Was tut sich bei Tesla? 05.03.2019, 07:00 Uhr

Elon Musk kündigt neuen SUV an

Trotz technischer und finanzieller Schwierigkeiten versprüht Elon Musk Optimismus. Der Tesla-Chef will am 14. März einen Elektro-SUV vorstellen. Im Model Y soll erprobte Technologie zum Einsatz kommen.

Logo auf einer Ladesäule von Tesla

Ladestation von Tesla. Der US-Konzern hat große Pläne.

Foto: swisshippo / Panthermedia.net

Tesla wird am 14. März in Los Angeles seinen Crossover-SUV „Model Y“ vorstellen, verkündete CEO Elon Musk via Twitter – also zeitgleich mit dem Internationalen Automobil-Salon in Genf. Das neue Elektroauto wird Teslas fünftes Modell seit Gründung des Unternehmens im Jahr 2003 sein.

Drei Viertel der Technik stammen von Model 3

Musk bemüht sich offensichtlich, sein neues Fahrzeug schnell auf den Markt zu bringen. Das Model Y wird etwa 75 Prozent seiner Teile vom Model 3, dem derzeit preisgünstigsten Auto von Tesla, übernehmen. Musk sagte, Model Y werde etwa zehn Prozent größer und zehn Prozent teurer als Model 3. Von einer geringeren Reichweite ist ebenfalls die Rede. Entgegen früheren Statements des CEOs kommen die bekannten „Falcon Wing“-Türen nicht zum Einsatz. Tesla werde Musk zufolge bald Testfahrten anbieten. Es scheint schon einige Prototypen der Serienfertigung zu geben.

Zum Design seines neuesten „Familienmitglieds“ äußert sich Musk momentan nicht. Tesla hat nur eine stilisierte Schwarzweiß-Silhouette veröffentlicht, obwohl es das endgültige Design Ende letzten Jahres verabschiedet hat und das Unternehmen bereits seit Jahren über das Auto spricht. Im Jahr 2015 twitterte Musk den Namen „Modell Y“, bevor er seinen Tweet schnell löschte: ein Marketing-Gag?

Neue Power-Ladestationen

Musk schrieb auf Twitter außerdem, dass die dritte Version seiner „Supercharger“-Ladestation bald verfügbar sei. Sie soll Autos mit einer Leistung von 350 Kilowatt oder mehr aufladen, denn die Konkurrenz schläft nicht. Porsche will ebenfalls 350-Kilowatt-Ladegeräte für seine elektrische Sportwagenserie entwickeln. Und Volkswagen hat bereits damit begonnen, ein Netz von Ladestationen unter der Marke Electrify America mit Leistungen zwischen 150 und 350 Kilowatt aufzubauen. Derzeit erhältliche Supercharger von Tesla haben eine Höchstleistung von 145 Kilowatt.

Löst Tesla bekannte Probleme mit dem Autopiloten?

Ingenieure dürfen auf die weitere Entwicklung gespannt sein, denn technische Probleme gibt es immer wieder. Anfang März fuhr ein Tesla Model 3 unter einen Lastwagen-Anhänger, der Autofahrer starb. Kurze Zeit später nahmen Experten des National Transportation Safety Board (NTSB) ihre Ermittlungen auf. Sie haben noch keinen Abschlussbericht vorgelegt, berichten aber, der Tesla sei vom Assistenzsystem „Autopilot“ gesteuert worden.

Der aktuelle Unfall erinnert stark an ein Szenario aus dem Mai 2016. Damals war ein Model S von Tesla involviert. Sein Autopilot erkannte einen Lastwagen nicht, der eine Kreuzung überquerte. Auch hier starb der Autofahrer. Tesla kam zu dem Ergebnis, möglicherweise habe das „Autopilot“-System die weiße Seite des Anhängers vor dem Hintergrund eines hellen Himmels nicht erkannt oder für ein Autobahn-Schild gehalten. Damals hatte die NTSB keine technischen Defekte am Wagen gefunden. Jetzt ist Musk unter Zugzwang geraten. Er wird zeigen müssen, dass sein neues Model Y keine Kinderkrankheiten hat.

Die Börse bleibt skeptisch

Den CEO plagen noch andere Sorgen. Letzten Freitag ist die Tesla-Aktie kräftig unter Druck geraten. Das lag aber nicht am Unfall, sondern an der Fälligkeit von Wandelanleihen im Volumen von 920 Millionen US-Dollar. Hierbei handelt es sich um Anleihen, die nach Ende ihrer Laufzeit entweder in Form von Aktien oder als Barauszahlung zurückzugeben sind. Um die Wandelanleihe – wie von Musk erhofft – zur Hälfte in Aktien umzuwandeln, hätte die Tesla-Aktie längerfristig über einem Kurs von 359,87 Dollar liegen müssen. Das Ziel wurde deutlich verfehlt. Deshalb musste Tesla knapp ein Viertel seines Barbestands opfern. Weitere Wandelanleihen sind bis 2021 (1,31 Milliarden US-Dollar), bis 2022 (977 Millionen US-Dollar) sowie bis 2025 (1,8 Milliarden US-Dollar) fällig.

Doch Musk ist um Antworten bekanntlich nicht verlegen. Er hat in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass sein Konzern künftig zu einem Online-Verkaufsmodell übergehen werde. Geplant sei außerdem, „viele“ seiner Filialen auf der ganzen Welt zu schließen und eine unbekannte Anzahl von Angestellten zu entlassen. Bei Twitter denkt Musk auch darüber nach, Teile seiner Produktion mittelfristig nach Shanghai zu verlagern. Zu Beginn soll der Wagen jedenfalls in Reno, Nevada, vom Band rollen.

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