Konzern bestätigt Entwicklkung 12.12.2017, 12:20 Uhr

Apple lässt Autos mit eigener Technik autonom fahren

Apple hat im Stillen eine Technologie entwickelt, mit der Autos autonom fahren können. Das hat Apple-Manager Ruslan Slakhutdinov jetzt auf einem Kongress verraten. Die Technik lässt sich in Autos unterschiedlichen Typs einbauen. Wie sie genau funktioniert, bleibt aber ein Geheimnis.

Der IT-Experte MacCallister Higgins hat ein Auto in Kalifornien entdeckt, das möglicherweise mit Apple-Technik autonom unterwegs ist. Apple hat bestätigt, dass der Konzern bei der Entwicklung große Fortschritte macht.

Der IT-Experte MacCallister Higgins hat ein Auto in Kalifornien entdeckt, das möglicherweise mit Apple-Technik autonom unterwegs ist. Apple hat bestätigt, dass der Konzern bei der Entwicklung große Fortschritte macht.

Foto: Twitter/MacCallister Higgins

Ist MacCallister Higgins, Mitbegründer des an autonomen Fahrzeugtechniken arbeitenden Unternehmens Voyage, der Mann, der schon die geheime Apple-Technologie für das selbstfahrende Auto gesehen hat? Es ist noch nicht lange her, dass er in Kalifornien ein merkwürdiges Fahrzeug entdeckte und in einem Video von nur zehn Sekunden festgehalten hat.

Auf dem Dach wimmelt es von Sensoren, wobei nicht genau zu erkennen ist, welche Aufgaben sie haben. Damit ähnelt es einem Fahrzeug, das Voyager als autonom fahrendes Taxi entwickelt. Higgins hegt den Verdacht, dass das Fahrzeug ein Apple-Versuchsfahrzeug ist.

Das ist gar nicht so abwegig. Denn Apple hat eingeräumt, an genau so einer Software zu arbeiten und scheint sie bereits im Verkehr zu erproben. Zwar hat sich Apple vor einem Jahr von seinem Ziel verabschiedet, ein iCar zu entwickeln. Zwischenzeitlich gab es sogar Gerüchte, ein geheimes Labor in Berlin arbeite am iCar. Doch an der Software für autonomes Fahren arbeiten die Forscher rund um Ruslan Slakhutdinov, der den Bereich Künstliche Intelligenz (KI) bei Apple leitet, intensiv weiter. Und zur Überraschung der Fachwelt keineswegs mehr hinter tresordicht verschlossenen Türen, wie es sonst bei Apple üblich ist. Slakhutdinov hat jetzt geplaudert.

Verzicht auf Kamerabilder

Während Konkurrenten, die ebenfalls an autonom fahrenden Autos arbeiten, oft eine Kombination von Lidar, einem speziellen Radarsystem, und Videobildern nutzen, setzt Apple in einem von mehreren Projekten allein auf Lidar, meldet Wired, eine amerikanische Fachzeitschrift für Informationstechnik und Datenverarbeitung. Die darauf abgestimmte Software entwickelt aus den Radardaten ein dreidimensionales Bild der Umgebung des Fahrzeugs.

Sie kann dabei Personen und Radfahrer als solche identifizieren, natürlich auch andere Verkehrsteilnehmer und Verkehrszeichen. Auf dieser Basis lässt sich die Fahrweise des Autos anpassen, sodass es nicht zu Kollisionen kommt. Angeblich ist das System in der Lage, sogar Fußgänger zu erkennen, die etwa von parkenden Autos verdeckt sind. „Wenn sie mich vor fünf Jahren gefragt hätten ob das möglich ist, wäre ich sehr skeptisch gewesen“, sagt Slakhutdinov.

Regentropfen werden weggerechnet

Apple arbeitet allerdings auch mit einer Kombination von Lidar und Videokameras, wobei die Filmbilder auch dann korrekt ausgewertet werden, wenn sich auf der Linse Regentropfen befinden. Diese werden gewissermaßen weggerechnet. Sagen die Entwickler zumindest. Die Software ist selbstlernend, das heißt sie nutzt Erfahrungen, um immer besser auf Verkehrssituationen zu reagieren.

Salakhutdinov plauderte vor rund 200 KI- und Automobil-Experten, darunter Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk. Ziel war es offenbar, Wissenschaftler in renommierten Hochschulen für die Apple-Forschung zu begeistern, sodass sie sich zum Team gesellen. Andere Unternehmen wie Facebook, Google oder dessen Muttergesellschaft Alphabet tun sich da leichter, weil sie offener mit den Forschungsergebnissen umgehen und wissenschaftliche Veröffentlichungen zulassen. Das ist für Forscher überlebenswichtig. Wer nicht publiziert ist schnell weg vom wissenschaftlichen Fenster. Apple will es seinen Mitarbeitern jetzt auch gestatten, wenigstens Teilergebnisse von Forschungsarbeiten zu veröffentlichen.

Das wäre eine neue Offenheit beim verschwiegenen Apple-Konzern. Und eigentlich unwahrscheinlich.

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