Ende der Hydropneumatik 10.06.2016, 11:43 Uhr

Neue Federungstechnik von Citroën fühlt sich an wie schwebender Teppich

Das Ende der Hydropneumatik naht, doch Citroën hat schon einen Nachfolger der legendären Federung in petto. Hier lesen Sie, mit welcher Technik die Ingenieure zukünftig für das Gefühl eines schwebenden Teppichs sorgen wollen. 

Die neue Federung erfährt derzeit ihren Feinschliff im Modell C4 Cactus. Ab 2017 wird sie sukzessive in allen Modellen zum Einsatz kommen. 

Die neue Federung erfährt derzeit ihren Feinschliff im Modell C4 Cactus. Ab 2017 wird sie sukzessive in allen Modellen zum Einsatz kommen. 

Foto: Citroën

Eine herkömmliche Federung besteht aus einem Stoßdämpfer, einer Feder und einem mechanischen Anschlag. Doch das ist den Ingenieuren des französischen Autobauers Citroën zu wenig. Um einen Fahrkomfort zu gewährleisten, der in die großen Fußstapfen der legendären Hydropneumatik treten kann, haben sie zwei hydraulische Anschläge hinzugefügt, die auf beiden Seiten für Druck und Zug sorgen.

Fahrzeug vermittelt Gefühl eines schwebenden Teppichs

Die Federung arbeitet je nach Beanspruchung in zwei Etappen. Bei leichtem Druck benötigen Feder und Stoßdämpfer die Unterstützung der hydraulischen Anschläge nicht, da sie gemeinsam die vertikale Bewegung unter Kontrolle haben. Sie haben dennoch eine Funktion: Sie ermöglichen einen größeren Federweg. Laut Citroën vermittelt das Fahrzeug dem Fahrer somit das Gefühl, auf einem fliegenden Teppich über die Fahrbahnunebenheiten zu schweben.

Citroën verwendet für die neue Federung, die die legendäre Hydropneumatik ablöst, eine durch hydraulische Dämpfer erweiterte Aufhängung. 

Citroën verwendet für die neue Federung, die die legendäre Hydropneumatik ablöst, eine durch hydraulische Dämpfer erweiterte Aufhängung. 

Quelle: Citroën

Bei größerem Druck arbeiten Feder und Anschlag gemeinsam mit dem hydraulischen Anschlag, der für Druck oder Zug zuständig ist. Anders als ein mechanischer Anschlag, der die Energie ganz absorbiert, aber nur zum Teil wiedergibt, absorbiert der hydraulische Anschlag die Energie und führt sie ab. Es gibt somit kein Phänomen der Rückfederung.

Die Ingenieure setzen beim Zusammensetzen der Rohkarosse zudem auf das sogenannte Strukturkleben. Das industrielle Klebeverfahren erhöht die Karosseriesteifigkeit um 20 %, sodass sie besser vor Außenschwingungen geschützt ist und der Komfort weiter steigt.

2017 läutet das Ende der legendären Hydropneumatik ein

2017 soll die Federung sukzessive in alle Modellen zum Einsatz kommen. Derzeit erfährt sie im Modell C4 Cactus den Feinschliff. „Dank dieser innovativen Technologie werden die Citroën Modelle von morgen das souveräne Fahrverhalten bieten, das die Marke auszeichnet und seit jeher von den Kunden geschätzt wird“, schreibt Citroën. „Die Technologie wird in allen Märkten angeboten – von den Stadtautos bis zu den hochwertigen Modellen.“

Erstmals kam die Hydropneumatik 1955 zum Einsatz – in der Markenikone DS, auch Göttin genannt. 

Erstmals kam die Hydropneumatik 1955 zum Einsatz – in der Markenikone DS, auch Göttin genannt. 

Quelle: Citroën

Die neue Federung bedeutet gleichzeitig das Ende der Hydropneumatik, die Citroën berühmt gemacht hat. Dabei kommt für Dämpfung und Federung ein mit Stickstoff und Flüssigkeit gefüllter Hydraulikzylinder zum Einsatz, der die Karosserie stets auf idealer Höhe hält. Erstmals hatte der Autobauer mit der Federung im 2CV, dem Prototyp der Ente, experimentiert. Auf den Markt kam sie dann 1955 in der Markenikone DS – auch bekannt als Göttin. Letzte Baureihe mit Hydropneumatik ist das Mittelklassemodell C5.

Wo wir gerade in Nostalgie schwelgen: Können Sie sich vorstellen, wie die DS heute in modernem Kleid aussehen könnte? Sehr sehr schön …. Schauen Sie mal hier.

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

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