Kompakt-SUV 14.12.2012, 14:01 Uhr

Mitsubishi Outlander und Mazda CX-5 im Test

Kleinere und kompakte Sport Utility Vehicles sind bei Autokäufern beliebt. Zum Segment der etwas größeren Kompakt-SUV zählen der Mitsubishi Outlander und der Mazda CX-5. Die jüngste Generation des Outlanders ist erst seit wenigen Monaten auf dem Markt, der Mazda CX-5 wird seit rund einem Jahr ausgeliefert. Sie verfügen über Frontantrieb, sind aber alternativ auch mit Allradantrieb lieferbar.

Der neue Mitsubishi Outlander markiert den größeren der beiden mit einem 110-kW-Turbodieselmotor angetriebenen Fahrzeuge. Schon in der Außenlänge übertrifft er mit 4,66 m den Mazda CX-5 um 10 cm. Auch innen bietet er mehr Platz, vor allem im Fond sind die Maße großzügiger als im Mazda. Die Beinfreiheit entspricht praktisch schon Oberklasseformat, die Kopffreiheit sowieso. Auch über die Innenbreite können die Fondpassagiere nicht klagen. Außerdem kann der Outlander als Siebensitzer geordert werden. Dann muss der Kunde allerdings nicht nur die höhere Ausstattungsstufe Intense, sondern auch die Allradversion wählen, was die Alternative deutlich verteuert.

Größere Transportaufgaben kann der Outlander ebenfalls besser bewältigen. In sein Gepäckabteil passen 550 l bis 1681 l. Damit ist sein Basiskofferraum um rund 10 % größer als der im CX-5, dessen größere Radkästen den Nutzraum einschränken.

Mitsubishi Outlander und Mazda CX-5: Heckklappe stört bei der Zuladung

Bei der Zuladung verkraftet der Outlander jedoch nur geringfügig mehr. Als störend, insbesondere für Großgewachsene, erweist sich zudem die nicht hoch genug aufschwingende Heckklappe. Das gilt abgemildert für den Mazda-5, dessen Ladekante auch etwas höher ausfällt. Wer beim Mazda eine dreigeteilte Rücksitzbank wünscht, muss zur höheren Ausstattungsstufe Center-Line greifen.

Die Sitze im Outlander sind angenehm, könnten aber mehr Seitenhalt bieten. Auch die Feinjustierung der Einstellung fällt nicht so leicht. Im Mazda sind die Vordersitze zwar enger geschnitten, aber besser ausgeformt und ziemlich straff gepolstert, was auf Langstrecken kein Nachteil ist. Im Fond fühlen sich die Outlander-Insassen nicht zuletzt wegen der höheren Sitzposition und der dreistufigen Neigungseinstellung der Lehnen komfortabler untergebracht.

Sowohl im Mitsubishi als auch im Mazda haben die Fahrer die Instrumente gut im Blick und sind mit dem Auto schnell vertraut. Beim Outlander steht der Navi-Bediener schon mal vor Herausforderungen, dafür kann er sich über zahlreiche, größere Ablagen in seinem Fahrzeug freuen.

Mitsubishi Outlander: Bei gröberen Verwerfungen und Schlaglöchern nicht ganz souverän

Beim Fahrwerk bewährt sich der Mittelweg zwischen agiler und komfortabler Abstimmung. Die trifft der Mazda CX-5 am besten, weil er nur wenige Unebenheiten bis zu den Insassen durchdringen lässt. Dabei helfen ihm die 17-Zoll-Räder mit höherer Flanke. Der Outlander wirkt auf gröberen Verwerfungen nicht ganz so souverän und manches Schlagloch könnte er solider wegstecken.

Dank der Traktionskontrolle und des elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) fährt sich der Outlander weitgehend sicher. Im Grenzbereich neigt er aber zum Untersteuern. Die Lenkung arbeitet sehr leichtgängig. Verbesserte Traktion und höhere Fahrstabilität verspricht hier jedoch der empfehlenswerte Allradantrieb für 2000 € Mehrpreis.

Der im Test ebenfalls frontgetriebene CX-5 gibt sich etwas gutmütiger, sein Schleuderschutz (ESP) greift früh und nachdrücklich ein.

Der 2,3-l-Turbodiesel im Outlander macht seine Sache gut. Er beschleunigt ohne Verzögerung, zieht trotz des Fahrzeuggewichts von 1,5 t nahezu mühelos durch und ist sparsam. Nicht zuletzt läuft er kultiviert. Aber eine noch besseren Eindruck hinterlässt der Bi-Turbo-Diesel im Mazda-5.

Mazda CX-5: 2,1-l-Vierzylinder überzeugt durch Drehfreudigkeit und Laufruhe

Trotz der auf dem Papier fast identischen Leistungswerte und des sehr ähnlichen Leergewichts überzeugt der zweistufig aufgeladene 2,1-l-Vierzylinder auf besondere Weise. Er ist durchzugsstark, drehfreudig, laufruhig und mit 6,0 l/100 km in der Praxis noch etwas sparsamer als der Outlander. Zudem erfüllt er ohne zusätzliche Abgasnachbehandlung die Euro-6-Norm. Darüber hinaus ist die Sechsgangschaltung im Mazda besonders exakt geführt.

Groß fällt bei den beiden Konkurrenten der Preisunterschied aus. Für den Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D 2WD Invite sind 30 690 € fällig. Damit liegt der Grundpreis um stolze 4700 € über dem des ebenfalls ordentlich ausgestatteten Mazda CX-5 2.2 Skyactiv-D FWD. Was bei beiden aufstößt: Manche Extras können nur über höhere Ausstattungsstufen geordert werden.

  • Ingo Reuss

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