Energierohstoffe 28.08.2009, 19:42 Uhr

Shell lässt eine riesige schwimmende Anlage für Flüssiggas bauen  

Die Gewinne der großen Ölkonzerne sind unisono im ersten Halbjahr 2009 gegenüber den Rekordergebnissen von 2008 kräftig eingebrochen. Als Reaktion wagt sich Shell technisch auf neue Felder vor. Mit fast einem Drittel seiner Bilanzsumme von 165 Mrd. $ steckt Shell ungleich mehr in Zukunftsprojekte als die Wettbewerber. VDI nachrichten, London, 28. 8. 09, swe

Die sicher und leicht zu gewinnenden Öl-und Gasvorräte in politisch stabilen Ländern neigen sich ihrem Ende zu. Dagegen gewinnen die wegen geografischer, geologischer oder politischer Probleme schwierigen Vorkommen an Gewicht.

Anthony Lobo, Leiter der Sparte Öl und Gas bei KPMG, der Beratungs-, Bewertungs- und Wirtschaftsprüfungsgruppe, schätzt, dass staatliche Gesellschaften, die sogenannten National Oil Companies (NOC), schon 80 % der bekannten Weltvorräte an Gas und Öl besitzen oder direkten Zugriff darauf haben. Da gerade die politisch problematischen Länder meist gar nicht daran denken, ihre jeweilige NOC zu privatisieren, bleibt großen Ölkonzernen wie Shell häufig nur die Chance, Joint Ventures einzugehen und ihr technisches Know-how zu vermarkten.

Vor diesem Hintergrund erhält die Entscheidung des Mineralölkonzerns Shell, schwimmende Verflüssigungsanlagen in Auftrag zu geben, besonderes Gewicht. Bei dem sehr niedrigen Verschuldungsgrad von 13 % kann Shell ehrgeizige Projekte wie die neue LNG(Liquefied Natural Gas)-Plattform in Dubai durchhalten, die ab 2012 zusätzliche Gewinne in die Kasse des Konzerns spülen können.

Mit der Technip-Gruppe, einem international führenden, auf Gas und Öl spezialisierten Engineering-, Projektmanagement- und Konstruktions-Konzern, und Samsung Heavy Industries, der größten Werftgruppe in Südkorea, hat Shell einen Generalvertrag zum Bau sogenannter FLNG-(Floating Liquefied Natural Gas)-Anlagen geschlossen.

Die Kosten einer einzigen dieser schwimmenden Fabrikinseln zur Verflüssigung von Gas sollen zwischen 4 Mrd. $ und 6 Mrd. $ liegen. Umgerechnet geht es also um bis zu 4,25 Mrd. € je FLNG-Anlage – und Shell will davon eine ganze Flotte bauen lassen.

Die Dimension der FLNG-Insel: Mit 450 m Länge und 70 m Breite ist jede Insel doppelt so groß wie ein moderner Flugzeugträger. Ausgelegt für 3,5 Mio. t LNG im Jahr und mit zusätzlicher Kapazität für LPG (Liquefied Petroleum Gas) sowie Kondensate kann die FLNG-Insel künftig über 5 Mio. t der verschiedenen Gase verflüssigen. Das Bauprogramm läuft über die kommenden 15 Jahre.

Jon Chadwick, im Shell-Vorstand für den Bereich Upstream International zuständig, und sein Technologie-Kollege Matthias Bichsel sehen FLNG als „Meilenstein“ auf dem Weg zu einem noch breiteren und flexibleren LNG-Markt, weil diese Technik sich in „extrem schwierigen Gewässern“ vor Ort direkt einsetzen lasse.

Damit ließe sich der Bau langer Pipelines ebenso sparen wie jener von häufig aus Umweltschutzgründen umstrittenen Verflüssigungsanlagen an Land. Wenn ein Feld ausgebeutet sei oder die Förderung aus anderen Gründen endete, ließen sich die FLNG-Anlagen flexibel auch in anderen Fördergebieten einsetzen. PETER ODRICH

Von Peter Odrich
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