Frau und Auto 03.07.2009, 19:41 Uhr

Frauen lieben das „Natural Feeling“  

Weibliche Autokäufer werden immer zahlreicher. Offensichtlich ist dieser Tatbestand für Werbung und Hersteller kein ausreichender Grund, sie entsprechend zu würdigen. Dennoch wächst das Selbstvertrauen der Käuferinnen, sich vom Mann nicht mehr aufdrängen zu lassen, welches Fahrzeug denn nun „geeignet“ für sie ist. An der Hochschule Niederrhein geht man das Thema standesgemäß wissenschaftlich an. VDI nachrichten, Düsseldorf, 3. 7. 09, ws

Gibt es das typisch „weibliche“ Auto? Entscheidet eine Frau nach wesentlich anderen Kriterien als ein Mann, wenn es um die Attraktivität eines Autos geht?

Die Antwort: Bei der Bewertung eines Autos kommt es nicht allein auf das Geschlecht, sondern immer häufiger auch auf die Lebenswelt an, aus der heraus der Mensch das Mobil betrachtet. Weibliche Vorlieben sind immer noch feststellbar, nur hat sich die Palette erheblich erweitert. „Frauen, die Karriere machen wollen, gut verdienen und kinderlos sind, haben einen ähnlichen Autogeschmack wie ihre männlichen Kollegen“, hat Doris Kortus-Schultes, Wirtschaftswissenschaftlerin an der Hochschule Niederrhein und Leiterin des Kompetenzzentrums „Frau und Auto“, in einer Studie zu Stil-Vorlieben von Autokäuferinnen herausgefunden. Diese Businessfrauen brauchen sich nicht vor Männern zu verstecken, wenn sie über Leasingraten und Motorenstärken diskutieren. Sie repräsentierten ein kleines, aber an Umfang und Bedeutung stetig wachsendes Marktsegment.

Die Studienbefunde zeigen, dass Frauen als Autokäufer nicht mehr in eine Schublade zu stecken sind, sie aber dennoch typisch weibliche Vorlieben haben. „Für Frauen sind Farben wichtig, sie mögen es bunt, während die Größe des Wagens eine untergeordnete Rolle spielt. Ihnen bricht kein Zacken aus der Krone, wenn sie einen Kleinwagen fahren“, erläutert Doris Kortus-Schultes.

Das habe nichts mit mangelndem Selbstvertrauen oder Bescheidenheit zu tun. „Die Frauen sind selbstbewusster geworden und lassen sich nicht von einem Mann in ein von ihm ausgesuchtes Mobil pressen“, meint die Professorin.

Das Selbstvertrauen ist ebenso gestiegen wie die Bedeutung der Frau für den hiesigen Automarkt: Der Anteil der weiblichen Pkw-Halterinnen ist in Deutschland seit 1984 von 16 % auf das historische Hoch von heute 39 % gestiegen. 13 Mio. Autos gehören heute Frauen. 93,6 % aller Frauen im Alter zwischen 30 und 39 Jahre haben den Führerschein

Entwicklung und Klientel haben die Medien bislang noch nicht ausreichend Rechnung getragen. Womöglich scheuen sie vor einem schwierigen Balance-Akt. „Denn Männer sehen sich gerne als Helden, die mit vielen Pferdestärken neue Horizonte erobern. Da passt ein ,Girlie-Image“ bei der Autowerbung nicht ins Weltbild. Es ist eben problematisch, eine neue Zielgruppe zu bedienen, ohne die alte zu verärgern.“

Schwer in die Gänge kämen auch die Premiumhersteller. „Bei Audi, BMW, Mercedes und Porsche ist die Frau klar nachrangig“, weiß Doris Kortus-Schultes. Bei „Volumenherstellern“ mit ihrer großen Angebotspalette sehe das anders aus. Ford, Opel und VW seien den Trends auf der Spur.

Die Vorbilder aber seien im Ausland zu suchen. „Die französischen und japanischen Hersteller sind früher wach geworden und haben die wachsende Klientel mit viel Fantasie bedient. Bunte und raffinierte Stoff-Farbkombinationen im Innenraum zeugen davon, wie sehr sich diese Unternehmen der wachsenden weiblichen Konsumentenzahl angenommen haben.“

Die Umfrage zu den Stil-Vorlieben von Frauen brachte sowohl ein eindeutiges Bekenntnis zum Cabrio als auch zum Stil-Mix, der sich nicht auf einen bestimmten Typ festlegt. Mit 28,2 % der Stimmen rangiert das Ford Focus Cabrio an der Spitze der sieben vorgelegten Design-Stile. „Das Cabrio symbolisiert Sinnlichkeit, das ,Natural Feeling“, die Sonne auf der Haut brennen zu lassen“, interpretiert Doris Kortus-Schultes die Entscheidung der Befragten.

Erstaunt ist die Professorin über den zweiten Platz. Beim Maybach Excelero (14,6 % der Stimmen) zeige sich das gestiegene Selbstvertrauen der Business-Frauen mit Hang zur Extravaganz. Das „Bullerbü-Syndrom“ folgt als Nummer drei. Der VW-Bus steht für Geräumigkeit, Reiselust und Familie. Für den „Bulli“ stimmten 14,1 % der Befragten. Auf den weiteren Rängen folgen der Peugeot 4007 (12,6 %), der Electric Lightning GT (10,7 %) sowie der Ford Mustang Shelby (10,2 %).

Eine Randnotiz: Die Queen taugt nicht zur Werbeträgerin. Ihr favorisiertes Modell, der Rolls Royce Phantom, fiel bei den meisten der 206 befragten Frauen aller Altersklassen durch und landete mit 8,7 % auf dem letzten Platz.

WOLFGANG SCHMITZ

Von Wolfgang Schmitz
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