Feuergefahr durch Überhitzung 30.10.2014, 12:39 Uhr

Chrysler ruft über halbe Million Fahrzeuge zurück

Der US-amerikanische Autobauer Chrysler ruft 380.000 Pickups und 180.000 Geländewagen in die Werkstätten zurück. Bei den Pickups besteht Feuergefahr durch Überhitzung, die SUVs brauchen ein Softwareupdate. Unklar ist, wie viele Autos in Deutschland betroffen sind. 

Produktion des Jeep Cherokee in Detroit: Die Geländewagen müssen zurück in die Werkstatt – für ein Softwareupdate der elektronischen Steuerungskontrolle. 

Produktion des Jeep Cherokee in Detroit: Die Geländewagen müssen zurück in die Werkstatt – für ein Softwareupdate der elektronischen Steuerungskontrolle. 

Foto: dpa/Zuma Press

Betroffen sind weltweit rund 380.000 Ram-Pickup-Trucks und gut 180.000 Geländewagen der Modelle Dodge Durango und Jeep Grand Cherokee, heißt es in Mitteilungen des Konzerns. Die Rückrufaktion trifft vor allem Besitzer in den USA und in Kanada. Außerhalb des nordamerikanischen Kontinents sind lediglich 44.000 Wagen betroffen – wie viele davon in Deutschland, sei noch nicht klar, schreibt das Nachrichtenportal Spiegel online. Bis genauere Informationen dazu vorliegen, könne noch einige Zeit vergehen.

Benzinüberhitzung kann zu Feuergefahr führen

Die Gründe für die Rückrufaktion: Wegen eines defekten Teils kann es bei Pickup-Modellen aus den Jahren 2010 bis 2014 zu Benzinüberhitzung und damit zu Feuergefahr kommen. Bei den Geländewagen aus dem aktuellen Jahr dagegen ist ein Softwareupdate notwendig, um das Funktionieren der elektronischen Steuerungskontrolle zu gewährleisten.

Das Unternehmen schreibt in seinen Mitteilungen, es habe sich freiwillig für die Rückrufe entschieden. Bei den SUVs seien Untersuchungen nach Auswertungen der Einsatzdaten ausschlaggebend gewesen, bei denen man den Fehler festgestellt habe. Bei den Pickups wiederum habe es zwei konkrete Fälle gegeben, bei denen Gehäuse des Kraftstoffvorwärmers Anzeichen einer Überhitzung gezeigt haben. Von Unfällen, die mit den diesen Problemen zu tun hätten, habe man jedoch weder bei den Pickups noch bei den Geländewagen Kenntnis, betont Chrysler.

Eine lange Reihe von Rückrufaktionen

Der Rückruf ist nicht der einzige für den zur Fiat-Gruppe gehörenden amerikanischen Autobauer. Schon Mitte Oktober musste das Unternehmen weltweit 470.000 Fahrzeuge aus den Modellreihen Jeep Grand Cherokee, Chrysler 300, Dodge Charger, Challenger und Durango aus den Baujahren 2011 bis 2014 zurückrufen, weil die Lichtmaschine eventuell ein Feuer auslösen könnte. 437.000 Jeep Wrangler der Baujahre 2011 bis 2013 mussten wegen Kurzschlussgefahr den Weg in die Werkstatt antreten.

Zurück in die Werkstatt muss auch der Dodge Durango. Wie viele Fahrzeuge in Deutschland betroffen sind, ist bislang unklar. 

Zurück in die Werkstatt muss auch der Dodge Durango. Wie viele Fahrzeuge in Deutschland betroffen sind, ist bislang unklar. 

Foto: Dodge

Weitere Rückrufaktionen von Chrysler in den vergangenen Wochen und Monaten hatten mit Airbags und Gurtstraffern, defekten Schminkspiegel-Beleuchtungen und mangelhaften Zündschlössern zu tun.  

Negativrekord-Jahr für die Branche

Damit reiht sich Chrysler in eine lange Reihe von Rückrufaktionen vor allem bei US-Autobauern ein: Die Branche spricht von einem Negativrekord-Jahr. Neben Chrysler hat auch Mitbewerber General Motors einen großen Anteil an den Rückrufen. Bei der Opel-Mutter ging es zu einem großen Teil ebenfalls um defekte Zündschlösser. Anders als bei Chrysler hatte es bei GM bereits Todesopfer wegen der Defekte gegeben.

Deutsche Hersteller haben jedoch keinen Grund, auf ihre amerikanischen Kollegen hinabzublicken – so viel besser lief es bei ihnen auch nicht, wie Spiegel online berichtet. Erst vor wenigen Tagen hatte Audi weltweit 850.000 Fahrzeuge wegen eines Airbag-Fehlers zurückgerufen, VW durfte sich gemeinsam mit seinem chinesischen Partner um 500.000 Fahrzeuge mit Achsproblemen kümmern. 

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