420 km/h Spitze 01.03.2016, 13:07 Uhr

Bugatti Chiron ist das stärkste und schnellste Serienauto der Welt

Er kostet in der Basisversion 2,4 Millionen Euro, schafft in der Spitze 420 km/h und ist das stärkste Serienauto der Welt. Dass der Bugatti Chiron obszön viel PS unter der Haube hat, muss da fast gar nicht mehr erwähnt werden. Ab Donnerstag ist der Flitzer auf dem Genfer Autosalon zu sehen.

Der neue Bugatti Chiron ist das stärkste Serienauto der Welt. Und mit 2,4 Millionen Euro Basispreis – ohne Steuern – der teuerste.

Der neue Bugatti Chiron ist das stärkste Serienauto der Welt. Und mit 2,4 Millionen Euro Basispreis – ohne Steuern – der teuerste.

Foto: Bugatti

Der neue Bugatti Chiron ist das stärkste Serienauto der Welt. Und mit 2,4 Millionen Euro Basispreis – ohne Steuern – der teuerste.

Foto: Bugatti

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Autofans, die sich Fotos des Bugatti Chiron anschauen, dürfte vor allem beim Blick aufs Armaturenbrett der Mund offenstehen: Der Tachometer reicht bis 500 km/h. Vermutlich würde der Ultra-Flitzer die auch erreichen, allerdings setzt die fahrzeuginterne Software schon vorher eine Grenze: abgeregelt bei 420 km/h – ein Adjektiv und eine Zahl, die in ihrer Kombination irgendwie absurd wirken. Tempo 420 als Geschwindigkeitsbegrenzung.

So einen Tacho gibt es in einem Serienauto nicht noch einmal: Im Bugatti Chiron reicht die Skala bis 500 km/h.

So einen Tacho gibt es in einem Serienauto nicht noch einmal: Im Bugatti Chiron reicht die Skala bis 500 km/h.

Foto: Bugatti

Da verwundert die monströse Motorleistung von 1500 PS auch nicht mehr. Genauso wenig wie das maximale Drehmoment von 1600 Newtonmetern. Das sorgt dafür, dass der Chiron nur 6,5 Sekunden braucht – von null auf 200! Die 100-km/h-Marke knackt er in weniger als 2,5 Sekunden und lässt damit, trotz seiner zwei Tonnen Gewicht, wohl auch die meisten Motorräder alt aussehen. Will der Fahrer mit 300 km/h unterwegs sein, muss er sich gut 13 Sekunden „gedulden“ können.

Das Fahrgestell besteht aus 3,3 Mio. Kilometer Karbonfasern

Das, was Bugatti auf dem Genfer Automobil-Salon vorstellt, ist ein Auto der Superlative. Um die hohen Geschwindigkeiten auszuhalten, verfügt das Fahrzeug, das nach dem monegassischen Rennfahrer Louis Chiron benannt ist, über ein extrem stabiles Monocoque, Das ist ein Fahrgestell, das nur aus einem Teil besteht und im Fall des Chiron aus Karbon besteht. In den Kohlefasermatten wurden 3,3 Millionen Kilometer Karbonfäden verarbeitet. Unvorstellbar.

Die Produktion des Chiron ist auf 500 Exemplare begrenzt. Ein Drittel sind schon verkauft.

Die Produktion des Chiron ist auf 500 Exemplare begrenzt. Ein Drittel sind schon verkauft.

Foto: Bugatti

Damit die brachiale Kraft des Veyron-Nachfolgers das Auto nicht von der Fahrbahn fegt, benötigt es erstens Allrad-Antrieb und zweitens extrem dicke Reifen. An der Hinterachse hängen 355er Schlappen mit satten 21 Zoll, vorne 285er-Reifen mit 20 Zoll. Der Motor mit 16 Zylindern und acht Liter Hubraum saugt derart viel Sprit, dass knapp zehn Minuten Topspeed reichen würden, um den 100-Liter-Tank zu leeren. Pro Minute werden 800 Liter Wasser durch den Kühlmittel-Kreislauf gepumpt.

Motor mit 16 Zylindern beschleunigt in 13 Sekunden von 0 auf 300 km/h

Der Chiron verfügt über fünf verschiedene Fahrmodi – darunter ein Lift-Modus, der das Fahrzeug über Bodenwellen heben soll, ein Autobahnmodus und der Modus „Top Speed“. Erst letzterer gestattet Spitzenwerte von über 400 km/h. Um diesen Modus zu aktivieren, wird allerdings der zweite, in Leder eingearbeitete Schlüssel benötigt. 

Der Super-Bugatti ist auf 500 Exemplare limitiert und kostet 2,4 Millionen Euro. Netto ohne Steuern und in der Basisversion. Angesichts des vulgären Preises, seiner extremen Exklusivität sowie der zahlreichen Superlative, die auf das Auto zutreffen, drängt sich die Frage auf, warum Bugatti diesen Wurf letztendlich raushaut. Immerhin ist der Mutterkonzern VW durch die Abgas-Affäre/Dieselgate noch immer schwer angekratzt. Vielleicht gerade deshalb?

Luxus pur: Innenraum des Bugatti Chiron.

Luxus pur: Innenraum des Bugatti Chiron.

Foto: Bugatti

Nein, weil der Konzern mit dem Chiron Geld verdienen will. Während der Veyron noch auf Wunsch von VW-Patriarch Ferdinand Piëch gebaut wurde und Kosten praktisch keine Rolle spielten, soll der Chiron nun Geld einbringen. „Das Projekt Chiron wird einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis leisten“, sagte Bugatti-Chef Wolfgang Dürheimer der Zeitschrift auto motor und sport.

Obwohl das Auto so teuer ist, sind bereits ein Drittel der 500 Exemplare angezahlt. „Kaufinteressenten haben 200.000 Euro oder im Dollarraum 250.000 Dollar bei uns hinterlegt, um auf die Warteliste zu kommen.“ Dabei werden Veyron-Fahrer bevorzugt. „Wir erleben jetzt, dass Neukunden versuchen, noch schnell einen gebrauchten Veyron zu kaufen, um auf unserer Liste weiter nach oben zu kommen.“ Wenn man sich’s leisten kann.

Und wer nicht das nötige Kleingeld hat, der kann mit dem Chiron auch auf dem Bildschirm fahren – wenn er eine Playstation hat.

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