Automobil 02.03.2001, 17:28 Uhr

Autofrühling am Lac Leman

Kompaktautos bilden einen Schwerpunkt der Motor-Show. Zum Genfer Autofrühling gehören jedoch auch glitzernde Studien und Sportwagen. Deutsche Hersteller halten sich etwas zurück – man spart sein Pulver für die IAA im September in Frank-furt/Main auf.

Die erste große europäische Automesse findet jedes Jahr in Genf statt. Derzeit trifft sich am Lac Leman zum 71. Mal die Autowelt (1. bis 11. März). Im Scheinwerferlicht der Palexpo-Messehallen glitzern die neuesten Modelle und Studien. Ein Schwerpunkt der Neuheiten-Parade liegt diesmal bei den Kompaktmodellen – Peugeot präsentiert den 307, BMW den 3er Compact, Fiat den Bravo-Nachfolger Stilo, Mercedes den Kompakt-Van Vaneo und die überarbeitete A-Klasse.
Die neueste Variante der A-Klasse mit verlängertem Radstand ist außen nur um 3,6 cm gewachsen, innen allerdings bei der Beinfreiheit im Fond kann die um bis zu 17 cm zulegen. Möglich wird dies durch das stufenlose Verschieben der Fondsitze. Optische Modifikationen lassen den Kompakten außen frischer wirken. Auch die Dieselmotoren mit Common-Rail-Direkteinpritzung in der A-Klasse haben in der Leistung bis 25 % zugelegt.
DaimlerChrysler verkündet in Genf bei der Marke Mercedes weiter steigende Absatzzahlen, ebenso – und dort besonders – bei der Tochter Smart. Die rückt den Crossblade in den Mittelpunkt ihres Standes. Der geländegängige Zweisitzer auf Cabrio-Basis verfügt über eine sehr niedrige Windschutzscheibe, ist auch seitlich offen und rollt auf breiten Rädern.
Parallel zu VW, die mit dem Lupo 3 L TDI seit Juli 1999 das erste „3-l-Auto“ auf den Markt haben, beschäftigt sich Audi intensiv mit dem Thema des Kraftstoffverbrauchs von 3,0 l/100 km. Das Resultat ist das erste viertürige, komfortable Auto mit dem sensationell niedrigen Kraftstoffverbrauch, der A2 1.2 TDI. Er feiert in Genf Weltpremiere. Der kompakte Viersitzer aus Aluminium soll selbst mit allen möglichen zusätzlichen Ausstattungen im Euro-Mix nur 3,2 l/100 km konsumieren. Der komfortable Sparer kostet 35 792 DM und wird ab Juni in Europa verkauft.
VW rückt die Topversion der Passat-Reihe mit Achtzylinder-Motorisierung in den Vordergrund. Der Passat W8 4-Motion mit Allradantrieb ist derzeit das Luxus-Auto der Marke.
Ford ließ in Genf erkennen, dass die Talfahrt der letzten Jahre beendet ist und nicht nur der Focus, sondern auch der neue Mondeo auf dem Markt gut einschlägt. Die Kölner wollen 2002 die auf der Messe als Concept–Car bezeichnete Mondeo-Sportversion ST auf den Markt bringen. Vom Focus kommt demnächst die sportliche RS-Version, zudem ist ab sofort der 1,8-l-TDCi-Diesel verfügbar. Der Common-Rail-Direkteinspritzer leistet 85 kW (115 PS).
Opel feiert die Premiere des Astra Cabrios, das im März auf den Markt kommt. Angeboten werden drei Vierzylinder von 74 kW bis 108 kW (100 PS bzw. 147 PS). Darüber hinaus ist der Mittelmotor-Sportwagen Speedster im Serienzustand zu bewundern. Als Schaustück, wie gerade von der Rennstrecke kommend, präsentieren die Rüsselsheimer das Astra Coupé OPC X-Treme mit Flügeltüren.
In einer Weltpremiere enthüllt BMW in Genf die zweite Generation der „kurzen“ 3er Reihe. Das Modell 316ti compact erhält erstmals die patentierte -Valvetronic-Motorsteuerung, die den Hub der Einlassventile stufenlos verändert. Damit ist der 1,6-l-Vierzylinder (85 kW/115 PS) der erste serienmäßi-ge Ottomotor der Welt, der keine Drosselklappe mehr benötigt. Im kunden-relevanten Fahrbetrieb soll mit der Leistungssteuerung über den Ventilhub ein Reduzierung des Verbrauchs um min. 10 % zu realisieren sein. Der 316ti compact -erfüllt die Abgasnorm EU4 und konsumiert im Euro-Mix 6,9 l/100 km – 0,7 l weniger als das Vorgängermodell mit 77 kW (105 PS).
Skoda erweitert die Fabia-Palette um die Stufenheckversion „Sedan“. Die 4,22 m lange Fabia-Version mit eleganter Linienführung bietet ein Kofferraumvolumen von 438 l. Honda zeigt erstmals in Europa nach den Präsentationen des neuen Civic den Kompakt-Van Stream. Der Siebensitzer ähnelt vom Konzept her dem Opel Zafira. Toyota zeigt in Genf als Weltpremiere den Avensis Verso. Ford-Tochter Jaguar möchte sich mit der allradgetriebenen Sportlimousine X-Type im Kreise von Audi A 4 und 3er BMW etablieren.
Mit dem 911 GT2 präsentiert Porsche in Genf den schnellsten Elfer. Im Mai soll der Super-Sportwagen (340 kW/462 PS), der 315 km/h fahren kann, erstmal ausgeliefert werden. Sein Preis: 339 000 DM. Der Fiat-Konzern zeigt sich in Genf mit mehreren Modellen. Weltpremiere feiern der 4,25 m lange Bravo-Nachfolger Fiat Stilo, die Oberklasse-Limousine Lancia Thesis, Nachfolger des Kappa, und der Alfa Romeo 147 in der viertürigen Version.
Citroën stellt den Kombi Break der gerade erst eingeführten neuen Mittelklasse-Limousine C 5 in den Mittelpunkt. Die Konzern-Schwester Peugeot will mit dem neuen Modell 307 gegenüber dem Konkurrenten Golf weiter Boden gutmachen. Der auf 4,2 m gewachsene Peugeot 307 ist eines der geräumigsten Modelle seiner Klasse. Überhaupt zünden die Franzosen auf dem diesjährigen Autosalon ein Feuerwerk – nicht zuletzt Renault mit dem zukünftigen Oberklässler Vel Satis, kaum dass der neue Laguna auf den Markt gekommen ist. I. REUSS/WOP

Ein Beitrag von:

  • Ingo Reuss

    Der Autor Ingo Reuss ist Motorjournalist. Er ist seit vielen Jahren für große Tages- und Wochenzeitungen sowie Fachmagazine tätig.

  • Wolfgang Pester

    Ressortleiter Infrastruktur bei VDI nachrichten. Fachthemen: Automobile, Eisenbahn, Luft- und Raumfahrt.

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