Schnellere Prototypenherstellung 03.03.2014, 13:14 Uhr

Caterham Cars baut Formel-1-Fahrzeuge mit dem 3D-Drucker

Um schneller neue Formel-1-Fahrzeuge entwickeln zu können, setzt Caterham Cars bei der Prototypenherstellung neuerdings auf 3D-Druck. Der englische Sportwagenhersteller spart dadurch rund 48.000 Euro pro Monat. Für Sportwagen druckt er Komponenten aus Aluminium und Titan. 

Das Caterham F1 Team beim Großen Preis von Bahrain 2014. Prototypen neuer Fahrzeugkomponenten druckt Autobauer Caterham Cars neuerdings mit 3D-Druckern. Erst wenn diese Tests im Windkanal bestehen, geht es in die Produktion.

Das Caterham F1 Team beim Großen Preis von Bahrain 2014. Prototypen neuer Fahrzeugkomponenten druckt Autobauer Caterham Cars neuerdings mit 3D-Druckern. Erst wenn diese Tests im Windkanal bestehen, geht es in die Produktion.

Foto: Caterham F1 Team

Der britische Sportwagenproduzent Caterham Cars setzt inzwischen zwei eigene 3D-Drucker in der Produktion der Formel-1-Rennfahrzeuge ein. Bis zu 900 Komponenten werden inzwischen jeden Monat gedruckt. Neben einer beträchtlichen Beschleunigung der Entwicklung führt das auch zu erheblichen Kosteneinsparungen gegenüber der früheren Arbeitsweise – laut Ian Prince, Entwicklungschef bei Caterham, in Höhe von 48.000 Euro im Monat. Caterham Cars ist Teil des Formel-1-Imperiums von Tony Fernandes aus Malaysia.

Caterham druckt Karrosseriekomponenten für Tests im Windkanal

Caterham druckt vor allem Karosseriekomponenten, die für Tests im Windkanal gegenüber der Originalgröße um 40 Prozent verkleinert sind. Der schnelle Druck macht es möglich, mit relativ geringem Aufwand in kurzer Zeit ganz verschiedene Varianten auszuprobieren. Mittlerweile produziert das Unternehmen auch für seine Sportwagen mit dem 3D-Drucker Komponenten aus Aluminium und Titan. Prince betont, dass es aus heutiger Sicht „keinerlei Grenzen dafür gibt, was man im Automobilbereich mit dem Metalldruck alles machen kann“.

Großbritannien zählt zu Pionieren im 3D-Druck

Das amerikanische Consultingunternehmen Wohler Associates zählt Großbritannien zu den Pionieren neuer Anwendungen im 3D-Druck. Knapp ein Viertel der britischen High-Tech-Unternehmen nutze mittlerweile die Technologie. Die britische Regierung hat im Januar dieses Jahres zudem 18 Millionen Euro bereitgestellt, um ein nationales Entwicklungszentrum für 3D-Printing aufzubauen. Davon profitieren sollen besonders die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Automobilindustrie und die Medizintechnik.

Der 3D Druck wird aber nicht auf die High-Tech-Industrien beschränkt bleiben. Der Konzern General Electric, der die Sparte Öl- und Gastechnik von Großbritannien aus betreibt, hat jetzt für die kommenden beiden Jahre Investitionen in die technische Weiterentwicklung dieser Sparte von 100 Millionen US-Dollar angekündigt. Wie der Cheftechniker von General Electric, Eric Gebhardt, betont, wird ein beträchtlicher Teil dieser Summe auf die Nutzung des 3D-Printings entfallen. 

Von Peter Odrich

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