Nissan Leaf 02.10.2013, 10:07 Uhr

Nummernschild für ein fahrerloses Auto

Der japanische Autohersteller Nissan hat jetzt einen wichtigen Schritt in Richtung der automobilen Zukunft gemacht. Das erste seiner „selbstständigen“ Fahrzeuge erhielt dieser Tage ein offizielles Nummernschild, also die Zulassung, und unternimmt  damit nun Tests im öffentlichen Straßenverkehr in Japan. Das soll die Entwicklung von Technologien für fahrerloses Fahren beschleunigen. 

Nissan hat für sein halbautonomes Auto Leaf in Japan die Straßenzulassung für Testfahrten erhalten. Bis 2020 will der Autobauer das "Roboterauto" zur Serienreife bringen.

Nissan hat für sein halbautonomes Auto Leaf in Japan die Straßenzulassung für Testfahrten erhalten. Bis 2020 will der Autobauer das "Roboterauto" zur Serienreife bringen.

Foto: Nissan

Nissan hat das Elektrofahrzeug  „Leaf“ als Testauto für das autonome Fahren im japanischen Stadtverkehr und das Nummernschild mit der Jahreszahl „2020“ – der Zeitpunkt, an dem Nissan mit den ersten selbstfahrenden Fahrzeugen auf den Markt kommen will – gewählt . Renault-Nissan Chef Carlos Ghosn, erklärte jetzt dazu: “Es handelt sich um ein gewöhnliches Nummernschild für ein außergewöhnliches Fahrzeug.“ „Die Erprobung der neuen Funktionen auf offener Straße ist unabdingbar.“ Japans zweitgrößter Autoproduzent arbeitet unter anderem mit führenden Universitäten in der Welt wie dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Stanford, Carnegie Mellon, Oxford sowie der Universität Tokio zusammen.

Autonomes Auto benötigt sechs Funktionen

Die „Advanced Driver Assist Systems“ beinhalten sechs Funktionen, die nach der Serienreife als kostenpflichtiges Upgrade bestellt werden können. Zwei Funktionen stehen den Käufern der Oberklasse-Modelle bereits zur Verfügung. Dabei handelt es sich um die automatische Spurführung sowie um die Geschwindigkeitskontrolle. Bis 2020 sollen vier weitere Funktionen hinzukommen, die nun im Nissan Leaf im öffentlichen Verkehr getestet werden sollen. Erstens, das automatische Abfahren von der Autobahn, zweitens der Spurwechsel, drittens das Überholen von langsamen und stehenden Fahrzeugen und viertens das Halten an der Ampel.

Was kann das Safety Shield?

Die Anstrengungen Nissans sind allesamt Teil der Entwicklung des „Autonomous Drive“, mit dem Ziel ein Verkehrsgeschehen ohne Unfalltote bis 2020 zu erreichen. „Autonomous Drive“ gilt als eine Weiterentwicklung des „Nissan Safety Shield“-Systems. Dabei verschafft eine Kameralinse an der Heckklappe des Fahrzeugs dem Fahrer einen 360-Grad Blick rund um das Auto und damit  vollen Überblick. Sie überwacht den toten Winkel (Blind Spot Warning), beobachtet die Fahrbahnmarkierung und entdeckt Hindernisse hinter dem Auto. Mit Hilfe des Around View Monitors verpasst der Fahrer nichts von dem, was um ihn herum passiert. Das System warnt den Fahrer und greift bei Bedarf selbst ein. 

Ziel: Null Verkehrstote

„Die Verwirklichung des Autonomous Drive Systems ist eines unserer wichtigsten langfristigen Ziele. Die Vision von Null Verkehrstoten nimmt die gleiche Stellung wie Nullemissionen in Nissans Forschungsarbeiten ein“, erläutert Mitsuhiko Yamashita, Nissan Executive President für Forschung und Entwicklung. Die Techniken, die im Prototypen des Nissan Leaf integriert sind, werden dabei als ein wichtiger Baustein für die Verwirklichung des Autonomous Drive Systems gesehen. „Durch Tests auf öffentlichen Straßen werden wir die Sicherheit, Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit dieser Techniken weiter entwickeln können,“ so Yamashita.

Testgelände bereits im Bau

Um die Techniken ausgiebig und in großem Stil testen zu können haben bei Nissan die Arbeiten am Bau einer künstlichen Stadt mit Straßen und Gebäuden bereits begonnen um das fahrerlose Auto unter möglichst realistischen Bedingungen testen zu können. Diese Anlage soll bereits 2014 in Betrieb gehen.

Von Peter Odrich
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