PHOTOVOLTAIK MIT REKORDEN 26.06.2014, 08:25 Uhr

Solarstrom schlägt Atomstrom bei der Erzeugung

Neue Rekordwerte bei der Erzeugung von Solarstrom hat es am verlängerten Pfingstwochenende gegeben: Mehr als die Hälfte des Stroms, der in Deutschland verbraucht wurde, produzierten Solarkraftwerke. Trotzdem gab es für konventionelle Anlagen keine entscheidende Entlastung.

Solarkraftwerk: Am 9. Juni 2014 stammte mehr als die Hälfte des Stroms, der in Deutschland verbraucht wurde, aus Solarkraftwerken. Ein neuer Rekordwert. 

Solarkraftwerk: Am 9. Juni 2014 stammte mehr als die Hälfte des Stroms, der in Deutschland verbraucht wurde, aus Solarkraftwerken. Ein neuer Rekordwert. 

Foto: dpa

Mit rund 180 Millionen Kilowattstunden lieferten Solarkraftwerke am 9. Juni gut 50 Prozent des Stroms, der in Deutschland verbraucht wurde. Dazu kamen noch rund 70 Millionen Kilowattstunden aus Windkraftwerken, sodass einschließlich kleinerer Beiträge von Wasserkraft und Biomasse, gut 75 Prozent des Stroms aus emissionsfreien Quellen stammte. Die Solardaten, die einen Rekordwert darstellen, ermittelte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg.

Wind wehte rund um die Uhr

Während der Wind ganztags nutzbar war – im Schnitt konnten 3000 Megawatt genutzt werden, was gut zwei großen Kernkraftwerken entspricht –, lag die Leistung der Solarkraftwerke zwischen Mitternacht und sechs Uhr in der Früh bei Null, ebenso nach 19 Uhr. In der Zwischenzeit wurden Leistungen zwischen 2000 und 22 500 Megawatt erreicht. In der Spitze erzeugten Solarkraftwerke etwa so viel Strom wie sämtliche deutschen Kernkraftwerke, wenn sie ausnahmslos in Betrieb sind.

Zu geringe Speicherkapazitäten

Angesichts der geringen Kapazität von Pumpspeicherkraftwerken und Batterien – insgesamt sind es etwa 40 Millionen Kilowattstunden – mussten trotz des solaren Rekords vor allem Kohlekraftwerke die gewaltige abend- und nächtliche Stromlücke stopfen. Aus diesem Grund sank die Stromproduktion aus Kern- und Braunkohlekraftwerken in den ersten fünf Monaten dieses Jahres nur um 2,8 beziehungsweise und 4,1 Prozent. Steinkohle verzeichnete ein Minus von 13,3 Prozent und Erdgas, das als umweltverträglichster fossiler Energieträger eigentlich die Hauptlast tragen sollte, kam auf ein Minus von 25,4 Prozent.

Zeitweise hohe Stromexporte

Tagsüber wird ein großer Teil des Stroms aus Solarkraftwerken exportiert, teilweise mit Verlust. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres waren das bis zu 15 000 Megawatt am Tag. Das heißt, der größte Teil des Solarstroms floss zeitweise zu den Nachbarn.

Solarproduktion in Deutschland am 6. Juni 2014.

Solarproduktion in Deutschland am 6. Juni 2014.

Foto: EEX

ISE-Forscher Professor Bruno Burger registrierte noch weitere solare Rekorde, die angesichts weiteren Zubaus von Solar- und Windkraftanlagen in Zukunft immer wieder übertroffen werden. Am 6. Juni lag die solare Leistung leicht über 24 Millionen Kilowatt. In der ersten Juniwoche produzierten die deutschen Solarkraftwerke mit 1,26 Milliarden Kilowattstunden mehr Strom als je zuvor in einer Woche, sagte Burger dem Solarmagazin „PV“.

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