Erneuerbare Energien 06.02.2009, 19:39 Uhr

„Wachstumstrend ohne Alternative“  

Es gibt keine Branche, die bessere Zukunftsperspektiven bietet als die der erneuerbaren Energien. Denn über kurz oder lang müssen sie Öl und Atomstrom ersetzen. Das garantiert Wachstum, dafür werden Ingenieure fast aller Fachrichtungen gebraucht. Es wird erwartet, dass sie die bestehenden Technologien optimieren und den Ertrag steigern. VDI nachrichten, Düsseldorf, 6. 2. 09, ws

Das vergangene Jahr war wieder ein erfolgreiches für die Branche der erneuerbaren Energien. Nach Meinung von Björn Klusmann kann es anders auch kaum sein: „Der langfristige Wachstumstrend der erneuerbaren Energien ist alternativlos.“ Die Welt müsse ihre Energiewirtschaft auf unendlich vorhandene erneuerbare Energieträger umbauen. „Dafür hat unsere Branche die Produkte und bietet deshalb gute Rahmenbedingungen für Investitionen in diese Technologien“, nennt der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie Gründe für seine Zuversicht. Die Entwicklung der Branche gibt ihm recht.

Während viele Industriezweige eingebrochen sind, ist die erneuerbare Energiebranche 2008 im Vergleich zu 2007 sogar gewachsen, zwar weniger als in den Vorjahren, aber immerhin um 3 Mrd. kWh auf rund 230 Mrd. kWh. Das entspricht einem Wachstum von gut 1 %. Der Anteil am gesamten Energieverbrauch lag im vergangenen Jahr bei 9,6 %.

Bei der Stromversorgung und bei der Wärmeerzeugung hat die Branche zugelegt, der Anteil am Kraftstoffverbrauch ging zurück. Zunächst wurde die Befreiung der Biokraftstoffe von der Mineralölsteuer abgeschafft, jetzt droht mit der Absenkung der Beimischquote weiteres Unheil. Klusmann bleibt optimistisch: „Für 2009 erwarte ich ähnliche Zuwachsraten wie in den vergangenen Jahren.“ Seit 2000 ist der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland um das Dreifache gestiegen.

Beeindruckend sind auch die Zuwächse bei den Beschäftigten. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von knapp 100 000 im Jahr 2000 auf 250 000 Ende 2008. Für 2020 geht der Geschäftsführer von einer Verdopplung der Beschäftigten aus. „Wir sind eine technologisch sehr junge Branche, die etwa aufgrund des Erneuerbare-Energie-Gesetzes unter hohem Innovationsdruck steht. Deshalb haben Ingenieure bei uns hervorragende Einstiegs- und aufgrund unserer langfristigen Perspektive beste Zukunftschancen“, sagt Klusmann.

Angebot an Ingenieurstellen wuchs in Deutschland von 2007 bis 2008 um rund 60 %

In den Teilbranchen Wind-, Solar,- Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft bestehe nach wie vor großer Bedarf an Ingenieuren in den Sparten.

Wie groß der Bedarf an Ingenieuren ist, verdeutlicht das Arbeitsplatzmonitoring des Wissenschaftsladens Bonn, für das bundesweit einschlägige Stellenangebote ausgewertet werden. Danach stieg das Angebot an Ingenieurstellen 2008 um 60 % gegenüber dem Vorjahr. Jedes zweite Stellenangebot richtete sich an Ingenieure. Nach Informationen von Klusmann werden überwiegend Ingenieure des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und der Verfahrenstechnik für Aufgaben in Forschung und Entwicklung sowie in der Produktion gesucht. „Im Vergleich zu diesen drei Fachrichtungen werden zwar weniger Agrar-, Bau- oder Chemieingenieure ausgeschrieben, doch sind deren Chancen genauso gut wie für viele andere Ingenieursdisziplinen auch.“

Q-Cells mit Sitz in Thalheim, Sachsen-Anhalt, hat derzeit fast 40 offene Stellen für Ingenieure. Insgesamt beschäftigt der weltweit größte Hersteller von Solarzellen 2400 Mitarbeiter, davon sind rund 110 Ingenieure. „Tendenz steigend“, sagt Karsten Klug aus dem Personalbereich.

Das Unternehmen sucht eher Spezialisten mit Erfahrung in der Halbleitertechnologie, Material- und Werkstoffwissenschaften, Verfahrens- und Automatisierungstechnik, Mechatronik sowie im Maschinenbau. „Trotz der Tendenz zum Spezialistentum gibt es bei uns Einsatzgebiete, in denen generalistisches Wissen gefragt ist“, so Klug. Etwa im Bereich Forschung und Entwicklung.

Hier arbeitet seit Sommer 2008 Johannes Wendt. Der 27-Jährige studierte in Dresden Maschinenbau, schrieb seine Diplomarbeit bei Q-Cells und ist nun Prozesstechnologe im Bereich Modultechnologien.

Q-Cells entwickelt und produziert Solarzellen und verkauft diese an Modulhersteller. Das ist das Spezialgebiet von Wendt. „Wir unterstützen unsere Abnehmer mit unserem Wissen, etwa über Löttechniken, damit sie unsere Produkte weiterverarbeiten können“, beschreibt Wendt seinen Job. Er ist sicher, seine Branche werde über Jahrzehnte ausgelastet sein: „In der Photovoltaik sind wir an einem Punkt, der dem Automobilbau der Ära Henry Ford entspricht.“

PETER ILG

www.bee-ev.de

Von Peter Ilg
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