Regierung muss handeln 09.10.2015, 16:53 Uhr

Ökonom Mayer: VW droht der Niedergang

Volkswagen könnte durch die Betrugsaffäre um manipulierte Diesel-Abgaswerte langfristig das Ende drohen. Nur ein radikaler Wechsel in der Führungsstruktur könne den Konzern noch retten, ist der frühere Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, überzeugt.

Ein verblichenes VW-Logo an einem Güterwagon vor dem VW-Werk Mosel in Zwickau in Sachsen: Der Ökonom Mayer sieht die Gefahr, dass VW an der Krise sogar zerbrechen wird.

Ein verblichenes VW-Logo an einem Güterwagon vor dem VW-Werk Mosel in Zwickau in Sachsen: Der Ökonom Mayer sieht die Gefahr, dass VW an der Krise sogar zerbrechen wird.

Foto: Jan Woitas/dpa

„Wenn VW jetzt nicht seine anachronistische Führungsstruktur ändert, die durch familiäre und politische Seilschaften gekennzeichnet war, droht der Firma langfristig der Niedergang“, sagte Mayer, heute Direktor der Denkfabrik Flossbach von Storch Research Institute in Köln, im Gespräch mit den VDI nachrichten.

Der Skandal habe das Zeug, auch auf ganz Deutschland abzufärben. „Durch den Skandal bei Volkswagen ist der Lack der deutschen Industrie schwer angekratzt. Wenn sie sich nun nicht gewaltig anstrengt, wird „Made in Germany“ Rost ansetzen“, fürchtet Mayer. „Der Exportweltmeister hat jedenfalls ein spektakuläres Eigentor geschossen. Das setzt dem Selbstvertrauen hart zu, während die Wettbewerber vor Schadenfreude beinahe platzen.“

VW muss unbedingt seine Führungsstruktur umbauen, meint der Ökonom Thomas Mayer, Direktor der Denkfabrik Flossbach von Storch, im Interview mit den VDI nachrichten.

VW muss unbedingt seine Führungsstruktur umbauen, meint der Ökonom Thomas Mayer, Direktor der Denkfabrik Flossbach von Storch, im Interview mit den VDI nachrichten.

Foto: Thomas Mayer/Flossbach von Storch

Nicht nur Volkswagen, sondern auch Deutschland müsse aus Dieselgate Konsequenzen ziehen. „Wenn wir jetzt nicht die Ärmel aufkrempeln und härter arbeiten, werden wir bald wieder als der kranke Mann Europas dastehen.“ Jetzt sei auch die Bundesregierung gefordert. „Man kann nur hoffen, dass die Berliner Große Wohlfühlkoalition die Zeichen der Zeit endlich erkennt und nicht mit ihren Wahlgeschenken weiter die Belastbarkeit der Wirtschaft testet.“

Das Interview lesen Sie im Wortlaut in der neuen Print- und digitalen Ausgabe der VDI nachrichten.

 

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