DLR baut Bodenstationen 22.10.2014, 14:13 Uhr

Solaratlas für Pakistan zeigt Potenzial für Sonnenenergie auf

300 Sonnentage im Jahr gibt es in Pakistan. Jede Menge also. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersucht deshalb jetzt im Auftrag der Weltbank das Potenzial Pakistans zur Nutzung von Sonnenenergie. Die erste von insgesamt neun Messstationen im Land wurde vor wenigen Tagen eingeweiht. Bis 2017 soll ein Solaratlas entstehen.

Mit Hilfe eines sogenannten Rotating Shadowband Irradiometers misst ein DLR-Wissenschaftler die direkte Sonneneinstrahlung.

Mit Hilfe eines sogenannten Rotating Shadowband Irradiometers misst ein DLR-Wissenschaftler die direkte Sonneneinstrahlung.

Foto: DLR

Die feierliche Einweihung der ersten Bodenmessstation im Osten Pakistans in der Provinz Punjab ist der Auftakt für eine zweijährige Studie des DLR, in der untersucht werden soll, inwieweit das Land mehr Solarenergie nutzen kann. Bei immerhin 300 Sonnentagen pro Jahr scheint das Potenzial groß zu sein. Der Bedarf ist ebenfalls vorhanden, denn Pakistan mit seinen derzeit rund 166 Millionen Einwohnern hat eine der höchsten Bevölkerungszuwachsraten in Asien. Erneuerbare Energien spielen bei dem schnell wachsenden Energiebedarf im Land aber bis jetzt kaum eine Rolle. Das soll sich ändern.

Weltbank-Programm für Entwicklungsländer, die grüne Energien fördern wollen

Mit dem Alternative Energy Development Board gründete Pakistan vor zehn Jahren eine eigene Behörde, mit deren Hilfe alternative Energien gefördert werden sollten. Um die Entwicklung in dieser Hinsicht zu beschleunigen, wandte sich die pakistanische Regierung an die Weltbank. Dort gibt es das Energy Sector Management Assistance Program ESMAP. Es unterstützt Entwicklungsländer mit Technik- und Beratungs-Know-how dabei, erneuerbare und umweltverträgliche Energien verstärkt einzusetzen. Mehr als 100 Projekte werden derzeit von ESMAP gefördert.

Das Programm ESMAP der Weltbank unterstützt Entwicklungsländer mit Technik- und Beratungs-Know-how dabei, erneuerbare und umweltverträgliche Energien verstärkt einzusetzen. Mehr als 100 Projekte werden derzeit von ESMAP gefördert. 

Das Programm ESMAP der Weltbank unterstützt Entwicklungsländer mit Technik- und Beratungs-Know-how dabei, erneuerbare und umweltverträgliche Energien verstärkt einzusetzen. Mehr als 100 Projekte werden derzeit von ESMAP gefördert. 

Quelle: dpa/Julian Stratenschulte

Auch Pakistan wurde im letzten Jahr in das Weltbank-Programm aufgenommen. Das Ziel des Projektes soll sein, quantitativ und qualitativ bessere Daten zu bekommen, aus denen mittelfristig ein Ressourcenatlas hinsichtlich erneuerbarer Energien für das gesamte Land entsteht. Die ESMAP stellt für das Projekt 1,96 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

Bis 2017 soll ein Strahlungsatlas für Pakistan vorliegen

Dafür beauftragte die Weltbank DLR-Wissenschaftler, anhand von Satellitendaten und Bodenmessungen unter anderem einen Strahlungsatlas zu erstellen, der geeignete Regionen für Solarkraftwerke in Pakistan aufzeigt. Zusammen mit einem internationalen Projektkonsortium haben sich die DLR-Institute für Physik der Atmosphäre, für Technische Thermodynamik und das Fernerkundungsdatenzentrum daran gemacht, bis 2017 diesen Atlas vorzulegen.

In einem ersten Schritt werden die Satellitendaten der vergangenen 15 Jahre hinsichtlich der zu erwartenden Sonneneinstrahlung ausgewertet. Hinzu kommen die neun Bodenstationen, von denen jetzt die erste in Bahawalpur eingeweiht wurde. Die anderen Messstationen werden in verschiedenen Teilen des Landes, in Islamabad, Lahore, Quetta, Peshawar, Karachi, Hyderabad, Nokundi und Multan aufgebaut. Sie messen über die nächsten zwei Jahre die Art der Sonneneinstrahlung vor Ort, zusammen mit der Temperatur, Luftdruck und Windstärke. Die Daten werden automatisch zu einem zentralen Server übermittelt und stehen der Regierung und privaten Investoren kostenlos zur Verfügung.

Aufbau von Fachwissen vor Ort

„Das Projekt und seine Ergebnisse werden helfen, das Bewusstsein über die Ressourcenverfügbarkeit solarer erneuerbarer Energien in Pakistan zu stärken. Es wird die Regierungsbehörden sowie lokale Institutionen und Unternehmen unterstützen, geeignete Standorte für den Aufbau solarer erneuerbarer Technologien zu lokalisieren“, sagt Christoph Schillings, Leiter des Projektes beim DLR-Institut für Technische Thermodynamik.

Ein weiterer wichtiger Teil des Projektes ist der Aufbau von Fachwissen vor Ort. Im Rahmen der sogenannten Capacity-Building-Maßnahmen werden die Partner vor Ort geschult, wie sie unter anderem die Daten zur Abschätzung des Solarpotenzials erfassen und interpretieren können.

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