Google Lunar XPRIZE 29.06.2015, 10:32 Uhr

Audi unterstützt deutsche Ingenieure beim Bau eines Mondrovers

Audi steigt in den Wettlauf zum Mond ein: Der Autobauer unterstützt deutsche Ingenieure, die am Google Lunar XPrize teilnehmen. Sie müssen einen Mondrover entwickeln, der 500 m auf dem Mond zurücklegt und Fotos zur Erde schickt.

Audis lunar quattro: Der 35 kg schwere Mondrover soll 2017 auf dem Erdtrabanten fahren und Bilder zur Erde schicken.

Audis lunar quattro: Der 35 kg schwere Mondrover soll 2017 auf dem Erdtrabanten fahren und Bilder zur Erde schicken.

Foto: Audi AG

Um den Google Lunar Xprize zu gewinnen, muss ein Privatteam einen unbemannten Rover auf den Mond bringen, der dort mindestens 500 m zurücklegt und hochauflösende Bilder und Videos zur Erde übermittelt. Dafür bekommt der Gewinner die stolze Summe von 30 Millionen US-Dollar. Insgesamt 16 internationale Teams buhlen um dieses Preisgeld. Das einzige deutsche Team sind die Part Time Scientists, ein Zusammenschluss von 35 Ingenieuren aus Deutschland und Österreich.

Die Part Time Scientists bekommen jetzt prominente Unterstützung. Die 1969, also im Jahre der ersten bemannten Mondlandung gegründete Audi AG, bringt ihr Know-how aus Technikfeldern wie Allradantrieb, Leichtbau, Elektromobilität und natürlich autonomes Fahren ein. „Der Gedanke einer privat finanzierten Mission zum Mond ist faszinierend“, sagt Luca de Meo, Audi-Vorstand Vertrieb und Marketing. „Und innovative Ideen brauchen Unterstützung, die sie voranbringen. Mit unserem Engagement bei Part Time Scientists wollen wir ein Signal setzen und auch andere Partner animieren, ihr Know-how einzubringen.“

Rover heißt nun Audi lunar quattro

„Mit Audi haben wir einen starken Partner gewonnen, der uns mit seiner Technologie- und Mobilitäts-Kompetenz einen großen Schritt nach vorne bringen wird“, sagt Part-Time-Scientists-Gründer Robert Böhme. „Wir freuen uns auf den weiteren Austausch und eine bereichernde Zusammenarbeit.“ Ein gewisser werblicher Aspekt steckt natürlich auch hinter der Zusammenarbeit. So wird der weitgehend aus Aluminium gefertigte Rover von Audi Konzept Design München überarbeitet und in Zukunft Audi lunar quattro heißen.

Solarmodule erzeugen Strom für vier Elektroradnabenmotoren. Der Rover fährt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 3,6 km/h.

Solarmodule erzeugen Strom für vier Elektroradnabenmotoren. Der Rover fährt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 3,6 km/h.

Quelle: Audi AG

Der 35 kg schwere Mondrover verfügt über ein verstellbares Solarpanel, das die Sonnenenergie in eine Lithium-Ionen-Batterie leitet. Diese speisen die vier Elektroradnabenmotoren, die das Mondfahrzeug mit maximal 3,6 km/h über die äußerst holprige Oberfläche des Erdtrabanten bewegen.

Optiken von Schneider Kreuznach

Zwei Kameras am Kopf des Audi lunar quattro sollen 3D-Aufnahmen liefern, mit deren Hilfe die Ingenieure der Part Times Scientists größere Felshindernisse meistern wollen. Zusätzlich ist der Rover mit einer Kamera für Materialuntersuchungen ausgestattet. Die meisten der Optiken hat der Spezialist Schneider Kreuznach hergestellt, der auch schon Linsen für das Apollo-Projekt entworfen hat.

2017 sollen die Rover auf dem Mond fahren

Der Plan sieht vor, bis 2017 zwei der Fahrzeuge mit etwa 90 cm Länge, 70 cm Breite und 65 cm Höhe in der Nähe der Landungsstelle der letzten bemannten Mondlandung von Apollo 17 abzusetzen. Zunächst sollen nach Angaben von Robert Böhme die beiden Rover das von den beiden Apollo-17-Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt am 14. Dezember 1972 zurückgelassene Mondfahrzeug Lunar Roving Vehicle inspizieren.

Danach kommt der große Moment für Audi. Die beiden Audi lunar quattro können sich gegenseitig filmen und die Bilder zur Erde senden. Dann winken den Part Time Scientists die 30 Millionen US-Dollar Preisgeld. So sieht „Vorsprung durch Technik“ aus, wenn der Plan bis spätestens zum 31. Dezember 2017 verwirklicht wird. Das ist die Deadline für den Google Lunar XPrize.

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