Umweltbehörde EPA sauer 03.11.2015, 12:13 Uhr

Dieselgate: Auch 3-l-Motoren im Porsche Cayenne und Audi A8 manipuliert?

Der VW-Abgasskandal weitet sich aus: Angeblich steckt die Manipulationssoftware auch in 3-l-Motoren von Porsche und Audi. Der VW-Konzern bestreitet das. 

Porsche Cayenne S bei einem Härtetest in Spanien: Jetzt sollen auch die Dieselmotoren mit 3 l Hubraum von den VW-Manipulationen betroffen sein, die auch im Cayenne und den großen Audis eingebaut werden.

Porsche Cayenne S bei einem Härtetest in Spanien: Jetzt sollen auch die Dieselmotoren mit 3 l Hubraum von den VW-Manipulationen betroffen sein, die auch im Cayenne und den großen Audis eingebaut werden.

Foto: Porsche

Die US-Umweltbehörde EPA hat neuen Zunder ins Feuer des VW-Abgasskandals gegeben: Sie wirft VW vor, die Manipulationssoftware auch bei den Sechszylinder-Dieselmotoren mit 3,0 l Hubraum eingesetzt zu haben. Damit erreicht der Skandal nun auch die VW-Töchter Porsche und Audi, die 3,0-l-Motoren in folgenden Modellen einsetzen: Porsche Cayenne (2015), Audi A6 quattro, A7 quattro, A8, A8 L und Q5 (2016). Der manipulierte Motor, der erlaubte EPA-Grenzwerte angeblich um das Neunfache übertrifft, steckt außerdem im VW Touareg.

Angeblich sind 10.000 Fahrzeuge mit 3,0 l Motoren betroffen

Die EPA zeigt sich wütend: „VW hat einmal mehr seine Verpflichtungen missachtet, sich an die Gesetze zu halten, welche saubere Luft für alle Amerikaner sichern“, schimpft EPA-Chefin Cynthia Giles in einer Mitteilung. Die Umweltbehörde hatte den Skandal Mitte September ins Rollen gebracht.

Sie fand heraus, dass eine Software Emissionswerte schönt, sobald sich VW-Dieselautos mit dem Motor EA 189 in Testsituationen befinden. Bislang waren Fahrzeuge mit 1,2, 1,6 und 2,0 l Hubraum betroffen. Sofern die neuen Vorwürfe stimmen, sind in den USA weitere 10.000 Autos mit 3,0 l Motor ab dem Modelljahr 2014 betroffen.

VW und Porsche weisen Vorwürfe zurück

Der VW-Konzern gibt sich unschuldig: „Die Volkswagen AG betont, dass keine Software bei den 3-Liter V6-Diesel-Aggregaten installiert wurde, um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern“, teilte der Autobauer mit. VW werde mit der EPA vollumfänglich kooperieren, um den Sachverhalt rückhaltlos aufzuklären. Porsche selbst hat zurückgewiesen, in den Skandal verwickelt zu sein. Laut einem Bericht von n-tv sagte ein Porsche-Sprecher, man habe die Vorwürfe zur Kenntnis genommen und werde sie nun prüfen.

Auch im Audi A6 quattro wurde der 3-l-Dieselmotor eingebaut, der nach Meinung der amerikanischen Umweltbehörde EPA ebenfalls manipuliert wurde.

Auch im Audi A6 quattro wurde der 3-l-Dieselmotor eingebaut, der nach Meinung der amerikanischen Umweltbehörde EPA ebenfalls manipuliert wurde.

Quelle: Audi

Rückruf: Fahrzeughalter könnten auf Kosten sitzen bleiben

Für Fahrzeughalter könnte es unschön werden, wenn VW ab Januar 2016 in Deutschland 2,4 Millionen Diesel-Autos zur Umrüstung in die Werkstatt schickt. Denn der Konzern sei nicht verpflichtet, sämtliche Folgekosten der Umrüstung zu tragen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Rechtsgutachten, das die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Auftrag gegeben hat.

Demnach könnten Fahrzeughalter auf Kosten für Ersatzwagen oder Verdienstausfälle sitzen bleiben. In den Augen von vzbv-Vorstand Klaus Müller ist das nicht hinzunehmen, Volkswagen müsse als Verursacher auch Folgekosten tragen. „Verbraucher dürfen nicht auf dem Schaden sitzen bleiben, den ihnen Volkswagen beschert hat.“ Die vzbv fordert das Kraftfahrt-Bundesamt deswegen zu einer entsprechenden Anordnung auf.

 

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

Stellenangebote im Bereich Fahrzeugtechnik

Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen-Firmenlogo
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen ADAS Engineer Sensorics (m/w/d) Schwieberdingen bei Stuttgart
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen-Firmenlogo
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen Ingenieur für Systemtest und Fahrversuch (m/w/d) Schwieberdingen bei Stuttgart
Jungheinrich AG-Firmenlogo
Jungheinrich AG Systemingenieur (m/w/d) Fahrzeugelektrifizierung Region DACH
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen-Firmenlogo
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen System and Requirements Engineer (m/w/d) Schwieberdingen bei Stuttgart
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen-Firmenlogo
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen System Engineer Bremssysteme für automatisiertes Fahren (m/w/d) Schwieberdingen bei Stuttgart
Dynamic Engineering GmbH-Firmenlogo
Dynamic Engineering GmbH Ingenieur / Techniker Versuch (m/w/d) – Automotive / Rail / Luft- und Raumfahrt München
XCMG European Research Center GmbH-Firmenlogo
XCMG European Research Center GmbH Ingenieur als Experte (m/w/d) für Integration neuer Technologien an Baggern Krefeld
Bundespolizeiakademie-Firmenlogo
Bundespolizeiakademie Ingenieure (m/w/d) bzw. Hochschulabsolventen zur Verwendung als Polizeirätin/Polizeirat (m/w/d) deutschlandweit
A. KAYSER AUTOMOTIVE SYSTEMS GmbH-Firmenlogo
A. KAYSER AUTOMOTIVE SYSTEMS GmbH Produktentwickler (m/w/d) Ventile Einbeck
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Stadtwerke München GmbH Expert*in Brandschutz (m/w/d) München

Alle Fahrzeugtechnik Jobs

Top 5 Fahrzeugba…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.