IFA 2009 28.08.2009, 19:42 Uhr

Sensoren helfen Kühlschrank beim Energiesparen  

Wenn leckere Gerüche von Espresso, Kuchen oder Braten durch die Hallen rund um den Funkturm wehen, dann wissen erfahrene IFA-Besucher: Sie sind bei der Weißen Ware in den Hallen 1.1 bis 7.1 gelandet. Vom 4. bis 9. September präsentieren dort die Hersteller ihre neueste Generation energieeffizienter Geräte gepaart mit allerhand technischer Innovation. VDI nachrichten, Berlin, 28. 8. 09, rb

„Letztes Jahr waren wir im Premierenfieber, jetzt empfinden wir reine Vorfreude“, bringt Volker Klodwig die gute Stimmung vor der IFA auf den Punkt. „Sie wird sich als nationale und internationale Leitmesse für Elektrogroß- und Kleingeräte etablieren.“ Der Chef der Robert Bosch Hausgeräte GmbH erwartet mehr Händler aus dem Ausland und steht damit nicht alleine da.

Nach dem riesigen Erfolg im vergangenen Jahr strömen viele Hersteller erneut nach Berlin und zeigen auf mehr Ausstellungsfläche Geschirrspüler, Waschmaschinen, Herde, Kühlschränke, Staubsauger und Küchenmaschinen. Mit bis zu 3000 m2 großen Ständen präsentiert sich die Creme de la Creme der deutschen Markenhersteller wie Miele, Siemens, Bosch und Liebherr. Dazu gesellen sich skandinavische Hersteller wie AEG Elektrolux, britische wie Dyson oder Russel Hobbs sowie die Asiaten mit LG, Kenwood u. a. Darüber hinaus zeigt eine Reihe Kaffeevollautomaten-Spezialisten ihre Neuheiten, darunter Saeco, De Longhi und Jura.

Das Megathema heißt 2009 Energie sparen: „Hatten energieeffiziente Geräte 2008 noch einen Marktanteil von 3 %, sind es heute 13 %“, rechnet Klaus Wühr, Vorsitzender der Geschäftsführung bei AEG Electrolux, vor und stimmt damit in das IFA-Motto der Weiße-Ware-Hersteller ein. Viele Neuheiten, die in einer Woche unter dem Funkturm vorgestellt werden, setzen vor allem auf weniger Wasser- und Stromverbrauch.

Geschirrspüler gibt es neuerdings im Miniformat. Damit sollen auch Singles und kleine Büros dem Handabwasch wegen des enormen Wasserverbrauchs entsagen. Miele stößt in das gleiche Horn und zeigt Geschirrspüler, die mit 8 l Wasser auskommen. Zum Vergleich: Beim Handabwasch von 14 Maßgedecken sind rund 60 l bis 70 l Wasser nötig. Möglich sind die niedrigen Verbrauchswerte der Maschinen mithilfe von Sensoren, die z. B. die Trübung des Spülwassers feststellen und auf den Verschmutzungsgrad des Geschirrs „reagieren“. Bei der Trocknung wiederum ermitteln Sensoren die Beladungsmenge und berücksichtigen sogar die aktuelle Raumtemperatur.

Energieeffiziente Leuchtdioden in Kühlschränken, an Bügeleisen und Staubsaugern

Auch die neuen Kühlgeräte sind gespickt mit Sensorik. Viele verfügen über einen „Eco-“ oder einen „Holiday-Modus“. Die kleinen Bauteile messen dabei nicht nur den Inhalt des Kühlschranks, sondern auch die Umgebungstemperatur. Sie geben diese Daten an eine Steuereinheit weiter, die wiederum die Kompressorgeschwindigkeit entsprechend anpasst. Damit reagiert der Kompressor auf unterschiedliche Kühlanforderungen der einzelnen Fächer, aber auch auf den Befüllungszustand und Tag-Nacht- Rhythmus, um Energie zu sparen.

Bei Kühlschränken zeigt LG zudem besondere Schmankerl wie den Tupperware-Effekt für ganze Gemüsefächer. Mechanisch kann man per Knopfdruck die Luft aus dem Fach saugen, gleichzeitig erzeugen die Gummilitzen ein Vakuum. LG-Ingenieure konstruierten zudem speziell geriffelte Abdeckungen über dem Gemüsefach: Dadurch soll das dem Gemüse entzogene Wasser nicht nach unten ins Fach tropfen.

Ein weiterer IFA-Trend sind Leuchtdioden, so weit das Auge reicht. Sie gehören zu den energieeffizientesten Lichtquellen und verbrauchen im Vergleich zu Glühlampen bis zu 85 % weniger Energie, geben keine Wärme an die Umgebung ab und verfügen über eine hohe Lebensdauer. Bei Kühlschränken werden sie herstellerübergreifend für die Innenraumbeleuchtung eingesetzt. Aber auch Bügeleisen und Staubsauger haben LEDs, um Ecken besser auszuleuchten.

Gleichzeitig gibt es viele Waschmaschinen, die Kaltwäsche-Programme mit 15 °C im Angebot haben. Viele Hersteller sind überzeugt, dass dies ausreicht, um kaum verschmutzte Wäsche bei weniger Energieeinsatz zu reinigen. Wer mehr Wascheffekt möchte, kann neue Waschmittel mit besonderen Enzymen einsetzen: Dadurch soll laut Hersteller die Waschleistung eines 40-°C-Waschgangs erreicht werden bei weit geringerem Energieverbrauch.

Auch beim Thema Kochen drosseln Hersteller den Energieverbrauch, indem Kochfelder die Restwärme nutzen und automatisch etwa 3 min vor Beendigung des Garvorgangs abschalten.

Zudem erreicht die Energiesparwelle die Kleingeräte. Einen automatischen Energiesparmodus verspricht z. B. die britische Russel Hobbs. Über ein Patent werden Wasserkocher, Toaster und Kaffeemaschinen ein paar Minuten nach der letzten Berührung automatisch abgeschaltet. NIKOLA WOHLLAIB

Ein Beitrag von:

  • Nikola Wohllaib

    Freie Journalistin in Berlin. Scherpunktthemen: Telekommunikation, Medien, Medienpolitik.

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