Energie 03.03.2000, 17:24 Uhr

„Zu dieser Fusion gibt es keine bessere Alternative“

Mit der Fusion der beiden Ruhrgebietskonzerne RWE in Essen und VEW in Dortmund entsteht Europas drittgrößtes Energieunternehmen. Konzernsitz wird Essen, der Name VEW verschwindet. Die Pläne für die Umstrukturierungen liegen jetzt auf dem Tisch.

Über Jahrzehnte grenzten sich die VEW AG (früher Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen genannt) in Dortmund von der großen „Schwester“ RWE AG (ehemals Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerke) in Essen ab. Doch am Mittwoch vergangener Woche schlossen sich beide Konzerne zu Deutschlands größtem Stromversorger zusammen. „Zwei ideale Partner“ hätten sich gefunden, so RWE-Chef Dietmar Kuhnt und VEW-Chef Gert Maichel unisono. „Zur Fusion gab es für beide Unternehmen keine bessere Alternative“, fuhr Kuhnt fort.
Mit dem Zusammenschluss der bisherigen Nummer eins der deutschen Strombranche – der RWE – und der Nummer fünf – der VEW – entsteht ein Konzern mit 84 Mrd. DM Umsatz im Jahr. Europaweit steht er an dritter Stelle. Der jährliche Energieumsatz summiert sich auf knapp 20 Mrd. DM, der Stromabsatz auf gut 170 Mrd. kWh. Insgesamt 170 000 Mitarbeiter beschäftigt der Konzern, der nach der Fusion am 1. Juli dieses Jahres weiter RWE AG heißen soll. Konzernsitz wird Essen, der Name VEW verschwindet.

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Konzern wird ausgerichtet auf zwei neue Geschäftsfelder

Die Hochtief AG, Essen, die Heidelberger Druckmaschinen AG, Heidelberg, und die Harpen AG, Dortmund, wird der neue Konzern als Finanzbeteiligungen behalten. RWE-Chef Dietmar Kuhnt hat den Zusammenschluss zum Anlass genommen, RWE auf die beiden Geschäftsfelder „multi utility“ und „multi energy“ neu auszurichten. Der Multi-utility-Bereich wird vom bisherigen RWE–Energie-Chef Manfred Remmel geleitet und umfasst den Vertrieb, das Netz, die Westfälische Ferngas AG in Dortmund für alle Gasaktivitäten, RWE Umwelt und die Mineralölsparte mit RWE DEA. Im Multi-energy-Bereich unter Leitung des bisherigen VEW-Chefs Gert Maichel sind die Stromerzeugung, der Handel und der bisherige Braunkohle-Förderer Rheinbraun AG, Köln, zusammengefasst.
Wie die zukünftige Arbeit konkret aussehen wird, machte Kuhnt am Beispiel von Rheinbraun deutlich: Bislang förderte die RWE-Tochter lediglich Braunkohle und verkaufte diese zu einem hausinternen festgelegten Preis an die RWE Energie AG. Ab April soll Rheinbraun die Braunkohlekraftwerke der Schwester RWE Energie übernehmen. Braunkohle-Förderung und -Verstromung kommen damit in eine Hand Multi-energy-Bereich Rheinbraun wird dann Strom für 3,5 Pf/kWh an die Schwester Handel verkaufen. Wie Rheinbraun diesen Preis darstellt, müssen die Kölner selbst bewerkstelligen.
Für Kuhnt ist dabei klar, dass die Neustruktur zu erheblichen Personaleinbußen führen wird. Insgesamt 12 500 der 53 000 Inlandstellen von RWE und VEW sollen binnen drei Jahren gestrichen werden, die meisten im Energie-Bereich. Lediglich 3200 Arbeitsplätze werden fusionsbedingt abgebaut, der Rest zählte zum „alten“ Sparprogramm. 1,8 Mrd. DM hat RWE für die Restrukturierung zurückgestellt, 1,5 Mrd. DM Ertrag soll das Programm jährlich bringen. Die Frühverrentung der Mitarbeiter ab 51 Jahren sowie Abfindungsangebote sollen die Anpassungen ohne Entlassungen ermöglichen.
Dieser scharfe Rationalisierungskurs wäre auch ohne Fusion gefahren worden, berichtete vergangene Woche der VEW-Aufsichtsratsvorsitzende Günther Samtlebe. Im „Standing-alone-Konzept“ wäre VEW von 14 000 auf 5000 Mitarbeiter geschrumpft. Die „Perle“ Harpen wäre ebenso wie die Kraftwerke verkauft, der Entsorger Edelhoff AG, Iserlohn, abgegeben worden. VEW wäre zum reinen Netzbetrieb „verkommen“, so Samtlebe, und ein Übernahmekandidat geworden.
Eine VEW-Aktie soll bei der Fusion in fünf RWE-Aktien ausgetauscht werden. Außerdem werden pro VEW-Anteil 200 Euro Bargeld angeboten. Davon werden die Allianz-Versicherung und wohl auch viele Kommunen Gebrauch machen. Städte und Gemeinden hätten beim Aktientausch einen Anteil von rechnerisch gut 30 % an der neuen RWE. Doch das Angebot der Barabfindung führt jetzt dazu, dass viele Kommunen „Kasse machen“ – also ihre Aktien verkaufen, statt zu tauschen. An RWE neu werden sie lediglich eine Steuerschachtel von 10 % halten. Spätestens mit der Fusion ist also die Herrschaft der Gemeinden über die Stromriesen beendet. MARTIN ROTHENBERG
Im deutschen Strommarkt an der Spitze bleiben will der Essener RWE-Konzern durch Zusammenschluss mit der Dortmunder VEW.

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