Automobilbau 11.12.1998, 17:20 Uhr

Europas grösster Ersatzteil-Stern leuchtet über Pulheim

Das erste von nur noch acht Eurologistik Centern (ELC) hat DaimlerChrysler jetzt in der Nähe von Köln eröffnet. Während die Reorganisation der Teileversorgung des Konzerns andernorts zu Lagerschließungen führt, soll Köln das umsatzstärkste Center werden und bis zum Jahr 2000 etwa 100 neue Arbeitsplätze entstehen.

Zehn Tage nach der Fusion der starken Partner DaimlerChrysler war für Dr. Gert Schardey „Day One“. Der Leiter des ersten Eurologistik Centers für Mercedes-Benz-Teile konnte zur Eröffnung Ende November den Beginn einer „neuen logistischen Epoche“ in Pulheim einläuten. Bislang 70 Mio. DM seien investiert worden, um die bereits vorhandene Lagergrundfläche auf 58 000 m2 zu verdoppeln und die „modernste Fördertechnikanlage in Europa“ zu schaffen.
„Bis zum Jahr 2000 wird hier das größte von acht Eurologistik Centern (ELC) mit einem Umsatz von 1,5 Mrd. DM entstehen“, hob Dr. Dieter Zetsche anläßlich der Eröffnungsfeier hervor. „Durch die Verdichtung unserer europäischen Teilelogistik“, so das für den Mercedes-Benz-Vertrieb zuständige DaimlerChrysler-Vorstandsmitglied, „erzielen wir zwei wesentliche Effekte. Erstens die Verbesserung der Teileversorgung für unsere Kunden und zweitens die Steigerung der Effizienz der Ersatzteilauslieferung. Das ist nach Schardeys Ansicht auch notwendig, da die Konkurrenz durch den freien Teilehandel dem ELC-Chef schon „Kopfzerbrechen bereitet habe.
Zetsche: „Es wird immer schwieriger, sich im Produkt meßbar vom Wettbewerb zu differenzieren.“ Das gehe nur im Gesamtpaket „After-Sales-Service plus Neue Dienstleistungen“. Dabei orientiere sich die Ersatzteilversorgung nicht mehr an nationalen Grenzen, sondern an den grenzenlosen Wünschen der Kunden.
Innerhalb der nächsten zwei Jahre führt die von DaimlerChrysler angestrengte Neuausrichtung zu einer Konzentration der bislang 21 Standorte auf nur noch acht. Statt „jedem Regionalfürsten sein eigenes Lager“ zu lassen, wie es Zetsche ausdrückte, habe man sich für ein ganzheitliches Konzept entschieden, das neben Köln nur noch sieben weitere Standorte (Hannover, Nürnberg, Reutlingen, Miralcampo/Spanien+Portugal, Etoille/Frankreich, Millton-Keynes/England+Irland, Capena/Italien) vorsieht. Das ELC in Pulheim wird das umsatzstärkste in Europa (heute 670 Mio. DM, künftig 1,5 Mrd. DM).
Das ELC lagert alle Teile aus dem Pkw- und Nfz-Bereich, die jährlich mehr als dreimal nachgefragt werden. Nach den Angaben von Schardey stehen derzeit etwa 90 000 Positionen vor Ort zur Verfügung, bis zum Jahr 2000 sollen die Beschäftigten bereits auf rund 150 000 verschiedene Teile direkt zugreifen können. Meist im Nachtsprung – die Lkw treffen im ELC Köln gegen 18 Uhr ein und verlassen mit Ersatzteilen beladen etwa um 21 Uhr wieder das Zentrum – werden derzeit über 200 Lieferadressen innerhalb von maximal 24 h bedient. Der Mitarbeiterstamm in Pulheim soll von heute 270 Personen bis zum Endausbau auf etwa 360 anwachsen. Sie sollen die pünktliche Belieferung der ab Mitte nächsten Jahres bereits über 630 Lieferadressen in Deutschland, Luxembourg, Niederlande, Belgien und Nordfrankreich sicherstellen.
Das neue Eurologistik Center wird vom Globallogistik-Center (GLC) in Germersheim beliefert. Es hält auf 560 000 m2 normierter Lagerfläche (inklusive Hochregallagerfläche) mit 400 000 unterschiedlichen Teilen nahezu alles abrufbereit was die Mercedes-Benz-Kunden ordern. Derzeit kommen in Köln täglich etwa zehn optimiert beladene Brummis zur ELC-Versorgung an, bis Mitte des nächsten Jahres sollen es 25 sein. Täglich nahezu 30 Lkw verlassen mit durchschnittlich 17 000 Bestellpositionen an Bord das Lager. Bis Mitte 1999 soll die ELC-Kapazität auf 100 Lkw und rund 40 000 Bestellpositionen anwachsen. Schardey: „Wir bieten einen Service wie die Apotheken, nur daß die Ware gebracht wird und nicht abgeholt werden muß“. Spediteure mit Mercedes-Lkw übernehmen nach den Worten des ELC-Chefs den Transport, die Bahn wäre dazu im Moment noch zu unflexibel.
J. SIEBENLIST

Von J. Siebenlist
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