Wasserkraft 27.04.2007, 19:27 Uhr

Wasserkraft treibt Hydrauliksysteme umweltfreundlich an  

VDI nachrichten, Hannover, 27. 4. 07, kip – Wasser marsch – heißt es bei der wasserhydraulischen Druckübertragung bzw. den Antriebssystemen. Sie eignen sich besonders für Produktionsumgebungen mit hohen hygienischen Anforderungen oder brandgefährdeten Bereichen. In Hannover wurden auf diesem Gebiet zahlreiche neue Komponenten, wie Ventile, Pumpen, Motoren, Zylinder vorgestellt.

Für Wasserhydraulik hat die Zukunft gerade angefangen: Vor allem wegen des zunehmenden Umweltbewusstseins liegt Wasser als ungefährliches Medium zur Kraftübertragung voll im Trend. Dies bestätigte sich auch auf dem Gemeinschaftsstand Wasserhydraulik der Hannover Messe. Unter dem Motto „Welt der Wasserhydraulik“ stellten insgesamt sieben Anbieter ein vielfältiges Spektrum an Komponenten und Systemen vor: Präsentiert wurde die komplette Produktpalette wasserhydraulischer Komponenten und Systeme, wie etwa Ventile, Pumpen, Motoren, Zylinder und Aggregate.

Die Geräte können dabei wahlweise mit klarem Wasser bzw. Trinkwasser, Salzwasser, entmineralisiertem Wasser oder je nach Anwendungsfall auch mit anderen niederviskosen Flüssigkeiten betrieben werden. Wie Peter-Michael Synek vom Forschungsfonds Fluidtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) schilderte, „hilft der durch die geringe Viskosität des Fluids erzielte gute Wirkungsgrad von Wasserhydrauliksystemen Energie zu sparen.“

Und im Gegensatz zu Öl haben Wasserhydraulik-Systeme weitere entscheidende Vorteile: „Wasser ist überall verfügbar und fällt niemals als Abfall zur Entsorgung an,“ so Wolf Krisch von Krisch-Dienst Fluidtechnik aus Kornwestheim. Für spezielle Applikationen, z. B. in der Reinraum- oder Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie bei Verpackungsmaschinen, ist Wasserhydraulik die treibende Kraft. „Wasserhydraulische Antriebssysteme sind umweltverträglich und deshalb besonders gut für Produktionsumgebungen mit hohen hygienischen Anforderungen geeignet, wie zum Beispiel im Lebensmittelbereich,“ betonte VDMA-Mitarbeiter Synek. Auch wenn Antriebe benötigt würden, wo Brand- oder Explosionsgefahr ein erhebliches Risiko bedeuteten, zum Beispiel in der Petrochemie oder bei Bergwerksmaschinen, könne Wasserhydraulik gefahrlos eingesetzt werden. Im Stahl- und Kohlebereich arbeite die klassische Wasserhydraulik dabei mit Drücken um die 320 bar.

Der Messeaussteller Krisch-Dienst präsentierte in Hannover zusammen mit seinem englischen Kooperationspartner Waterhydraulics neben Praxiserprobten Pumpen- und Motorenbaureihen mit entsprechenden Ventilen für den Betrieb mit Leitungs- oder Salzwasser auch die neuesten Axialkolbenpumpen der Janus-Reihe. Mit Motoren von Dauerleistungen bis 110 kW erreichen sie Fördervolumen bis zu 430 l/min bei einem Druck von 160 bar. Auch bei den Zylindern ist der technische Fortschritt erkennbar: Neue Materialpaarungen bei den Dichtungswerkstoffen erlauben höhere Kolbengeschwindigkeiten bei gleichzeitig verlängerter Lebensdauer. Auch Aussteller Hammelmann aus Oelde war mit einer neuen Pumpengeneration vertreten: Hochwirksame Faltenbalgabdichtungen zwischen Flüssigkeitsteil und Kurbeltrieb führen zu einer hermetischen Abdichtung des Kurbeltriebes.

„Die reine Klarwasserhydraulik ist zwar aus unserer Sicht heute noch kein großer Markt“, wusste Hydraulikexperte Dr. Georg Lingg von Fuchs Petrolub, Mannheim. Doch unter den Begriff Wasserhydraulik fallen auch schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten, die zu 95 % bis 98 % aus Wasser beständen und deren Restadditive sich beispielsweise gegen Verschleiß und Korrosion richten. EDGAR LANGE

Ein Beitrag von:

  • Edgar Lange

    Freier Fachjournalist in Düsseldorf. Schreibt vor allem über IT-Themen.

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