IAA 2013 11.09.2013, 14:26 Uhr

Die größte Automesse der Welt mit Ausstellerrekord

Mit einem neuen Ausstellerrekord und 159 Weltpremieren startet die Internationale Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt am Donnerstag. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die weltgrößte Automobilschau am Mittwochabend offiziell eröffnen. Neben neuen Modellen stehen vor allem die Themen Elektromobilität und autonomes Fahren im Mittelpunkt.

Eine Million Besucher erwartet die IAA in diesem Jahr. In Frankfurt stellen 1098 Unternehmen aus und präsentieren 159 Weltneuheiten.

Eine Million Besucher erwartet die IAA in diesem Jahr. In Frankfurt stellen 1098 Unternehmen aus und präsentieren 159 Weltneuheiten.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Gutes Schuhwerk sollte tragen, wer die 65. Ausgabe der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt erlaufen will, die am Donnerstag, den 12. September öffnet und am 22. September endet. Es ist ein Parcours von rund 20 Kilometern zu den 1098 Ausstellern und 159 Weltpremieren auf der größten Automesse der Welt. „Nirgendwo sonst gibt es mehr Weltpremieren, mehr Hersteller, mehr Zulieferer, mehr Innovation“, verspricht Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Ausrichter der IAA.

Elf Hallen mit insgesamt 230.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche sind in diesen zehn Tagen dem Automobil gewidmet. Der Slogan für dieses Jahr: „Die automobilste Show der Welt“. Bis zu einer Million Besucher werden in Frankfurt erwartet, vor zwei Jahren kamen 928 000. Von den 1098 Ausstellern kommen 42 Prozent aus dem Ausland, vor zwei Jahren waren es erst 32 Prozent. Die größte ausländische Ausstellergruppe stellen die asiatischen Unternehmen. Allein 129 Unternehmen kommen aus China.

Es begann 1897 in Berlin mit acht Motorwagen

Diese automobilste Show der Welt hat vor 116 Jahren sehr bescheiden begonnen: Es waren gerade einmal acht Motorwagen, die 1897 im Berliner Hotel Bristol der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Das Interesse der Öffentlichkeit hat seit dieser Initialzündung in Sachen Automobil ziemlich zugenommen. Seit 1991 ist die IAA eine zweigeteilte Veranstaltung. In ungeraden Jahren, wie in diesem, dreht sich in Frankfurt alles um die Neuheiten bei den Personenkraftwagen. In geraden Jahren läuft die IAA für die Nutzfahrzeuge in Hannover.

Das Modell eines Unterwasserautos auf der IAA: Grundlage für diese Masterarbeit des Studenten Daniel Zingle ist die Idee, dass im Jahr 2060 die Tiefsee mit Forschungsstation überzogen ist, deren Verbindung sich mit Hilfe solcher Fahrzeuge realisieren ließe.

Das Modell eines Unterwasserautos auf der IAA: Grundlage für diese Masterarbeit des Studenten Daniel Zingle ist die Idee, dass im Jahr 2060 die Tiefsee mit Forschungsstation überzogen ist, deren Verbindung sich mit Hilfe solcher Fahrzeuge realisieren ließe.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Und sie hat schon immer Trends gesetzt, die IAA: So gab es bei der letzten Frankfurter IAA mit der „Halle der Elektromobilität“ die erste ihrer Art auf einer Automobilmesse, ein Fachkongress Elektromobilität feierte IAA-Premiere. Zwei Jahre später ist das Thema Elektromobilität ein Flächenthema der Ausstellung. BMW präsentiert seinen i3, einen auf Karbonbasis aufgebauten Elektroflitzer. BMW hat für den Einstieg in das Elektro-Zeitalter ein ganz eigenes, ganz neues Fahrzeug konstruiert. Material, Design und Antrieb – alles ist neu, denn in München hält man wenig davon „vorhandene Modelle einfach zu elektrifizieren“. Für den i3 ist deshalb eine völlig neue Produktionsstätte im Werk Leipzig aufgebaut worden.

Neben den i3 sind vor allem die beiden Elektroversionen des VW Up und des Golf die Stars der IAA, weil man sich von beiden Autos einen Durchbruch der Elektromobilität erhofft.

Trend zum autonomen Fahren

Fahren lassen kann man vielleicht schon bald im Mercedes S 500 mit der Zusatzbezeichnung Intelligent Drive. Dieses Forschungsfahrzeug, das Mercedes auf der IAA präsentiert, ist im August dieses Jahres eine rund 100 Kilometer lange Strecke zwischen Mannheim und Pforzheim völlig autonom gefahren. Damit ist dem Stuttgarter Autohersteller als erstem Hersteller eine autonome Langstreckenfahrt im Überland- und Stadtverkehr gelungen.

Transparentes Auto aus Acryl des Sicherheitsherstellers Thompson Ramo Wooldridge auf der IAA in Frankfurt.

Transparentes Auto aus Acryl des Sicherheitsherstellers Thompson Ramo Wooldridge auf der IAA in Frankfurt.

Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Möglich macht diese automobile Sensation eine Kombination vieler verschiedener Sensoren. Zwei zusätzliche Fernbereichsradare können im Kreuzungsbereich von links und von rechts kommende Fahrzeuge frühzeitig orten. Zudem beobachtet ein Fernbereichsradar das Verkehrsgeschehen hinter dem Auto. Vier weiter Nahbereichsradare sichern die nähere Umgebung des Fahrzeugs und andere Verkehrsteilnehmer.

In 3,2 Sekunden auf Tempo 100

Wer sich in den Porsche 918 Spyder setzt und die Antriebskräfte fordert, sollte seine Hände allerdings tunlichst fest um das Lenkrad des Sportwagens klammern. Der Bolide von Porsche beschleunigt in sagenhaften 3,2 Sekunden auf Tempo 100, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 320 km/h und schafft die Nordschleife des Nürburgrings in weniger als 7 Minuten und 30 Sekunden. Möglich machen das stolze 887 Pferdestärken.

Trotzdem punktet dieser Sportwagen mit einem Kohlendioxidausstoß von unter 70 Gramm pro Kilometer, oder rund 3 Liter Kraftstoffverbrauch auf 100 Kilometern. Das ist weit unter Kleinwagen-Niveau und lässt staunen. Möglich macht diesen Spagat zwischen Leistung und Umweltbewusstsein der Einsatz von gleich zwei Elektromotoren – je einer an Vorder- und Hinterachse – mit zusammen 210 Kilowatt. Diese Strommotoren unterstützen den V8-Hochdrehzahlmotor mit einem Hubraum von 4,6 Litern und 608 Pferdestärken. Zusammengeschaltet gibt diese Kombination die enorme Power von 887 Pferdestärken.

Rein elektrisch ist für den Spyder 918 schon nach 25 Kilometern Schluss

Rein elektrisch sollte niemand dieses Kraftpaket fahren, denn dann ist schon nach 25 Kilometern Schluss mit Fahrspaß  und es droht eine vierstündige Zwangspause an der Steckdose. Mehr als 150 km/h schnell ist auch der Spyder 918 rein elektrisch nicht, da unterscheidet er sich kaum von all den elektrifizierten Klein- und Mittelklassewagen, die auf der diesjährigen IAA ihre Serienreife dokumentieren.

Der Porsche-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller (l) und der ehemalige Rallye-Weltmeister und Porsche-Markenbotschafter Walter Röhrl präsentieren den neuen Porsche 918 Spyder.

Der Porsche-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller (l) und der ehemalige Rallye-Weltmeister und Porsche-Markenbotschafter Walter Röhrl präsentieren den neuen Porsche 918 Spyder.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Der Spyder 918 unterscheidet sich allerdings im Preis von der kleineren Konkurrenz. Das Kraftpaket aus kohlefaserverstärktem Kunststoff mit einem Gesamtgewicht von unter 1,5 Tonnen kostet 768 026 Euro. Das sollte man schnell zugreifen, denn der Porsche 918 Spyder ist auf exakt 918 Exemplare limitiert. Dafür gibt es vier Jahre Garantie auf das Auto und 7 Jahre Garantie auf die Batterie.

Die Porsche-Ingenieure sprechen ehrfurchtvoll von einem Technologieträger, wenn es um ihr Schmuckstück geht. Stefan Bratzel, Automobilwissenschaftler an der Fachhochschule Bergisch-Gladbach, spricht denn auch von einer „bemerkenswerten Steigerung der Effizienz und der Fahrleistung. Niemand will mit einem Spritfresser unterwegs sein.“ Der Autoexperte vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Jens Hilgenberg, kritisiert das immer noch viel zu hohe Gewicht der aufgemotzten Sportwagen. „Leichtbaukonzepte spielen derzeit in der Branche leider nur eine untergeordnete Rolle“, sagt Hilgenberg, der auch das exklusive Moment kritisiert:  „Wir vermissen unter anderem bei Volkswagen, dass die Hybrid-Lösungen in Autos angeboten werden, die in großen Stückzahlen verkauft werden.“

Durchschnittsalter für einen Neuwagenkauf liegt bei über 50 Jahren

Noch einen anderen Blick hat der Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen auf das automobile Geschehen in Frankfurt. Er hat errechnet, dass das Durchschnittsalter eines deutschen Neuwagenkäufers heute bei fast 51 Jahren liegt. Frauen und Männer unter 35 Jahren können mit einem eigenen Auto heute eher wenig bis gar nichts anfangen. Dudenhöffer: „Nun fällt den Automanagern nichts Besseres ein, als zu versuchen, diese Klientel mit sportlichen Fahrzeugen zu erreichen.“.

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