Studie "Mobile Connectivity" 06.12.2013, 07:00 Uhr

Junge Frauen fordern von Autoherstellern günstige Online-Funktionen

Mehr als Männer wünschen sich zunehmend junge Frauen, auch im Auto online gehen zu können. Doch die Lösungen der Autohersteller liegen preislich außerhalb ihrer Reichweite. 

Mehr junge Frauen als Männer spielen während der Fahrt mit ihrem Handy. Besonders beliebt: Blitzmelder-Apps, Messengerdienste und Facebook. 

Mehr junge Frauen als Männer spielen während der Fahrt mit ihrem Handy. Besonders beliebt: Blitzmelder-Apps, Messengerdienste und Facebook. 

Foto: Hochschule Niederrhein

Während der Autofahrt schnell nachschauen, welche Tankstelle auf dem Weg die günstigste ist, sich über What´s App mit der Freundin verabreden oder mit Facebook-Freunden chatten – das alles wünschen sich vor allem Frauen. „Die jungen Menschen von heute wollen immer online sein, auch während der Autofahrt. Doch die Automobilindustrie kommt diesem Wunsch noch nicht nach“, fasst Doris Kortus-Schultes, Leiterin des Kompetenzzentrums Frau und Auto an der Hochschule Niederrhein, ein aktuelles Studienergebnis zusammen.

Preisgünstige Lösungen für Kleinwagen sind gefragt

„Es gibt zwar schon Autos mit Sonderausstattung Connect“, sagte sie gegenüber ingenieur.de, „aber die sind preislich außerhalb der Reichweite der eigentlichen Zielgruppe.“ Ihrer Ansicht nach sind vor allem die Hersteller von Klein- und Kompaktwagen gefragt, innovative und preisgünstige Lösungen zu entwickeln, um Käuferinnen ihrer Autos auch während der Fahrt den Onlinegang zu ermöglichen. „Während früher Infotainment-Lösungen ein nettes Beiwerk waren, stellen die angebotenen Lösungen und deren nahtlose Integration in die individuelle Connectivity der jungen Fahrerinnen und Fahrer das kaufentscheidende Argument dar.“

Frauen spielen während der Fahrt häufiger mit dem Handy als Männer

Gefragt sind diese Lösungen vor allem bei den sogenannten Digital Natives, also den 18- bis 29-Jährigen, ergab die Studie. Sie zeigt auf, dass Frauen ihr Smartphone im Vergleich zu Männern generell häufiger nutzen – auch im Auto und wenn sie selbst am Steuer sitzen. Frauen setzen das Handy ein, um zu telefonieren, für die Navigation und andere GPS-Funktionen, Messengerdienste wie What’s App und Facebook. Die Digital Natives wünschen sich deshalb mehr Sprachsteuerung für ihre Autos: Spracherkennung für SMS, Facebook und Navigationsfunktionen. 

Blitzmelder-Apps sind am beliebtesten

Die Befragten machten auch Angaben dazu, welche Apps sie im Auto am häufigsten nutzen. Spitzenreiter ist dabei der Social Blitzmelder – auch wenn alle wussten, dass diese Art App verboten ist. Es folgen Apps für günstige Tankstellen, für Staumeldungen in Echtzeit sowie Video-Calls während der Fahrt.

Seit 2003 betreibt das Kompetenzzentrum Frau und Auto an der Hochschule Niederrhein gezielte Kosumentenforschung bei Autofahrerinnen. Finanziert werden die Studien vor allem von Auftraggebern aus der Autoindustrie.

Von Andrea Ziech

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