Auto 26.03.2010, 20:45 Uhr

Linienbusse mit Brennstoffzellen rollen in Hamburg sauber und leise  

In Hamburg geht in wenigen Wochen die 3. Generation von Brennstoffzellen-Hybridbussen in den Linieneinsatz. Die abgasfreien, leisen Elektroautos mit Brennstoffzellen als Stromerzeuger sollen 2015 auf den Markt starten. Mercedes will einen derartigen Pkw dann zum Preis eines Diesel-Hybrids anbieten. Die beste Ausgangsposition für den Marktauftritt der Brennstoffzellen-Hybride hat Daimler. Neben einem Kompaktwagen wird der Konzern ab 2015 auch Busse für den Nahverkehr anbieten. VDI nachrichten, Düsseldorf, 26. 3. 10, wop

Die Elektroautos mit Stromerzeugern aus Wasserstoff (H2) an Bord, die „Fuel-Cell“-Hybride, sind serienreif entwickelt bzw. in letzten Flottentests. Und so, wie es aussieht, werden sie ihren Markterfolg bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben feiern: Fuel-Cell-Hybridbusse ante portas!

Daimler wird 2010 rd. 30 Brennstoffzellen-Hybridbusse für den Linienbetrieb in europäischen Metropolen ausliefern. Hamburg erhält in wenigen Wochen allein zehn Mercedes-Benz Citaro FuelCell-Hybride. Die Elektrobusse fahren mit Strom, den H2-Brennstoffzellen liefern.

Mit der 4. Generation des Citaro FuelCell-Hybrid will Daimler 2015 marktfähige Angebote bei Bussen unterbreiten und auch die ersten Pkw mit dieser Technik sollen auf den Markt rollen: Marken wie Mercedes-Benz, Honda und Toyota haben das bereits angekündigt.

Bei Pkw werde ein Mercedes FCell-Hybrid so viel kosten wie ein Diesel-Hybrid, war unlängst von Herbert Kohler zu hören, er verantwortet bei Daimler die E-Drive & Future Mobility in der Forschung und Vorentwicklung. Der FCell-Hybrid dürfte dann um etwa 3000 € bis 4000 € teurer sein als ein Diesel-Pkw und somit für viele erschwinglich.

Der Schub, den die FCell-Technik erhalten hat, gründet sich auch auf den Willen der auf dem Gebiet führenden Autohersteller. Sie – Daimler, Ford, GM, Honda, Hyundai/Kia, Renault/Nissan und Toyota – unterzeichneten letzten September eine gemeinsame Erklärung zur Entwicklung und Markteinführung dieser Technik – nur zwei Hersteller fehlten: BMW und Volkswagen.

Ohne zu tankenden Wasserstoff läuft nichts, deshalb ist ein weiterer wichtiger Meilenstein, der zur gleichen Zeit gesetzt wurde, von großer Bedeutung: Daimler, EnBW, Linde, OMV, Shell, Total, Vattenfall und die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) verständigten sich als Partner der Initiative „H2 Mobility“ über den Aufbauplan einer flächendeckenden Infrastruktur zur Versorgung mit H2.

In der ersten Phase sollen Konzepte für den Aufbau von H2-Tankstellen bis 2011 entstehen. Entwickelt sich das Vorhaben positiv, soll der bundesweite Ausbau des Tankstellennetzes fortgesetzt werden, um die ab 2015 geplante Kommerzialisierung von FCell-Hybriden mit entsprechender Infrastruktur zu flankieren.

Elektro-Pkw sind in aller Munde. Erste Angebote sollen Ende des Jahres auf den Markt kommen. Die wenigen, die angeboten werden sollen, rechnen sich mit Preisen weit über 45 000 € nicht, ebenso wie Leasingangebote von 500 € bzw. 700 € je Monat. Deshalb wird der Ruf der Autobranche in Deutschland nach Subventionen lauter, wie sie Käufern von E-Pkw im Ausland gewährt werden: bis 10 000 € sind es in Japan – 4000 € bis 6000 € in den USA, Frankreich, Großbritannien und Spanien.

Als wünschenswert werden Autos mit reinem Elektroantrieb angesehen, wenn ihr Ladestrom aus alternativen Energien gewonnen wird. Doch der Elektroantrieb muss sich rechnen. Deshalb dürfte er sich zu erst bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben durchsetzen. Und zwar in der Form von H2-FCell-Hybridbussen, weil sie ihre Einsatzfähigkeit längst bewiesen haben.

Mit 36 Bussen bei insgesamt zwölf Verkehrsbetrieben auf drei Kontinenten wurde die Technik im Einsatz geprüft. Sie hat in 140 000 Betriebsstunden und mit weit mehr als 2,2 Mio. km Laufleistung überzeugt. Mit besten Resultaten, wie Günther Elste, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG (Hochbahn), berichtete.

Die Hochbahn, nach den Berliner Verkehrsbetrieben das zweitgrößte deutsche Nahverkehrsunternehmen, hatte im europäischen Flottentest „CUTE“ (2003 bis 2009) insgesamt neun H2-Brennstoffzellenbusse eingesetzt.

Mit 96,1 % Verfügbarkeit übertrafen die FCell-Busse leicht die Dieselbusse

Elste verwies auf die hohe Verfügbarkeit der FCell-Hybrid-Busse. In rund 26 000 h Betrieb und über 525 000 km Laufleistung haben diese mit 96,1 % Verfügbarkeit die herkömmlichen Stadtlinienbusse sogar leicht übertroffen. Die Störungen verursachte nicht die neue Technik, so Elste: „Es gibt eben auch viele mechanische und elektrische Bauteile, beispielsweise bei den Türen, die Störungen verursachen können.“

Für die Hochbahn ist der schadstofffreie Busbetrieb vorgezeichnet. In den nächsten Wochen starten an der Alster zehn Mercedes-Benz Citaro FuelCell-Hybrid. Und 2015, wenn die 4. Generation der FCell-Technik in die Serie gehen wird, dürfte Hamburg wieder ganz vor dabei sein. Denn Richard Averbeck, Entwicklungsleiter bei Daimler Buses, ist davon überzeugt, dass der FCell-Antrieb „kein teures Spielzeug der Ingenieure bleiben wird“.

„Wir werden den Kunden 2015 mit der 4. Generation der Busse mit H2-Brennstoffzellen und Elektroantrieb ein bezahlbares Fahrzeug anbieten, und das zu moderaten Mehrkosten“, erklärte Averbeck bei der Vorstellung des Citaro FuelCell-Hybrids in Hamburg. Sie dürften etwas teurer sein als Dieselbusse mit seriellem FCell-Hybridantrieb.

Für Hamburg ist das der Busverkehr der Zukunft, wie Elste deutlich machte. „Die Hochbahn wird ab 2020 Schritt für Schritt die Flotte auf FCell-Hybridbusse umstellen“, sagte Elste. „Wir sehen dem Einsatz des Elektroantriebs im Busbereich sehr zuversichtlich entgegen und gehen davon aus, dass spätestens in den 2030er-Jahren der Diesel so teuer sein wird, dass wir mit den FCell-Bussen den richtigen Weg beschreiten.“ Für Elste sind das „keine Luftschlösser, ist das kein Optimismus, sondern reiner Pragmatismus“. W. PESTER

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