ERSTE FRAU AN DER SPITZE 11.12.2013, 15:16 Uhr

Die Ingenieurin Mary Barra wird Chefin von GM

General Motors, der zweitgrößte Autobauer der Welt, ist der erste Autokonzern, der von einer Frau gelenkt wird. Die Ingenieurin Mary Barra, 51 Jahre alt und seit 30 Jahren bei dem Autobauer beschäftigt, übernimmt im Januar das Ruder und löst Jan Akerson als CEO ab. Dieser Führungswechsel könnte für die Tochter Opel noch härtere Zeiten bringen.

Die designierte GM-Chefin Mary Barra war zuletzt für die Produktentwicklung des Konzerns verantwortlich. Ihr Credo: "Keine weiteren Schrottkarren."

Die designierte GM-Chefin Mary Barra war zuletzt für die Produktentwicklung des Konzerns verantwortlich. Ihr Credo: "Keine weiteren Schrottkarren."

Foto: GM

Es war eine wegweisende Woche für GM: Erst am Montag verkaufte der US-Staat, der den Autobauer mit zehn Milliarden Dollar gerettet hatte, seine letzten Anteile. Kurz darauf wurde bekannt, dass die Elektroingenieurin Mary Barra im Januar Dan Akerson als CEO ablösen wird. Der bisherige Chef hatte seinen Rückzug wegen einer schweren Erkrankung seiner Frau angekündigt.

Akerson hinterlässt einen insgesamt profitablen Konzern. Für 2012 hat GM zum dritten Mal einen operativen Jahresgewinn ausgewiesen. Sorgenkinder bleiben allerdings die europäischen Töchter Opel und Vauxhall, die weiterhin Verluste in Milliardenhöhe schreiben. Im Bochumer Werk läuft die Autoproduktion Ende 2014 aus, rund 2500 Menschen verlieren ihren Job. Manche Branchenkenner erwarten nun, dass die Zeiten für Opel unter der Chefin Barra noch härter werden. Denn sie hat sich nie so deutlich zu den Töchtern in Europa bekannt wie Stephen Girsky, der lange als Favorit auf die Nachfolge Akersons galt. Girsky wird GM im Frühjahr verlassen.

Barra ist mit Opel vertraut

Andere Beobachter sehen allerdings auch einen Hoffnungsschimmer für Opel, denn Barra ist Ingenieurin und weiß die Entwicklungsstärke bei der deutschen Traditionsmarke zu schätzen. Akerson hat sich intern offenbar für Barra stark gemacht, weil GM sich nach der Sanierung vor allem auf konkurrenzfähige, moderne Produkte konzentrieren sollte. Und Modernität strahlt schon die Tatsache aus, dass mit Barra erstmals eine Frau an der Spitze eines großen Autobauers steht.

Die Elektroingenieurin Mary Barra wird im Januar Dan Akerson als GM-Chef ablösen. Sie ist die erste Frau an der Spitze eines großen Autobauers.

Die Elektroingenieurin Mary Barra wird im Januar Dan Akerson als GM-Chef ablösen. Sie ist die erste Frau an der Spitze eines großen Autobauers.

Foto: GM

Hoffnung hat Opel auch deshalb, weil Girsky gerade erst das Aus für die GM-Billigmarke Chevrolet in Europa verkündet hat. Ende 2015 wird die Marke vom europäischen Markt verschwinden, was wiederrum Opel stärkt. Denn Chevrolet hat der Schwestermarke Opel mit baugleichen, aber günstigeren Opel-Modellen Konkurrenz gemacht. So ist der Chevrolet Trax, eine Kopie des Erfolgsmodells Mokka, 2000 Euro billiger. Chevrolet hat derzeit einen Marktanteil von einem Prozent in Europa. Kunden, die Opel gewinnen kann.

Elektroingenieurin heuerte schon als Studentin bei GM an

Die neue Konzernchefin Barra ist 51 Jahre und Mutter von zwei Töchtern. Als Studentin begann sie 1980 schon bei GM, schloss Studiengänge in Elektrotechnik und Betriebswirtschaft ab, wurde später Personalchefin und war zuletzt als Vizepräsidentin für den weltweiten Vertrieb und die Produktentwicklung verantwortlich. Mit der Situation bei Opel ist sie als Mitglied eines Kontrollgremiums, das die europäischen Töchter lenkte, längst vertraut.

Abneigung gegen Bürokratie

Ein Charakterzug, der Barra auf den Chefposten verholfen hat, ist ihre Neigung zu schlanken Strukturen und ihre Abneigung gegen Bürokratie. Der gewaltige Apparat des Autokonzerns mit 350.000 Mitarbeitern weltweit gilt als einer der Hauptgründe für den Absturz von GM. Der Autobauer hat in den vergangenen Jahren die Entwicklung und Produktion neuer Modelle deutlich beschleunigt – auch das gilt als ein Verdienst von Mary Barra. Ihr Motto hieß: „Keine weiteren Schrottkarren.“

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