ADAC will Nürburgring kaufen 12.11.2013, 12:40 Uhr

Autoclub hat Angebot für die Traditions-Rennstrecke in der Eifel abgegeben

Der ADAC will den Nürburgring kaufen. Der Automobilclub hat ein Angebot für die traditionsreiche Rennstrecke in der Eifel abgegeben. Hinter dem Angebot sollen auch die deutschen Autohersteller stehen, die auf dem Nürburgring testen.

Start des Großen Preises von Deutschland im Juli 2013 auf dem Nürburgring: Der ADAC hat ein Kaufangebot für den Nürburgring abgegeben, um die Rennstrecke zu sichern.

Start des Großen Preises von Deutschland im Juli 2013 auf dem Nürburgring: Der ADAC hat ein Kaufangebot für den Nürburgring abgegeben, um die Rennstrecke zu sichern.

Foto: Ferrari

Die Nürburgring GmbH hatte im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet und steht seit dem Sommer zum Verkauf. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen hat der ADAC rund 100 Millionen Euro für den Kauf des Nürburgrings geboten. Der Automobilclub ist aber nur an den beiden Rennstrecken, der legendären Nordschleife und dem Grand-Prix-Kurs interessiert. Zum Verkauf stehen daneben aber auch der Freizeit- und Gewerbepark am Ring.

Der Freizeitpark am Nürburgring hat den gesamten Ring tief ins Minus gezogen. Jetzt will der ADAC den Ring kaufen, ist allerdings nur an den beiden Rennstrecken interessiert.s. Vor einem Jahr wurde das Insolvenzverfahren zum Nürburgring eröffnet, die Zukunft der Strecke sah düster aus. Mittlerweile verbreiten die Sanierer Optimismus, schon bald wollen sie den Ring verkauft haben.

Der Freizeitpark am Nürburgring hat den gesamten Ring tief ins Minus gezogen. Jetzt will der ADAC den Ring kaufen, ist allerdings nur an den beiden Rennstrecken interessiert.s. Vor einem Jahr wurde das Insolvenzverfahren zum Nürburgring eröffnet, die Zukunft der Strecke sah düster aus. Mittlerweile verbreiten die Sanierer Optimismus, schon bald wollen sie den Ring verkauft haben.

Foto: Thomas Frey/dpa

Die Nürburgring GmbH, die zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu zehn Prozent dem Landkreis Ahrweiler gehört, ist schon seit vielen Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Die Formel 1 ist zwar sein Aushängeschild, gleichzeitig bringt er dem Nürburgring aber große finanzielle Verluste. Auch die Versuche, mit dem Projekt „Nürburgring 2009“, einer Erlebniswelt rund um den Ring, wieder Gewinne zu machen, scheiterten. Die Nürburgring GmbH musste Insolvenz anmelden. Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens jedoch soll der Ring 2013 einen Umsatz von bis 60 Millionen Euro erwirtschaften.

2013 wird der Nürburgring sogar einen Gewinn erwirtschaften. „Die Rennstrecken sind zu 100 Prozent ausgelastet“, so Dr. Karl-Josef Schmidt, Geschäftsführer des Nürburgrings in auto motor und sport. „In diesem Jahr wird der Nürburgring rund 60 Millionen Euro Umsatz erzielen. Der Gewinn wird voraussichtlich bei acht Millionen Euro liegen.“

400 Millionen Euro Subventionen aus Steuergeldern

Rund 400 Millionen Euro investierte allein das Land Rheinland-Pfalz in das Projekt „Nürburgring 2009“, ein Teil davon soll durch den Verkauf wieder in die Landeskasse zurückfließen. Die Landesregierung hat allerdings auch den Wunsch geäußert, dass der Nürburgring nicht an einen Investor verkauft werden soll, der lediglich auf Profit aus ist.

Weltmeister Sebastian Vettel siegte im Juli 2013 zum ersten Mal in seinem Heimrennen auf dem Nürburgring.

Weltmeister Sebastian Vettel siegte im Juli 2013 zum ersten Mal in seinem Heimrennen auf dem Nürburgring.

Foto: Red Bull

Mit seinen mehr als 18 Millionen Mitgliedern gilt der ADAC unter anderem deshalb als idealer Käufer. So hatte ADAC-Präsident Peter Meyer bereits im Vorfeld gesagt, das Ziel bei einem Kauf des Nürburgrings sei nicht, möglichst hohe Profite aus der Rennstrecke herauszuholen: „Wir legen unser Augenmerk darauf, dass die Motorsportstätte auch wirklich nachhaltig betrieben werden kann.“ Als größter Veranstalter von Autorennen am Nürburgring ist der ADAC von der Insolvenz auch selbst betroffen.

Hinter dem Angebot des ADAC sollen auch die deutschen Autohersteller stehen, hatte zuvor die Zeitschrift auto motor und sport berichtet. „Wir wollen nicht, dass der Ring in die falschen Hände gelangt“, sagte eine hochrangigen Automanager dem Magazin. Derzeit testen alle deutschen Autohersteller auf dem Nürburgring. Sie wollen sicherstellen, dass der Ring auch nach einem Verkauf weiterhin für Tests und Autorennen zur Verfügung steht.

Vertrag schon zur Gründung des Nürburgrings

Den ADAC verbindet eine lange Geschichte mit der Rennstrecke in der Eifel. Schon ihr Bau wurde 1925 auf Grund eines Vertrags zwischen dem Kreis Adenau und dem ADAC gestartet: Die Rennstrecke sollte danach die Gemeinde liefern, für die Rennen war der Club zuständig.

Die bis zu 180 km/h schnelle Achterbahn Ringracer hat am 31.10.2013 am Nürburgring mit vier Jahren Verspätung den Betrieb aufgenommen. Der Ringracer kümpfte lange um seine Betriebsgenehmigung.

Die bis zu 180 km/h schnelle Achterbahn Ringracer hat am 31.10.2013 am Nürburgring mit vier Jahren Verspätung den Betrieb aufgenommen. Der Ringracer kümpfte lange um seine Betriebsgenehmigung.

Foto: Thomas Frey/dpa

Der Nürburgring war die erste geschlossene Rennstrecke in Deutschland – bis zu seiner Eröffnung 1927 wurden Rennen auf normalen Straßen gefahren. Der Nürburgring war seitdem eine wichtige Strecke im internationalen Renngeschehen. Auf der rund 23 Kilometer langen Nordschleife – seit den 60er Jahren auch als „Grüne Hölle“ bekannt – wurden seit der Gründung bis 1976 auch Formel-1-Rennen gefahren. Nach einer Reihe schwerer Unfälle zog sich die Formel 1 aus der Eifel zurück. Erst nach dem Bau der Grand-Prix-Strecke kehrte sie 1985 an den Nürburgring zurück.

Verbindliches Angebot bis zum Jahresende

Das nächste Formel-1-Rennen am Nürburgring könnte 2015 starten. Bis dahin sollte der Verkauf abgeschlossen sein. Bis Ende des Jahres haben die Kaufinteressenten Zeit, genauen Einblick in die Bücher zu nehmen, dann müssen verbindliche Angebote abgegeben werden. Bis zum kommenden Frühjahr könnte der Nürburgring verkauft sein.

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