InnoTrans 2014 19.09.2014, 13:08 Uhr

Fachmesse InnoTrans lockt Bahnbegeisterte nach Berlin

Neue Loks, Waggons, Straßenbahnen und Schnellzüge: Darüber können Besucher der Fachmesse InnoTrans 2014 in Berlin staunen. Vom 23. bis 26. September präsentieren große Verkehrstechnikunternehmen alles, was das Herz der Bahnbegeisterten höher schlagen lässt. 

Auch Bombardier ist auf der InnoTrans 2014: Der kanadische Hersteller von Flugzeug- und Schienentechnik stellt sein neues Monorail-System Innovia Monorail 300 vor.

Auch Bombardier ist auf der InnoTrans 2014: Der kanadische Hersteller von Flugzeug- und Schienentechnik stellt sein neues Monorail-System Innovia Monorail 300 vor.

Foto: Bombardier

Schienenfahrzeuge gibt es schon deutlich länger als Automobile – doch zum alten Eisen gehören Loks, Waggons, Straßenbahnen und Fernreisezüge noch lange nicht. Gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeit gewinnt der Verkehr auf der Schiene weiter an Bedeutung. Was es an Neuheiten gibt, stellt die globale Bahnindustrie vom 23. bis 26. September auf der Messe InnoTrans in Berlin vor, der internationalen Leitmesse für Verkehrstechnik. Alle zwei Jahre trifft sich die Branche hier, um Neuerungen für Schienen und Leitwerke, Fahrzeuge und entsprechende Software vorzustellen.

Weltpremieren auf 3500 Metern Gleis

Wenn man einmal vom Maßstab absieht, klingen die Gegebenheiten auf der InnoTrans 2014 nach einem Paradies für Modelleisenbahnliebhaber: 145 Schienenfahrzeuge von der Straßenbahn bis zur Hochgeschwindigkeitslok, Zweiwege- und Rangierfahrzeuge, Metros und Waggons – und das alles auf extra verlegten Gleisen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen schnuckeligen Fünf-Meter-Rundkurs in H0, sondern um eine amtliche dreieinhalb Kilometer Strecke. Darauf tummelt sich alles, was demnächst den Personen- und Güterverkehr der Welt bereichern soll.

Siemens zeigt auf der Messe den Desiro-City-Zug: Die elektrischen Triebzüge fahren auf der neugebauten Thameslink-Strecke in London. 

Siemens zeigt auf der Messe den Desiro-City-Zug: Die elektrischen Triebzüge fahren auf der neugebauten Thameslink-Strecke in London. 

Foto: Siemens

Für dieses Jahr sind wieder eine Reihe von Weltpremieren der Global Player angekündigt: Das französische Energie- und Transportunternehmen Alstom zum Beispiel zeigt das neueste Modell seiner Citadis-Straßenbahnfahrzeuge, und das Düsseldorfer Bahntechnik-Unternehmen Vossloh präsentiert die Niederflur-Stadtbahn Citylink NET 2012.

Bombardier, kanadischer Hersteller von Flugzeug- und Schienentechnik, stellt seine neue Innovia Monorail 300-Technologie vor, während der deutsche Mischkonzern Siemens sich mit dem neuen Desiro City für die Thameslink-Strecke durch London beteiligt. Schnell und weit sind die Eigenschaften, die die Branche mit der Hochgeschwindigkeitszugbaureihe ETR 1000 des italienischen Herstellers Ansaldobreda verbindet – natürlich sind die Italiener mit ihrem Flaggschiff ebenfalls vertreten.

Deutsche Bahn und PESA präsentieren DB-Link

Dass es auf der InnoTrans nicht nur um Sehen und Gesehenwerden geht, sondern die Messe Nährboden für erfolgreiche Kooperationen ist, zeigt der erste DB-Link, den die Deutsche Bahn und der polnische Hersteller Pesa gemeinsam präsentieren. Der Dieseltriebwagen ist eins von bis zu 470 Exemplaren, die Pesa im Auftrag der Deutschen Bahn herstellt. Vor zwei Jahren hatten die Unternehmen im Rahmen der InnoTrans 2012 einen entsprechenden Rahmenvertrag beschlossen. Dieser läuft bis Ende 2018 und hat ein Volumen von 1,2 Milliarden Euro. Die Vereinbarung bezieht sich auf ein- bis dreiteilige Regionalverkehrstriebwagen, die auch unter dem Namen RegioShark bekannt sind.

Der italienische Hersteller Ansaldobreda zeigt den ETR 1000: Der Hochgeschwindigkeitszug bringt es auf eine Höchgeschwindigkeit von bis zu 400 km/h. 

Der italienische Hersteller Ansaldobreda zeigt den ETR 1000: Der Hochgeschwindigkeitszug bringt es auf eine Höchgeschwindigkeit von bis zu 400 km/h. 

Foto: Ansaldobreda

Außer mit unterschiedlichen Motorisierungen kommt der DB-Link mit Spezifikationen extra für das deutsche Schienennetz daher, darunter auf den ersten Blick so triviale Dinge wie die Änderungen der Bodenhöhe des Niederflurbereichs. Statt standardmäßig 600 Millimeter beträgt diese in der Ausführung für die Deutsche Bahn 760 Millimeter. Das sind gerade einmal 16 Zentimeter Unterschied – gleichzeitig aber Symptom für die Schwierigkeit, die der innereuropäische Bahnverkehr mit sich bringt.

Mehr Einheitlichkeit bei der Signal- und Zugsteuerung

Auch das ist Thema auf der InnoTrans 2014: Bisher enden die Fahrten oft genug an den Grenzen – und wenn nicht, müssen die Systeme jeweils umgestellt werden, was häufig mit Wartezeit verbunden ist. Für mehr Einheitlichkeit bei Signal- und Zugsteuerungen soll das europäische Eisenbahnverkehrsleitsystem European Train Control System (ETCS) sorgen. Die Implementierung ist allerdings nicht ganz billig. Außerdem ist es noch keinem Hersteller gelungen, ein für ganz Europa passendes ETCS-Fahrzeuggerät anzubieten, das für alle relevanten Strecken in Europa uneingeschränkt zugelassen ist.

Im Signalwirrwarr auf europäischen Bahnstrecken soll das Zugkontrollsystem ETCS für mehr Durchblick und Wirtschaftlichkeit sorgen. Fraunhofer Fokus kümmert sich um die Zertifizierung. 

Im Signalwirrwarr auf europäischen Bahnstrecken soll das Zugkontrollsystem ETCS für mehr Durchblick und Wirtschaftlichkeit sorgen. Fraunhofer Fokus kümmert sich um die Zertifizierung. 

Foto: Fraunhofer Fokus

An einer Lösung arbeiten derzeit 44 internationale Partner, darunter das Fraunhofer Institut und die Deutsche Bahn. Herausgekommen ist jetzt das quelloffene openETCS. Diese Open Source Software soll herstellerunabhängig und damit deutlich kostengünstiger als bisherige Lösungen sein – und vor allem ist der Quellcode frei zugänglich: Theoretisch darf jeder an dem Programm arbeiten und es weiterentwickeln. Davon versprechen sich die Initiatoren mehr Wettbewerb, eine kostengünstigere Pflege sowie schnellere Innovationszyklen bei längerer Nutzungsdauer der Software.

Fraunhofer-Institut zeigt Zertifizierung von openETCS

openETCS ist jedoch nicht nur frei zugänglich, sondern auch sicherheitsrelevant. Deshalb muss die Software vor einer möglichen Implementierung zertifiziert werden. Wie das gehen kann, ohne die Effizienz dabei aufzufressen, erforscht derzeit das Fraunhofer Institut für offene Kommunikationssysteme Fokus in Berlin. Die Forscher nutzen ein Verfahren, mit dem der Quellcode der Software mathematisch verifiziert wird. Nach Auskunft der Forscher garantiert dieses Verfahren ein hohes Maß an Zuverlässigkeit, und bei einer Weiterentwicklung der Software muss nicht jedes Mal alles erneut geprüft werden. Auf diese Weise lasse sich der Aufwand auch finanziell im Rahmen halten, heißt es.

Welche Möglichkeiten der Zertifizierung es genau gibt und wie der Stand ihrer Forschung bisher ist, stellen die Forscher auf der InnoTrans vor. Zu finden sind sie in Halle 23B an Stand 206. Wer mit der Deutschen Bahn zur Messe anreist, bekommt übrigens Sonderkonditionen. 

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