Stromausfall in München 23.11.2012, 19:56 Uhr

Ursache des Blackouts noch nicht geklärt

Obwohl kürzlich ganze Stadtteile von New York tagelang ohne Strom leben mussten, wurde der Stromausfall in München, der zwischen 10 min und 60 min dauerte, als mittelschwere Katastrophe wahrgenommen. Die anhaltende Diskussion über zunehmende Instabilität der Netze mag dazu beigetragen haben.

Diskussion über Instabilität der Netze.

Diskussion über Instabilität der Netze.

Dabei war das Einzige, was Stephan Schwarz, Geschäftsführer Versorgung und Technik der Stadtwerke München (SWM), auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mit Sicherheit sagen zu können glaubte: „Mit der Energiewende und der Diskussion um sichere Netze hat dieser Blackout nichts zu tun.“ Ein solcher Fehler sei vor zwanzig Jahren genauso möglich gewesen.

Letzteres mag stimmen, Kurzschlüsse auf Hochspannungsleitungen hat es immer schon gegeben. Doch fachkundige Stimmen äußern Zweifel. So wird der Hochspannungs-Professor Albert Claudi von der Uni Kassel mit den Worten zitiert, Stromausfälle dieser Art könnten künftig häufiger auftreten, weil die Netze heute stärker ausgelastet und damit nicht mehr so stabil seien wie früher. Dass die Schadensstelle schon kurz nach dem Stromausfall eingegrenzt und im Münchner Norden lokalisiert wurde, während eine ganze Expertenkommission auch nach Tagen die eigentliche Ursache noch immer nicht herausgefunden hatte, könnte Indiz dafür sein.

Auslöser des Stromausfalls war vermutlich ein Kurzschluss

Ziemlich genau um 7 Uhr morgens, mitten im Berufsverkehr, kam es am 15. November im Osten Münchens auf einer 110-kV-Leitung zwischen Unterföhring und Ismaning, vermutlich durch Kurzschluss, zu einer unzulässig hohen Stromlast, was zunächst im nahe gelegenen Hauptumspannwerk Föhring der SWM sichtbare Spuren hinterließ und in der Folge zur automatischen Abschaltung der von dort versorgten Umspannwerke führte.

Anfangs hatten die SWM noch vermutet, die Störung sei vom unmittelbar angrenzenden E.on-Netz ausgegangen. Doch diese Annahme erwies sich schon nach kurzer Zeit als unzutreffend, so dass die SWM selbst verlautbarten, der Fehler müsse im eigenen Netz gelegen haben. Dass schon 10 min nach dem Blackout Schwabing und kurz nacheinander die weiteren Stadtteile wieder zugeschaltet waren, muss als stolze Leistung der Netzleitstelle anerkannt werden.

Allerdings kam es wenig später zu einem erneuten Zwischenfall, den die Stadt Moosburg und einige Münchner Stadtteile zu spüren bekamen. Wie es hieß, sei die nach wie vor schadhafte Leitung verfrüht wieder eingeschaltet worden. Endgültig behoben war die Störung damit erst um 10.20 Uhr.

 

Von Ralf Roman Rossberg

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