Windkraft 15.02.2002, 17:32 Uhr

Nicht zu schade für den Blaumann

Der ältere Bruder erbte den familieneigenen Bauernhof. Als Offshore-Pionier hat Marten Jensen eine berufliche Alternative zum Leben eines Landwirts gefunden.

Dass das Verteilerwerk in der Wilstermarsch „lächerliche 86 MW“ aus Windkraftparks nicht aufnehmen sollte, obwohl Atomkraftwerke wie Brunsbüttel mit 800 MW und Brokdorf mit über 1000 MW daran hängen, heizte Marten Jensens Ehrgeiz gewaltig an. Damals war Jensen noch ein frisch gebackener Absolvent der Elektrischen Energietechnik an der Fachhochschule Flensburg. Fehlende Erfahrung hielt den jungen Ingenieur nicht davon ab, ein eigenes Konzept zu entwickeln, andere davon zu überzeugen und in letzter Instanz auch den Kadi anzurufen. Diesen Schritt wollte der Energieversorger aber nicht mitgehen, und genehmigte ganze 100 MW.

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Als zweiter von drei Söhnen einer Landwirtsfamilie rechnete sich Jensen keine Chancen auf den elterlichen Hof aus. Also machte er sich auf die Suche nach Alternativen. 1989, noch vor dem Studium, hatte der Nordfriese eine Bauvoranfrage für eine 500 kW Windkraftanlage gestellt, obwohl sich damals die Anlagengrößen nur um die 100 kW bewegten. „Das war für mich eigentlich so eine Art Testballon. Als dann die Maschine 1994 auf einer kleinen Scholle meiner Mutter an der Küste in Dithmarschen in Betrieb ging, war das eine der ersten 500 kW-Anlagen auf deutschem Boden: Rotor 37 m, Nabenhöhe 35 m.“

Dass einer der ihren so eine „Mühle“ betreibt, sprach sich damals unter den Bauern schnell herum. Eine Gruppe von Landwirten mit einer Gesamtfläche von 300 ha fragte nach, ob Jensen beim Geschäft mit den Planern von Windkraftanlagen nicht helfen könne. Dem Bauernsohn half, dass er das Platt der Landwirte spricht und deren Sorgen versteht und ernst nimmt. Denn für Planer gilt: Ohne Standorte keine Windkraftanlagen. Für Jensen war die Anfrage der Landwirte die Geburtsstunde seines eigenen Unternehmens, der Gesellschaft für Energie und Oekologie mbH (GEO) – und der Start in die 70-Stundenwoche.

Vorher absolvierte Jensen aber im Schnellverfahren ein Studium, das als eines der ersten Fächer wie regenerative Energien oder Windenergietechnik anbot. Die Praxiserfahrungen holte sich der angehende Ingenieur von seiner eigenen Windkraftanlage und von Reisen nach Dänemark, dem damaligen Mekka der Branche. Nach dem Studium fing der Jungingenieur wunschgemäß im Blaumann an er lernte von der Pike auf alles, was zu lernen war: vom puren Handwerk bis zum kaufmännischen Einmaleins. „Windkraftanlagen öffnen das weite Feld der Elektrotechnik, des Maschinenbaus und der Datentechnik. Wir haben mit Getriebe, Generator- und Steuerungstechnik zu tun. Wir brauchen die Strömungs- und Energietechnik. Und mit der Zeit lernen wir auch, was Drehzahl-Variabilität, Schleifring-Problematik oder Evolventen-Verzahnung bedeuten.“ Wenn das ein einziges Unternehmen nicht bietet, dann sollten Jungingenieure auf Wanderschaft gehen, rät Jensen, der bei drei Firmen der Windkraftbranche jeweils unterschiedliche Erfahrungen und neues Wissen sammelte.

Für einen deutschen Hersteller stellte Jensen schon 1995 in Indien 35 „Mühlen“ mit je 300 kW schlüsselfertig auf. In zwei Mal drei Monaten bauten 250 Inder, davon 15 Ingenieure, unter seiner Leitung in Madras die Anlagen zusammen. Jensen erinnert sich gerne: „Dort bin ich wieder im Blaumann herumgelaufen und habe den Ingenieuren alles was ich wusste selbst gezeigt. Niemand darf sich für so etwas zu schade sein. Das war auch für die Inder Neuland. Denn dort meinten alle, dass ein Ingenieur im Seidenhemd herumzulaufen hat und sich die Finger nicht schmutzig machen braucht.“

Zurück in die Wilstermarsch. Der Energieversorger hatte zugesagt, 100 MW in seinem Verteilerwerk aufzunehmen. Doch um die elektrische Energie aus Windkraft in das 380 kV-Netz einzuspeisen, musste Jensen zusammen mit Partnern wie ABB und dem Ingenieurbüro IEE aus Kiel ein Umspannwerk konzipieren und bauen, das ohne den Zwischenschritt über die sonst übliche 110 kV-Ebene direkt von 20 kV auf 380 kV umspannt. Im Sommer 2001 ging diese „Weltpremiere“ ans Netz. Das alles waren für Jensen und die beiden anderen Geschäftsführer wertvolle Erfahrungen, die sie für die geplanten Offshore-Windparks wie SKY 2000 und DanTysk bestens einsetzen können. Denn in diese Großprojekte investiert Jensen den Gewinn, den die Onshore-Windkraftparks von GEO erwirtschaften. WERNER BRUCKNER

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