Twitter-Versprechen 10.07.2017, 10:05 Uhr

Tesla muss Batteriepark in 100 Tagen liefern

Ein gigantisches Batteriesystem soll Südaustralien künftig vor Stromausfällen schützen. Bis Ende des Jahres wollen Tesla-Gründer Elon Musk und das französische Neoen den Park in Betrieb nehmen – und Musk hat eine ganz besondere Garantie abgegeben.

Südaustralien wagt mit Tesla und Neoen den Versuch, erneuerbare Energien im großen Maßstab zu speichern.

Südaustralien wagt mit Tesla und Neoen den Versuch, erneuerbare Energien im großen Maßstab zu speichern.

Foto: Stefan Sauer/dpa

Unwetter hatten Südaustralien im September des letzten Jahres einen der größten Blackouts der jüngeren Geschichte beschert. Ganz Südaustralien war ohne Strom. Tagelang mussten Industrie- und Privatkunden auf dessen Rückkehr warten. Der Schaden war immens, die politischen Ankündigungen, so etwas künftig zu verhindern, waren schnell ausgesprochen.

Elon Musk bietet per Twitter Hilfe an

Einer, der dabei gerne helfen wollte, war Tesla-Gründer Elon Musk. Im März 2017 kündigte er auf Twitter an, in nur 100 Tagen einen Batteriepark aufbauen zu wollen, der ein Szenario wie das im September 2016 verhindern soll. Falls er dieses Versprechen nicht einhalten könne, sollten die Australier die Leistung sogar umsonst erhalten, so die großspurige Ankündigung Musks.

Nun ist die Zeit gekommen, das zu beweisen. Musks Elektroautoschmiede Tesla, die sich selbst als Softwareunternehmen bezeichnet, hat am Freitag den Zuschlag für das Projekt bekommen. Es hat ein Volumen von 200 Millionen Dollar und soll bis Ende des Jahres umgesetzt sein.

Das größte Batteriesystem soll in 100 Tagen entstehen

Der Batteriepark, den Musk in Südaustralien aufbauen will, soll erneuerbare Energie speichern. Dafür sollen Lithium-Ionen-Zellen mit einer Kapazität von 100 Megawatt in nur 100 Tagen installiert werden. Die Zeit läuft ab der Unterzeichnung des Vertrags. Wenn alles steht, sollen 30.000 Haushalte Strom von dem Speicherpark beziehen.

Die Energie selbst muss allerdings auch erst noch eingefangen werden. Dazu baut das französische Energieunternehmen Neoen gerade einen Windpark in der Region auf. Dass die Sache eng werden könnte, ist auch Musk bewusst. Australischen Reportern sagte er am Freitag: „Wenn du etwas dreimal so groß baust, stellt sich die Frage, ob es weiterhin problemlos funktioniert.“ Dennoch übt er sich natürlich in Zuversicht: „Auch wenn sicherlich ein Restrisiko besteht, sind wir von unserer Technologie und Systemen überzeugt.“

Das Projekt ist zweifelsohne ein gigantisches. Allerdings ist Tesla nicht alleine, auch andere Unternehmen arbeiten an Batteriespeichern, die Zehntausende Häuser mit Strom versorgen sollen. So soll die Redox-Flow-Batterie des deutschen Energieunternehmens EWE 75.000 Haushalte mit Strom versorgen. Damit dürfte sie die größte Batterie der Welt werden. Die Technologie wurde einst von Forschern der Friedrich-Schiller-Universität in Jena vorgestellt.

Bisherige Energiepolitik Australiens setzt auf Kohle

Das Projekt in Südaustralien steht im krassen Gegensatz zur sonstigen australischen Energiepolitik, die vor allem auf Stein- und Braunkohle setzt. Nur 14 Prozent der Energie kommt derzeit aus erneuerbaren Quellen. Premierminister Malcolm Turnbull hatte bisher nicht erkennen lassen, dass sich daran auf absehbare Zeit etwas ändern soll. Ganz im Gegenteil: Jede Hitzewelle im Land wurde bisher als Argument gegen die „unzuverlässigen“ erneuerbaren Energien und für Kohlekraftwerke genutzt. 

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