Kleiner Preis lockt 11.09.2014, 12:57 Uhr

Opels neues Modell Karl soll den Aufschwung bringen

2015 soll das billigste Auto aus deutscher Produktion auf den Markt kommen. Opel hat es Karl genannt. Es soll sogar ein bisschen Luxus bieten.

Opel macht es spannend: Bisher präsentierte der Autobauer nur eine Computersimulation seines neuen Einstiegsmodells, auf der nicht viel zu sehen ist.

Opel macht es spannend: Bisher präsentierte der Autobauer nur eine Computersimulation seines neuen Einstiegsmodells, auf der nicht viel zu sehen ist.

Foto: General Motors

Jetzt kommt Karl! Opels neues Einstiegsmodell hat vier Türen und eine Heckklappe. Mitte nächsten Jahres soll er zu haben sein, voraussichtlich für weniger als 10.000 Euro. Der Focus vermutet sogar, dass er nur 7000 bis 8000 Euro kostet.

Karl ist länger, aber billiger als Opels Adam

Mit einer Länge von 3,68 Metern ist das neue fünfsitzige Einstiegsmodell ein bisschen länger als Adam, allerdings weniger komfortabel ausgestattet als dieser, der als Lifestyle-Fahrzeug positioniert ist. Zwar hat Karl Airbags wie gesetzlich vorgeschrieben, doch einiges an – nicht zwingend notwendiger – moderner Elektronik für die Sicherheit fehlt, ebenso wie in anderen Kleinwagen. Karl soll den Konkurrenten VW up, Hyundai i10 und Fiat 500 das Leben schwer machen. Als Gegner gilt auch der Billigwagen aus dem Hause Renault, der Dacia Sandero, den es bereits ab 6890 Euro gibt. Opel hofft, dass seine immer noch als solide geltende Technik die Käufer von der rumänischen Billigmarke weglockt.

Radio kommuniziert mit Smartphone

Ein bisschen Luxus soll allerdings schon sein, etwa ein Radio, das mit dem Smartphone via Mirrorlink kommunizieren kann. Das ist ein Standard, der beim Betriebssystem Android funktioniert. Er sorgt dafür, dass das, was auf dem kleinen Display des Smartphones erscheint, auf das größere Touchscreen-Display des eingebauten Radios gespiegelt wird, etwa die Navi-Hinweise, die das Mobiltelefon empfängt. Mit etwa 300 Euro kosten derartige Autoradios nicht die Welt. Autohersteller, die sie serienmäßig einbauen, werden sie noch deutlich billiger bekommen.

Benannt ist der Neue nach Carl Opel, dem ältesten Sohn von Adam, dem Gründer des Unternehmens, das anfänglich Nähmaschinen in einem ehemaligen Kuhstall in Rüsselsheim herstellte. Erst Carl und seine Brüder Wilhelm und Friedrich begannen, Autos herzustellen. Ihrem Vater gelang nur der Aufstieg zum Fahrrad. „Der Name Karl ist aus den Opel-Markenwerten abgeleitet: deutsch, emotional, nahbar. Kurz, knackig, charaktervoll und einprägsam“, heißt es aus Opels Marketing-Abteilung. Die britische Schwestermarke Vauxhall wird Karl als „Viva“ verkaufen.

Mit seinen Kleinwagen Karl, Adam und dem schon seit vielen Jahren gebautem Corsa will Opel nach Informationen der Süddeutschen Zeitung gemeinsam mit Vauxhall den Marktanteil in Europa bis 2022 auf acht Prozent steigern. Derzeit sind es 6,9 Prozent.

 

Von Wolfgang Kempkens Tags:

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