Porträt ib Vogt GmbH 10.06.2013, 11:01 Uhr

Sicher auf internationalem Parkett

Während die deutsche Solarindustrie um ihre Existenz kämpfen muss, beweist die Unternehmerin Dagmar Vogt, Gründerin und Geschäftsführerin der ib vogt in Berlin, dass man auch unter den gegenwärtigen Bedingungen Erfolg im Geschäft haben kann – und expandiert ins Ausland.

Grange Farm in Cornwall in Großbritannien ist ein Projekt, das die ib Vogt GmbH im vergangenen Jahr realisiert hat. 

Grange Farm in Cornwall in Großbritannien ist ein Projekt, das die ib Vogt GmbH im vergangenen Jahr realisiert hat. 

Foto: ib Vogt GmbH

Die Zeiten für die Solarbranche in Deutschland sind hart. Große Firmen mussten ihre Werkstore schließen, tausende Mitarbeiter verloren ihre Jobs – kein leichtes Umfeld für Unternehmer in der Photovoltaik-Branche. Und doch konnte eine engagierte Frau aus Berlin das vergangene Jahr mit ihrem Unternehmen ib vogt GmbH erfolgreich abschließen. Mit einem Umsatz von rund 45 Mio. € wurde das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr nach eigenen Angaben fast verdoppelt. Doch wie ist das angesichts der harten Zeiten möglich?

Seit 14 Jahren im Geschäft

„Die Steigerung ist hauptsächlich durch die Ausweitung unserer Geschäftstätigkeit entlang der Wertschöpfungskette sowie der Ausweitung auf die neuen Märkte begründet“, sagt die Gründerin und Geschäftsführerin Dagmar Vogt. Seit nunmehr 14 Jahren ist die ib vogt GmbH mit ihren Landesgesellschaften in der Planung und Realisierung von Solarkraftwerken und Photovoltaik-Fabriken weltweit aktiv.

Dagmar Vogt zählt dabei nicht ohne Grund zu den Pionieren in der deutschen Solarszene. Seit über 20 Jahren ist die studierte Biotechnologin im Geschäft. „Schon in der Schule wusste ich, dass ich mich für die Umwelt einsetzen wollte. Das hat sich bis heute nicht geändert“, sagt sie. Aus diesem Idealismus ist inzwischen ein international operierendes und florierendes Unternehmen mit über 40 Mitarbeitern geworden, dass Büros in Deutschland, England, Indien und Singapur unterhält und weltweit Solaranlagen verwirklicht oder Solarfabriken gebaut hat.

Kommunikation wird groß geschrieben

So wurden bislang beispielsweise mehr als 20 Photovoltaik-Produktionsstätten sowie Konzept- und Machbarkeitsstudien für Kunden in Ländern wie Deutschland, Indien, Spanien, Mexiko, Russland und den USA umgesetzt. Und: Alle Maßnahmen zu Planung und Projektmanagement kommen aus einer Hand. „So garantieren wir eine unkomplizierte Zusammenarbeit aller Beteiligten und können flexibel auf Änderungen reagieren.“ Als zentrale Schnittstelle integriert das Unternehmen alle Beteiligten in ein Netz: Behörden, Lieferanten und Architekten. „Kommunikation ist alles in unserer Branche.

Gerade, wenn es darum geht, solche komplexen Projekte wie den Bau einer Solarfabrik umzusetzen“, sagt Vogt. Speziell bei der Kommunikation sei in den vergangenen Jahren jedoch auch vieles innerhalb der Solarbranche falsch gelaufen. Politik, Wissenschaft und Industrie hätten alle zu oft ihre eigenen Ziele im Auge gehabt und zu wenig miteinander geredet. „Darauf lässt sich kein Vertrauen aufbauen“, sagt Vogt. „Vertrauen und Verlässlichkeit sind aber zwei Kernaspekte, auf die es beim Bau einer Solarfabrik ganz besonders ankommt.“ Dinge, an denen es in den vergangenen Jahren in Deutschland gemangelt habe.

Schlüsselfertiger Bau von Solarfabriken ab der grünen Wiese

Dass vor allem ohne Vertrauen nichts geht, weiß Dagmar Vogt dabei genau, schließlich baut sie Solarfabriken von der grünen Wiese bis zur fertigen Wafer- und Solarzellenproduktionslinie. Der Bau einer Solarfabrik ist dabei eine logistische, technische und soziale Herausforderung zugleich. „Wenn man leichthin sagt, dass man auf der grünen Wiese anfängt, so bedeutet dies konkret, dass es keine Wasseranschlüsse, keine Straßen, keine Stromanschlüsse und keine Lagerkapazitäten gibt“, sagt Vogt.

Insofern sei der Bau einer solchen Fabrik oft auch ein entwicklungspolitisches, bisweilen sogar ein städtebauliches Projekt.

Das Leistungsangebot von ib Vogt reicht dabei von der Entwicklung, Planung und Errichtung von Solarkraftwerken bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe. Die Wartung und Instandhaltung von Solarkraftwerken ist ein weiteres Serviceangebot des Unternehmens. Bereits im ersten Quartal dieses Jahres hat das Unternehmen vier Projekte in Großbritannien verwirklicht. Die Tochtergesellschaft vogt solar ltd mit Sitz in Großbritannien wird die Solarkraftwerke weiterhin im Rahmen eines Wartungs- und Instandhaltungsvertrags betreuen.

Starkes Wachstum in 2013 geplant

Für das laufende Jahr ist zudem ein starkes Wachstum geplant. Darüber hinaus investiert das Unternehmen nun selbst in Solarkraftwerke und baut damit sein eigenes Portfolio an Photovoltaik-Anlagen weiter aus. Dagmar Vogt setzt daher auch trotz der gegenwärtigen Marktlage weiter auf die Sonne: „Solarenergie ist eine unbegrenzte Ressource, die schneller wachsen kann als andere Quellen“, ist sie überzeugt und rechnet neben einer zunehmenden Anzahl von Projekten in Europa verstärkt mit dem Wachstumsmarkt Asien.

Durch die Neugründung der „nv vogt ltd“ in Singapur mit lokalen Partnern, festigt das Unternehmen seine Präsenz in Südostasien und Indien. Innovative Projekte in diesen Märkten – beispielsweise Ergänzung und Ersatz von dieselgeneriertem Strom durch netzintegrierte Photovoltaik-Lösungen – sind noch in diesem Jahr geplant. Daher sagt sie denn auch: „Wenn man sich die Entwicklung der deutschen Photovoltaik-Branche in den letzten Jahren anschaut, sind sicherlich einige Dinge nicht optimal gelaufen. Aus meiner Sicht bringt es aber nichts, ständig zurückzuschauen. Viel wichtiger ist es, dass jetzt ein ganzheitliches Energiekonzept geschaffen wird, das alle erneuerbaren Energien berücksichtigt und in dem die Photovoltaik einen festen Platz bekommt.“  

Ein Beitrag von:

  • Oliver Klempert

    Oliver Klempert schreibt für verschiedene überregionale Zeitungen und Fachmagazine über Automation, Energiethemen und die IT-Branche.

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