Cabrio-Vergleich 02.09.2011, 12:07 Uhr

BMW 650i gegen Jaguar XK

BMW 650i Cabrio und Jaguar XK Cabrio. Im Frühjahr lieferte BMW die ersten Exemplare des eleganten 6er-Cabrios an Kunden aus – die zur Baureihe gehörenden neuen Coupés folgten inzwischen. Zum engsten Konkurrenten des BMW 650i Cabrios zählt der bildschöne Jaguar XK 5.0, ebenfalls mit Stoffdach und leistungsmächtigem V8-Motor – Preisklasse

Optisch sind beide luxuriösen Cabrios Hingucker – sie ziehen die Blicke an, ob mit offenem oder auch mit geschlossenem Verdeck. In der neuen Generation wirkt das 2+2-sitzige BMW-6er-Cabrio noch gestreckter und athletischer als sein Vorgänger. Es ist mit 4,89 m um 7 cm länger und übertrifft mit dem Zuwachs das Jaguar XK-Cabrio um 10 cm. Die Karosseriebreite ist bei beiden praktisch gleich. Trotzdem mutet das Blechkleid des Briten besonders schlank an.

Im Innenraum des Jaguars geht es spürbar enger zu als im BMW, dessen Insassen sich großzügiger untergebracht fühlen. Und im Fond auf edlem Gestühl ist Platz für zwei mittelgroße Passagiere, während sich in der nicht minderen edlen zweiten Reihe des XK höchstens Kinder wohlfühlen dürften.

Innenraum: Der Jaguar XK ist spürbar enger

Coupés und sportliche Cabrios sind allerdings selten reisetauglich für vier Personen. Das 6er-Cabrio macht da eine Ausnahme, auch dank des im Vergleich zum XK deutlich längeren Radstandes.

Trotzdem ist der Einstieg in den Fond nicht einfach, erst recht nicht beim XK, aber wer quält sich da schon hinein, wenn ohnehin kein Platz ist? Das größere Raumangebot trifft im BMW nicht zuletzt für das Kofferraumvolumen von gut nutzbaren 350 l zu. Einzige Einschränkung: Das 6er-Cabrio kommt schnell an seine Zuladungsgrenze von 300 kg. Das XK-Cabrio verträgt 30 kg mehr, aber meist dürften nicht mehr als zwei Personen im Auto sitzen und da reicht auch der 313-l-Gepäckraum aus. Allerdings müssen die Gepäckstücke wegen der niedrigen Höhe flach sein.

Zur Luxusklasse passen nicht zuletzt die V8-Motoren der beiden Coupés. Im 6er arbeitet ein 4,4-l-Aggregat (300 kW) mit Biturboaufladung ohne Valvetronic so kultiviert, dass er bei Teillast akustisch fast schon unauffällig ist. Der 5,0-l-Saugmotor (283 kW) im XK faucht dagegen schon mal wie die namensgebende Wildkatze oder brummt im tiefen Bass.

Dank seiner leichten Aluminiumkarosserie hat der Jaguar XK keinen Nachteil im Fahrleistungsvergleich. Er legt auf Gaspedaldruck spontan und vehement los. Beim Sprint von 0 auf 100 km/h herrscht fast Gleichstand: Der BMW 6er ist mit 5,2 s nur 0,2 s schneller. In der Spitze werden  beide Aggregate ohnehin bei 250 km/h abgeregelt.

Verbrauch: BMW Cabrio fährt etwas sparsamer

Das höhere Gewicht des BMW ist insbesondere dem Komfort und der Fahrstabilität geschuldet. Fast 2,1 t Leergewicht erscheinen dennoch recht hoch, wenn es das XK-Cabrio schafft, nur 1,8 t auf die Waage zu bringen.

Im Verbrauch schlägt sich das höhere Gewicht jedoch nicht nieder. Vielmehr glänzt der BMW mit den etwas niedrigeren Normwerten und schneidet auch im Alltagsverkehr geringfügig besser ab – im Mittel je 100 km waren es beim 650i Cabrio rund 11,0 l bis 13,0 l, beim XK 5.0 V8 Cabrio 11,5 l bis 13,5 l. Zurückhaltend gefahren begnügen sich beide mit rund 9,0 l/100 km Superbenzin.

Stichwort Kraftübertragung: Im BMW Cabrio arbeitet eine hervorragende 8-Gang-Automatik, der Jaguar muss sich mit einem 6-Gangautomaten begnügen.

Die beiden Cabrios werden über die Hinterräder angetrieben. Unterschiede gibt es im Fahrverhalten: Mit dem XK kann der Fahrer zwar sportlich und schnell unterwegs sein, aber bei der Feinabstimmung gibt es bei der Lenkung und bei dem verhalten reagierenden Schleuderschutz ESP noch etwas zu tun.

Im Handling hat das 650i Cabrio die besseren Karten, zumal dann, wenn es für stolze 5920 € Aufpreis mit Aktivlenkung, adaptiver Dämpfung und Wankstabilisierung ausgerüstet wird. Die adaptive Dämpferregelung beim XK arbeitet nicht so geschmeidig. Ausgezeichneten Komfort und nicht zuletzt wirkungsvolle Bremsen bieten dagegen beide Luxuscabrios.

Verdeckmechanismus: Der Jaguar XK schützt schneller vor Regen als der BMW 650i

Schnell Öffnen und Schließen kann heute fast jeder Verdeckmechanismus – der Jaguar erledigt die Aufgabe in 16 s. Damit schützt er seine Insassen rund 10 s früher vor dem Regenguss. Das Fahren bei offenem Verdeck ist dagegen beim BMW angenehmer. Wer den strammen Fahrtwind, den Puristen so lieben, nicht auskosten will, der lässt Heck- und Seitenscheiben hochfahren. Im Jaguar müssen sich die Insassen eher auf eine windigere Angelegenheit à la Roadster einstellen.

Bei den hohen Preisen in dem Segment erweist sich das Jaguar XK 5.0 V8-Cabrio mit 99 400 € vergleichsweise als günstig. Das BMW 650i-Cabrio inklusive des genannten Fahrwerkspakets (zwecks Vergleichbarkeit) sowie Komfortsitzen und 19-Zoll-Rädern kostet 103 930 €.

Den XK gibt es für 114 400 € alternativ mit einem 375-kW-Kompressormotor. BMW offeriert als Einstiegsmotor im 640i Cabrio (83 300 €) den 3,0-l-Reihensechszylinder mit 235 kW – der Benzindirekteinspritzer mit „Twin-Turbo“-Technik verfügt bereits bei 1300 min-1 über ein Drehmoment von 450 Nm. Dank der bei BMW serienmäßigen „EfficientDynamics“-Maßnahmen und einer dem 640i vorbehaltenen Start-Stopp-Automatik verbraucht das Cabrio mit der Basismotorisierung im EU-Normzyklus „insgesamt“ lediglich 7,9 l/100 km. 

Von Ingo Reuss/Wolfgang Pester

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