, der kann natürlich auch weitere Edelholzarten mit eingearbeiteten Intarsien aus der VW-Manufaktur bekommen.
Im Gegensatz zum A8 von Konzerntochter Audi besitzt der Phaeton eine vollverzinkte Stahlkarosserie, die eine Torsionssteifigkeit?von?37?000 Nm/Grad erreicht. Ein neuer Bestwert für Serienfahrzeuge, so die VW-Ingenieure. Sie haben alle Fahrzeugkomponenten auf Höchstgeschwindigkeit von 300?km/h ausgelegt. Für rund 5000?d wird die Limousine für dieses Tempo ertüchtigt und regelt nicht mehr bei 250?km/h ab.
Neben hochfesten Stählen nutzt VW bei seinem 2-t-Phaeton auch Leichtbauwerkstoffe für Fahrwerk und Karosserie. So bestehen z.B. die Türrahmen aus Aluminium, gleiches gilt für die Kofferraum- und Motorhaube. Der Türrahmen besteht aus extrem steifen Al-Druckgussteilen. Seine zwei tragenden Profile sind durch sogenannte Al-Strangpressprofile verbunden. Mit den geklebten, flächigen Türinnen- und Türaußenblechen aus Alu erreicht die neue Türkonstruktion eine enorm hohe Steifigkeit, die weitestgehend das Einknicken der Türbrüstung beim Seitencrash verhindert. Die vorderen Kotflügel des Phaeton bestehen aus hochfestem Kunststoff (PU-RIM), der gegenüber Stahlblech einen Gewichtsvorteil von 20 % bietet. Damit konnte, so VW, besonders das pfeilförmig konstruierte Frontdesign des Phaeton optimal gestaltet werden.
Die nobelsten Autos in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts führten den Beinamen „Phaeton“: Das Luxusauto von Volkswagen hat ihn sich ebenfalls verdient. IR/WOP

Von Ingo Reuss/Wolfgang Pester
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