Mobilitätssysteme entwickeln 01.08.2014, 13:19 Uhr

Fraunhofer: Wir müssen uns gegen Googles Autopläne behaupten

Wenn die deutsche Autoindustrie ihre führende Stellung in der Welt auch in Zukunft behaupten will, muss sie sich klar gegen Google zur Wehr setzen und ihre Kompetenz in Sachen Mobilität und Internet ausbauen. 

Autonomes Google-Auto: Hubert Lakner, Vorsitzender des Fraunhofer-Verbundes Mikroelektronik, fordert die deutsche Autoindustrie auf, sich stärker gegen Google zu wehren.

Autonomes Google-Auto: Hubert Lakner, Vorsitzender des Fraunhofer-Verbundes Mikroelektronik, fordert die deutsche Autoindustrie auf, sich stärker gegen Google zu wehren.

Foto: dpa/Google

„Wenn wir uns bei der Herausforderung Mobilität der Zukunft nicht besinnen, dann könnte es sein, dass wir in zehn Jahren unser Mobility-Paket bei Google kaufen müssen“, warnt Hubert Lakner, Vorsitzender des Fraunhofer-Verbundes Mikroelektronik, in der Wochenzeitung VDI nachrichten.

Wir müssen das Auto selbst internetfähig machen 

„Google fängt selbst schon an, Autos zu bauen. Das heißt, damit ist eine Kernwirtschaft Europas in Gefahr. Deshalb müssen wir diese Kompetenzen aufbauen“, rät Lakner, Mitglieder der Electronics Leaders Group (ELG), in der sich die Chefs der acht größten europäischen Halbleiter-Unternehmen, Ausrüster und Entwickler sowie die drei größten Forschungsorganisationen der EU zusammengeschlossen haben. „Wir müssen die wertvollen Produkte, die wir entwickeln, internetfähig gestalten und die Möglichkeit, nicht nur ein Auto, sondern gesamte Mobilitätspakete kaufen zu können, in Angriff nehmen.“

Deutschland kann seinen Rückstand in der Elektronik aufholen

Allerdings ist Lakner überzeugt, dass Europa seinen Rückstand in der Mikroelektronik gegenüber den führenden Nationen Japan, Südkorea und den USA aufholen kann. Es gehe darum „wirklich komplette Wertschöpfungsketten zu besetzen“, so Lakner. „Wir werden nur damit wieder an die Weltspitze zurückkehren können. Ein Chip selbst ist relativ günstig zu beschaffen. Wenn Sie ihn aber zu einem System und einem Endprodukt veredeln können, haben Sie weit mehr wirtschaftlich gewonnen.“

Hier müsse Europa seine Stärken in der Automobilindustrie ausspielen, aber auch in der Industrie 4.0. Auch in der Medizintechnik sieht Lakner große Potentiale. „Mit einem iPhone-artigen Gerät könnten Sie – wenn die Datenhoheit stimmt – die Kontrolle über Ihren eigenen Gesundheitszustand haben.“

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