Automobilbau 21.11.2008, 19:38 Uhr

Hankook rollt auf die vorderen Plätze  

„Es ist einfacher und effizienter, ein neues Werk in Europa zu bauen als einen Wettbewerber zu übernehmen und sich mit dem Ballast alter Strukturen zu belasten.“ Das gelte auch, wenn der Wettbewerber Continental hieße, so Suh, dessen Unternehmen als eines der koreanischen Wirtschaftswunderkinder gilt.

Übernahmen schließt Suh aus, selbst wenn ein etablierter Reifenhersteller wie Continental eines Tages zur Disposition stünde. „Das Ändern und Integrieren anderer Strukturen und Produktionsabläufe in unser Qualitätssystem ist teurer als ein neues Werk in Europa zu bauen“, so Suh. Und er weiß, wovon er spricht, denn das erste Werk in Europa hat Hankook bereits 2007 in Ungarn errichtet – Produktionskapazität: 5 Mio. Reifen in der ersten Stufe, 10 Mio. Reifen in der Ausbaustufe zwei.

Das Unternehmen Hankook begann 1941 und auch 30 Jahre später waren es nicht mehr als ca. 670 000 Reifen, die pro Jahr hergestellt wurden. In den 1970er Jahren begann die Expansion des Unternehmens. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 1400 auf 12 300 Mitarbeiter und die Produktionskapazität auf weltweit ca. 65 Mio. Reifen. 2007 erreichte Hankook einen Umsatz von 3,5 Mrd. $ und erwirtschaftete einen Gewinn von ca. 174 Mio. $, 20,7 % mehr als im Jahr zuvor.

Das Werk in Ungarn ist das fünfte Werk im Unternehmensverbund, neben zweien in Korea und zweien in China. Abnehmer in Europa sind in erster Linie die koreanischen Autohersteller Hyundai und Kia mit ihren Produktionen in der Slowakei und Tschechien. Doch Hankook-Chef Suh ist besonders stolz auf seine internationale Klientel wie Chrysler, Ford, Renault und Volkswagen. Mit Audi ist man laut Suh derzeit in Verhandlung, um Reifen für die chinesische Pkw-Produktion von Audi zu liefern.

Damit Hankook das Erstausstattergeschäft stärker ausbauen kann und im Ersatzgeschäft mitreden kann, will Suh erreichen, dass Hankook Tires nicht mehr als No-Name-Produkt gesehen, sondern vom Verbraucher als eine begehrte Reifen-Marke wahrgenommen wird, etwa wie Bridgestone, Michelin oder Goodyear. Suh: „Aber Reifen sind für den Kunden in erster Linie rund, schwarz und aus Gummi. Wir haben noch kein Pendant zum Michelin-Männchen und kein Goodyear Blimp in unserem Marketingportfolio. So ist unsere Kreativität gefragt, um Markenstärke und Image aufzubauen.“

Marketing ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite sind die Reifen. Hankook investiert nach eigenen Angaben jedes Jahr rd. 5 % seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung; 2007 waren das umgerechnet ca. 135 Mio. €. Dazu unterhält es Forschungszentren im Heimatland sowie in China, Deutschland, Japan und den USA. Diese Investitionen haben sich bereits ausgezahlt. Hankook-Reifen hatten kürzlich in deutschen Automagazinen nicht nur bei den Vergleichstests punkten können, sondern auch bestmögliche Kaufempfehlungen erhalten.

Doch der Übergang zu einem Highend-Anbieter ist nicht über Nacht zu bewerkstelligen. Dass es gelingt, daran arbeiten Ingenieure und Wissenschaftler im Hankook-Entwicklungszentrum Hannover. Firmensprecher Felix Kinzer von Hankook Europa sagte, dass das Entwicklungszentrum in Deutschland ständig junge und ebenso erfahrene Ingenieure sucht, um die Fahrzeuge von Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche auf Hankook Ultra High Performance Reifen abzustimmen.

Suh meint, dass sich die hohe Qualität der Hankook-Reifen noch nicht im Preis widerspiegeln lässt: „Ich bin gar nicht glücklich über unsere Preispositionierung. Unsere Qualität ist hoch, aber unsere Preise sind es allemal nicht, aber es braucht Zeit, einen Markenwert zu realisieren.“

Zu einem Instrument, die Imagewerte zu erhöhen, gehört der Motorsport. So arbeitet der Reifenproduzent mit 23 Teams aus zwölf Ländern, u. a. mit dem Porsche-Team vom Rennstall Uwe Alzen in der Langstrecken Meisterschaft und beim 24-h-Rennen auf dem Nürburgring zusammen. Daneben ist er Exklusiv-Ausstatter der Formel-3. Die dort gewonnenen Ergebnisse lässt Hankook in die Weiterentwicklung einfließen.

Wer im Motorsport A sagt, für den ist die Formel 1 eine feste Vision. Doch da gibt sich Hankook-CEO Suh realistisch und rechnet vor, dass ein Engagement in der Königsklasse des Automobilsports jährlich mehr als 200 Mio. $ verschlingen würde. Dieses Geld brauche man zur Realisierung des Ziels, unter die ersten drei im weltweiten Ranking der Reifenhersteller zu kommen. K. RIPPELMEYER/WOP

Von K. Rippelmeyer/Wolfgang Pester
Von K. Rippelmeyer/Wolfgang Pester

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