Windkraft 20.06.2003, 18:25 Uhr

Versicherer scheuen Risiken der Windkraft

Wegen der Vielzahl von Schäden an Windkraftanlagen rücken die Grenzen der Versicherbarkeit in Sichtweite.

Seit einigen Jahren steigen die Schäden an Windkraftanlagen kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr summierten sie sich auf rund 40 Mio. $ in Deutschland. Bedingt durch langfristige Garantieverträge lasse sich das gesamte Schadenspotenzial zurzeit noch nicht exakt beziffern, da erst nach Garantieablauf die Kosten voll auf die Versicherer durchschlagen, so das übereinstimmende Fazit der Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft und der Securitas Bremen Allgemeine.
Schon jetzt sei klar, so die beiden Versicherer, dass die Kosten für Maschinen- und Betriebsunterbrechungsversicherungen in den kommenden Jahren deutlich ansteigen werden, da die Anlagen immer größer und leistungsstärker, damit aber auch schadenanfälliger würden. Von 1992 bis 2002 habe sich die durchschnittliche Leistung der Windkraftanlagen von weniger als 200 kW auf etwa 1400 kW erhöht, derzeit würden Anlagen mit bis zu 7 MW Leistung entwickelt. Mit rund 13 800 Windenergieanlagen nimmt Deutschland weltweit die Spitzenposition auf diesem Gebiet ein, der Gesamtbestand in der EU beträgt über 17 300.
Durch den Standort im Freien sind Windenergieanlagen nicht nur witterungsbedingten Gefahren wie Sturm, Blitz oder Vereisung in besonderem Maß ausgesetzt, auch die starke Materialbeanspruchung verursacht laut Aussage des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin immer wieder große Schäden an Lagern, Wellen, Getrieben, Rotorblättern und Generatoren. Der Turm sei durch Resonanzschwingungen und Materialermüdung gefährdet.
Um das Schadenspotenzial zu reduzieren, fordern die deutschen Versicherer höhere Qualitätsstandards sowohl bei der Fertigung als auch bei Reparatur und Wartung der Anlagen. Um künftig noch ausreichenden Deckungsschutz anbieten zu können, haben einige Gesellschaften Wartungs- und Instandhaltungsklauseln in ihre Vertragsbedingungen aufgenommen. Diese sehen in bestimmten Zeitabständen die Überholung bzw. den vorsorglichen Austausch wesentlicher Bauteile wie Lager, Rotorblätter, Getriebe oder Generatoren vor. Die Wartungs- und Austauschintervalle können verlängert werden, wenn der Betreiber ein so genanntes Condition Monitoring System (CMS) installiert, das Funktion und Zustand der einzelnen Komponenten elektronisch überwacht.
Zusätzliche Probleme erwarten die Versicherer von der Zielsetzung der Bundesregierung, bis 2010 rund 12,5 % des deutschen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken. Dazu seien Offshore-Windparks mit etwa 3000 MW Gesamtleistung erforderlich. Aufgrund von Wassertiefe, unkalkulier-baren Witterungsverhältnissen und der Bereitstellung von Spezialschiffen für Transport und Montage der Bauteile könnten auf Hersteller und Betreiber Investitionen von mehr als 100 Mio. $ zukommen.
Aus Rentabilitätsgründen müssten die Offshore-Anlagen außerdem wesentlich größer sein als ihre Pendants auf dem Festland. Bislang gäbe es bezüglich des Versicherungsschutzes zwar kaum Erfahrungen mit Offshore-Windparks, vorhersehbar sei jedoch, dass der Schadenaufwand, beispielsweise durch Stürme oder Schiffskollisionen, den für Festlandanlagen um ein Vielfaches übersteigen werde. HANS W. MAYER

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  • Hans W. Mayer

    Hans W. Mayer ist Fachjournalist für Automobilthemen. Er u.a. für die FAZ und verschiedene andere Tageszeitungen und Magazine über Fahrzeugbau und Verkehrsthemen.

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