Hoffnung auf 30 000 Jobs 18.07.2013, 10:33 Uhr

Großbritannien investiert 1,2 Mrd. Euro in die Entwicklung neuer Antriebe

Die britische Regierung hat sich mit der Automobilindustrie des Landes auf den Bau und Betrieb eines Zentrums für Motorenforschung geeinigt. Die Partner investieren mehr als 1,2 Milliarden Euro, um neue Antriebstechniken zu entwickeln.

Die britische Autoindustrie liegt in Europa schon auf dem dritten Platz und will sogar Frankreich überholen. Jetzt will die britische Regierung ein Entwicklungszentrum finanzieren, das sich auf neue Antriebe konzentriert. Im Bild die Cricket-Stars Stuart Broad und Steven Finn beim Besuch des Jaguar-Werkes in Castle Bromwich.

Die britische Autoindustrie liegt in Europa schon auf dem dritten Platz und will sogar Frankreich überholen. Jetzt will die britische Regierung ein Entwicklungszentrum finanzieren, das sich auf neue Antriebe konzentriert. Im Bild die Cricket-Stars Stuart Broad und Steven Finn beim Besuch des Jaguar-Werkes in Castle Bromwich.

Foto: Jaguar

Das neue Entwicklungszentrum soll schon im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen und einschließlich der zuarbeitenden Unternehmen und Hochschulen bis zu 30 000 Arbeitsplätze bieten. Die Regierung in London geht davon aus, dass das neue Zentrum in erheblichem Maße auch ausländische Ingenieure anziehen wird. Bei dieser Überlegung spielt mit, dass die britische Autoindustrie angesichts ihrer derzeitigen Vollbeschäftigung bei weitem nicht so viele Ingenieure am heimischen Arbeitsmarkt finden kann, wie sie für ihre Zukunft benötigt.

Britische Automobilindustrie floriert

Der britischen Automobilindustrie geht es seit mehreren Jahren glänzend. Im Jahre 2012 wurden nach Angaben des Branchenverbandes, der Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT), insgesamt 1,58 Millionen Fahrzeuge hergestellt. Die meisten Werke sind seit geraumer Zeit voll ausgelastet. 80 Prozent der Produktion werden exportiert. Derzeit ist das Land nach Deutschland und Frankreich der drittgrößte Automobilhersteller in Europa.  Regierung wie Industrie gehen davon aus, in zwei bis drei Jahren Frankreich überholen zu können nachdem in den britischen Werken binnen der zurückliegenden zwei Jahre rund sieben Millionen Euro investiert worden sind.

Die britische Autoindustrie hat sich von ihrer Krise erholt. Gerade in der Oberklasse setzen britische Hersteller und Designer Maßstäbe. Im Bild eine Designstudie des Royal College of Art auf Basis eines Jaguar E-Type zur Clerkenwell Design Week im Mai 2013 in London.

Die britische Autoindustrie hat sich von ihrer Krise erholt. Gerade in der Oberklasse setzen britische Hersteller und Designer Maßstäbe. Im Bild eine Designstudie des Royal College of Art auf Basis eines Jaguar E-Type zur Clerkenwell Design Week im Mai 2013 in London.

Foto: Jaguar

Maßgeblich beteiligt sind Jaguar Land Rover, Nissan, Toyota und BMW, die allesamt nicht nur ihre Kapazitäten ausweiten, sondern zugleich die Fertigung auf immer höherwertigere Fahrzeuge ausdehnen, während der Bau einfacherer Typen schon seit geraumer Zeit aufgegeben worden ist. Hinzu kommen noch die umfangreichen Investitionen der Fahrzeug- und Motorenbauspezialisten, die etwa wie Williams oder McLaren Formel 1 Rennfahrzeuge entwickeln und bauen.

Schon mittelfristig sind neue Motorenarten unumgänglich

Aber schon mittelfristig sieht die Regierung als unumgänglich an, dass es gelingt, neue Antriebsaggregate zu entwickeln, um den Schadstoffausstoß drastisch zu reduzieren. Da es in der Branche ganz unterschiedliche Meinungen dazu gibt, ob die Zukunft wohl beim Elektroantrieb, einem Hybrid-System oder bei Wasserstoff-getriebenen Motoren liegen wird, soll sich das neue Motoren-  Entwicklungszentrum nicht von vornherein auf nur eine dieser verschiedenen Antriebsarten festlegen. Dabei spielt aus der Sicht der Regierung auch eine Rolle, dass es keineswegs nur um Motoren für die im Land selbst hergestellten Fahrzeuge geht. Derartige Motorenentwicklungen lassen sich auch gut exportieren.

In den Autowerken konkurrieren Briten, Deutsche, Japaner und Inder

Zu den Charakteristika der Entwicklungsteams in den britischen Automobilfirmen und bei ihren Zulieferern gehört, dass hier eine ungewöhnliche internationale Mischung von Ingenieuren gegeneinander ankämpft – und dann auch wieder zusammenarbeitet. Neben Briten sind das als Konsequenz der unterschiedlichen Besitzverhältnisse der großen, modernen Werke vor allem Deutsche, Japaner und Inder. Nissan beispielsweise nimmt in Kürze die Fertigung des Elektroautos „Leaf“ in Sunderland auf. Zugleich sollen von 2015 dort auch die „Infiniti“ – Oberklassenfahrzeuge gebaut werden. In beiden Fällen ist Sunderland das einzige Werk, das dies außerhalb Japans darf.

Von Peter Odrich
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