Erdgas 08.06.2001, 17:29 Uhr

Wenn es „brennt“ im Gasnetz

Betreiber von Energienetzen wollen alle Abschnitte des Leitungsnetzes und der Anlagen, besonders bei Störungen, schnell erreichen können. Mit einem Navigationssystem finden die Servicetechniker den Weg zu den Betriebspunkten, auch wenn sie abseits öffentlicher Wege liegen.

Wer sucht, der findet. Doch manchmal ist der Weg zum Ziel mit Mühe verbunden. Dies wissen die Betriebsmannschaften von Energieversorgungsunternehmen aus eigener Erfahrung. Sie müssen oftmals schnell mit ihren Fahrzeugen hinausfahren, um draußen im unwegsamen Gelände an den Betriebsmitteln oder Netzen akute Störungen zu beheben oder eilige Wartungen durchzuführen.

Mehr als 3000 verschiedene Betriebspunkte und ein ausgedehntes Leitungsnetz von über 2000 km Länge müssen beispielsweise die Betriebstrupps der Duisburger Thyssengas ständig erreichen können: Sie schließen Schieber, arbeiten am Gasnetz, kontrollieren Kundenübergabestationen, halten das Fernmelde- und Fernwirknetz samt Kabelverteilerkästen sowie die Mess- und Regelstationen in ständiger Betriebsbereitschaft.

Alle diese Ziele – auch wenn sie abseits von Straßen und Markierungen liegen – brauchen die Servicetechniker von Thyssengas nun nicht mehr mit Karten, Plänen und Wegbeschreibungen aufzuspüren. Ein elektronischer „CoPilot“ führt sie schnell und sicher dorthin. Direkt vor Ort liefert der Bildschirm des handlichen Gerätes den Monteuren Übersichten und Details vom Verlauf der Rohrleitungen und der Lage der Anlagen. „Das Navigationssystem verbessert Schnelligkeit und Zuverlässigkeit des Einsatzes unserer Mitarbeiter. Es zeigt den Zielort genau an und bei der Fahrt berücksichtigt es die aktuellen Verkehrsmeldungen. Dies spart Zeit und Geld, macht so auch unsere Gasversorgung sicherer“, erklärt Lutz Reimann, der bei Thyssengas den Technischen Service Leitungen leitet und das System entwickelte.

Außerdem ging der Entwicklung eine weitere Überlegung voraus. Viele Servicetechniker kennen die Wege zum Ziel und was dort zu tun ist aus eigener Erfahrung. „Wenn sie aber das Unternehmen verlassen, geht dieses Wissen verloren. Mit unserem CoPiloten kann es nun einfach ihren Nachfolgern zur Verfügung gestellt werden“, sagt Reimann.

Aufgebaut ist die Arbeits- und Navigationshilfe aus marktgängigen Hard- und Software-Komponenten. Ihr Kernstück ist ein satellitengestütztes GPS-Navigationssystem, das den Fahrer zum Ziel führt. Zur Dateneingabe und Darstellung der Pläne dient ein handlicher Pen-PC, der sich am Armaturenbrett befestigen, aber bei den Arbeiten vor Ort herausnehmen lässt. Ein Softwareunternehmen brachte digitale Straßenkarten, Geodaten und die in der Thyssengaszentrale vorliegenden elektronischen Pläne der Leitungen und Betriebspunkte in das System ein.

Über gute Erfolge mit dem seit etwa einem halben Jahr bei Thyssengas erprobten CoPilot berichtet Meister Peter Schnürer, der seine Kollegen in die Handhabung einweist. Rund 35 Fahrzeuge seien damit bereits ausgerüstet, insgesamt etwa 70 sollen es werden. Auch Kollegen, die sich am Wochenende bereit halten, werden es nutzen.

Große Probleme habe es bisher nicht gegeben, so Schnürer: „Das Gerät funktioniert nur bei Stillstand des Autos, kann also den Fahrer nicht vom Verkehrsgeschehen ablenken. Und sollte es am Einsatzort einmal Schwierigkeiten geben, drückt man einen Knopf. Sofort stellt sich das System auf seinen Ursprungszustand wieder ein.“

Nun will Thyssengas sein Navigationssystem vermarkten. In Frage kommen alle Versorger von Gas, Strom, Wasser und aus dem Bereich der Telekommunikation, kurzum alle Betreiber weit verzeigter Netze.

MANFRED GROTELÜSCHEN

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