Windkraft 11.03.2005, 18:37 Uhr

Windkraft kein Widerspruch zum Vogelschutz  

VDI nachrichten, Hamburg, 11. 3. 05 – Die Windkraftanlagen in Deutschland können den Bestand der Vogelarten nicht gefährden. Bei Brutvögeln gibt es keine erheblichen negativen Auswirkungen, Rastvögel leiden unter dem knappen Raum.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) legte in der vergangenen Woche auf einer Pressekonferenz in Hamburg eine Studie über die Auswirkungen der Windenergie auf die biologische Vielfalt von Vögeln und Fledermäusen vor. Das Ergebnis: Durch die über 16 000 Windkraftanlagen (WKA) in Deutschland ist keine Vogelart in ihrem Bestand gefährdet.

Bezüglich der Brutvögel konnte der Nabu keine „erheblichen negativen Auswirkungen“ feststellen. Gravierender sind allerdings die Auswirkungen auf Rastvögel. Hier erweisen sich einige Vogelarten als außerordentlich empfindlich. Angesichts der knapper werdenden Rastmöglichkeiten für größere Vogelschwärme stellen Windkraftanlagen eine erhebliche Beeinträchtigung der Tiere dar. Offenbar nehmen die Minimalabstände, die Vögel zu WKA halten, mit der Anlagengröße zu. Eine Gewöhnung der Tiere an die WKA konnte die Studie nicht feststellen.

Bei der Frage nach dem Umfang des Vogelschlags in Deutschland traten die Meinungsverschiedenheiten zwischen Nabu und dem Bundesverband Windenergie (BWE), der in Person des Präsidenten Hans-Peter Ahmels auf der Pressekonferenz vertreten war, offen zutage. Während Ahmels die Zahl der durch WKA getöteten Vögel mit „etwa 1000“ angab, sprach Nabu-Projektleiter Hermann Hötker von 100 000 bis 150 000. Einig waren sich beide aber in der Bewertung, dass vom Vogelschlag durch WKA die Vogelbestände und die Artenvielfalt nicht gefährdet sind.

Da das Vogelschlagrisiko stark vom Anlagenstandort abhängt, forderte Hötker dazu auf, besonders belastete Standorte im Zuge des Repowering – also der Erneuerung der Windparks durch modernere und größere Anlagen – zu überprüfen und notfalls aufzugeben. Insbesondere beträfe dies Geländeabbrüche, Feuchtgebiete, Waldränder und die unmittelbare Nachbarschaft von Seen. Hierzu fehlen in Deutschland noch ergänzende Studien. Für eine „vogelfreundliche“ Gestaltung von WKA – etwa durch Farbgebung oder spezielle Beleuchtung – fehlten gesicherte Erkenntnisse.

Der Nabu hat zu den Auswirkungen der Windkraft auf Vögel keine eigenen Untersuchungen durchgeführt, sondern 127 Studien, die weltweit erstellt wurden, zusammengefasst und neu bewertet. Allerdings genügte nur ein kleiner Teil der betrachteten Untersuchungen wissenschaftlichen Standards, stellte Hötker einschränkend klar. Durch die Einbeziehung aller vorliegenden Daten und spezielle statistische Verfahren sei die Studie aber dennoch zu einigen belastbaren Erkenntnissen gekommen. Es sei aber dringend erforderlich, auch in Deutschland beispielsweise verlässliche Kollisionsraten für Vögel und Fledermäuse an WKA zu ermitteln. Dies gelte insbesondere für große Anlagen, die künftig im Zusammenhang mit dem Repowering verstärkt eingesetzt werden.

„Die Windbranche kann mit dem Ergebnis dieser Studie gut leben“, fasste BWE-Präsident Ahmels die Bewertung der Studie durch seinen Verband zusammen. „Das ist ein Schritt in Richtung Planungssicherheit.“ Der BWE hatte seit Jahren bestandsgefährdende Auswirkungen von Windkraftwerken auf die Vogelwelt bestritten. JÖRN IKEN

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