Nissan testet 11.04.2016, 09:40 Uhr

Autos sprechen miteinander – und mit der Straße

Der Autohersteller Nissan hat zusammen mit Partnern im Silicon Valley ein System getestet, bei dem alle Autos im Umkreis von einigen hundert Metern miteinander vernetzt sind und auch mit Stationen an der Straße kommunizieren. Der Königsweg zum selbstfahrenden Auto?

Autonomes Fahren: Nissan hat zusammen mit Partnern im Silicon Valley ein System getestet, das selbstfahrende Autos sicherer machen soll. Dafür sind alle Autos im Umkreis von einigen hundert Metern miteinander vernetzt und sie kommunizieren auch mit Stationen an der Straße.

Autonomes Fahren: Nissan hat zusammen mit Partnern im Silicon Valley ein System getestet, das selbstfahrende Autos sicherer machen soll. Dafür sind alle Autos im Umkreis von einigen hundert Metern miteinander vernetzt und sie kommunizieren auch mit Stationen an der Straße.

Foto: Nissan

An welchem Ort soll diese Geschichte schon spielen, wenn nicht im Herzen des Silicon Valley. Sunnyvale heißt das kalifornische Städtchen, das vielleicht einmal als Pionierregion des autonomen Fahrens berühmt sein wird. Vorerst ist die Kommune bloß Partner des Autobauers Nissan, des Technologie-Start-ups Savari und der Universität Berkeley in einem Projekt, das einen großen Schritt hin zum autonomen Fahren bedeuten soll. Oder auf jeden Fall einen großen Schritt hin zu mehr Sicherheit und besserem Verkehrsfluss.  

Die vier Partner haben ein rund zwölf Quadratkilometer großes Testfeld abgesteckt, in dem die Technik seit vergangenem Sommer erprobt wird. Vorrangig geht es um „V2X“, das für „Vehicle to Everything“ steht und die Kommunikation eines Fahrzeugs mit Wem-oder-Was-auch-immer beschreibt. Feste Stationen am Straßenrand, vor allem aber auch andere Autos („V2V“) sind damit gemeint.

Gemeinde optimiert die Verkehrssteuerung

Noch ist die Datenerhebung nicht abgeschlossen, aber die Beteiligten zeigen sich optimistisch, dass ihre Technologie funktioniert. Die kabellose Datenübertragung läuft per DSRC, einer speziell für den Verkehr entwickelten Technik für kurze bis mittellange Übertragungswege. Diese „Dedicated Short Range Communication“ soll beispielsweise ermöglichen, dass ein Fahrzeug automatisch auf das Bremsmanöver des vorausfahrenden reagiert, dass es frühzeitig Staugefahr erkennt oder das Tempo für einen optimalen Verkehrsfluss anpasst.

Eine kabellose Kommunikation über kürzere Strecken bietet das vom Unternehmen Savari entwickelte V2X-System. 

Eine kabellose Kommunikation über kürzere Strecken bietet das vom Unternehmen Savari entwickelte V2X-System. 

Quelle: Savari

Nissan rechnet damit, dass „V2X die Möglichkeiten autonomer Autos in Zukunft erweitert“. Die Gemeinde Sunnyvale ihrerseits ist bereits dabei, mithilfe der Testergebnisse die Ampelsteuerung zu optimieren und sie auf das vollständig autonome Fahren vorzubereiten. Auf diese Weise könne die Sicherheit erhöht werden, während durch optimierte Fahrweise gleichzeitig Sprit gespart werde, meint Bürgermeister Glenn Hendricks.

Konkurrenz der Netze für Datenübertragung

Manche Experten zweifeln allerdings daran, dass DSRC die Technik der Wahl ist. Weil die Übertragungsraten der Mobilfunknetze inzwischen gewaltig zugelegt haben, könnte die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Verkehrseinrichtungen auch auf diesem Wege laufen – und das ohne zusätzliche mobile Geräte.

Nicht zuletzt dämpft einer der Pioniere des autonomen Fahrens die Erwartungen an eine perfekte Funküberwachung und –steuerung des Verkehrs: Google. Der Chef der Auto-Abteilung, John Krafcik, sagte laut dem Infodienst Cnet bei einem Automobilforum in New York: „Man kann kein wirklich autonomes Auto haben, wenn man von V2V oder V2X abhängig ist, weil diese nicht in jedem Moment zur Verfügung stehen werden.“ Fragt sich nur, welches Netz wirklich immer und überall zur Verfügung steht. 

Selbstfahrendes Auto Shiwa hat keine Fenster

Nicht Sicherheit, sondern der Spaßfaktor stehen beim selbstfahrenden Auto Shiwa im Vordergrund.

Das fensterlose Konzeptfahrzeug Shiwa.

Das fensterlose Konzeptfahrzeug Shiwa.

Quelle: IED

Es hat keine Fenster, dafür können die Mitfahrer nach Belieben multimediale Projektionen auf den Wänden steuern.

Von Werner Grosch
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