Energieeffizienz 25.04.2008, 19:34 Uhr

Mit „grünen“ Ventilatoren erfolgreich auf Energiesparkurs  

VDI nachrichten, Mulfingen, 25. 4. 08, rus – Auf Energieeffizienz zu setzen lohnt sich, wie das Unternehmen Ebm-Papst mit seinen Ventilatoren zeigt. Neue Konstruktionen brauchen fast 70 % weniger Energie als die Vorgänger, sind leiser und können die Kunden im Rahmen einer Lifecycle-Cost-Berechnung zum Kauf bewegen. Firmenchef Hans-Jochen Beilke über Marktführerschaft mit „grünen“ Ventilatoren und notwendige Tugenden zum Geschäftserfolg.

Beilke: Ich denke, die Sonne besitzt die größte Zukunft. Die Nachfrage an Solarzellen wird kontinuierlich steigen und damit verbunden auch die Zahl der Hersteller, die sich verstärkt um die Optimierung von Wirkungsgraden bemühen.

Erst kürzlich gelang es, durch den Einsatz von Lasern im Herstellungsprozess, den Wirkungsgrad von Solarzellen von üblichen 17 % auf 21% zu steigern.

VDI nachrichten: Unabhängig von der Energieform und Technologie, viele halten „Energieeffizienz“ für den Schlüssel zur Energiefrage der Zukunft. Wie schätzen Sie das Thema ein?

Beilke: Das Thema Energieeffizienz ist bei Ebm-Papst schon seit Jahren von entscheidender Bedeutung. Schon lange vor den Kampagnen von Unternehmen, die Energieeffizienz heute in ihren Werbefokus stellen, haben wir hocheffiziente elektronisch geregelte Produkte für den Markt entwickelt. Zu Beginn musste Überzeugungsarbeit geleistet werden, da viele Kunden auf die Berücksichtigung von Lifecycle Costs verzichteten. Die Entscheidung, die sogenannte EC-Technologie konsequent weiter zu verfolgen, spiegelt sich heute im Unternehmenserfolg wieder.

Gemäß einer Studie des Fraunhofer Instituts aus dem Jahr 2006 gehen fast 10 % des Stromverbrauchs der Industrie auf das Konto von Ventilatoren und deren Antriebe. Dies entspricht der Leistung von etwa acht Atomkraftwerken. Die sogenannten EC-Motoren verfügen über einen Wirkungsgrad von bis zu 90 % und verbrauchen so bis zu 70 % weniger Strom bei gleicher Leistung.

VDI nachrichten: Was wird die wichtigste Innovation/Projekt Ihres Unternehmens sein?

Beilke: Hy-Blade ist die neueste Produktentwicklung von Ebm-Papst. Ein innovativer Ventilator, der Kunststoffflügel mit eingebrachter Aluminiumverstärkung besitzt.

Der Vorteil im Regelbetrieb: bis zu 70 % weniger Strom und für das menschliche Ohr ein fast um die Hälfte reduziertes Geräusch. Aufgrund der eingesetzten Materialien ergibt sich eine deutlich bessere Ökobilanz gegenüber herkömmlichen Produkten.

VDI nachrichten: Welche Herausforderungen sehen Sie auf sich zukommen?

Beilke: Aus wirtschaftlicher Sicht muss es uns gelingen, langfristig führender Hersteller von Ventilatoren und Motoren zu bleiben. Eine wichtige Herausforderung ist dabei der kontinuierliche Marktausbau der von uns weltweit eingeführten „grünen“ EC-Ventilatoren, mit denen bis zu 70 % Energie eingespart werden kann.

Technologisch gesehen arbeiten wir mit unseren 500 Entwicklungsingenieuren konsequent an der Verbesserung der für Ventilatoren wichtigen Einflussgrößen, wie hohe Energieeffizienz, niedriges Geräusch sowie intelligente Steuerungsmöglichkeiten.

VDI nachrichten: Energieeffizienz zu erreichen, bedeutet oft höhere Anfangsinvestitionen …

Beilke: Wir stellen fest, dass sich ein weltweites Bewusstsein eingestellt hat, dass die Energiereserven begrenzt sind. Die „Geiz ist geil“-Mentalität, bei der nur auf den Produktpreis geschaut wird, nicht aber auf die Lifecycle Costs, scheint im Wandel begriffen.

Auf diesem Gebiet wollen wir weiterhin aktiv Aufklärungsarbeit leisten und die Vorteile von hocheffizienten Produkten aufzeigen.

VDI nachrichten: Wie sollten Kinder heute erzogen werden?

Beilke: Die 68er, zu denen ich mich zähle, sind geprägt von antiautoritärer Erziehung, Summerhill, Erziehung zum kritischen Zeitgeist, Entfaltung der Persönlichkeit, etc. Häufig wurde seinerzeit verkannt, dass allein mit Freizügigkeit noch kein zielstrebiger Mensch entwickelt wird.

Mit der heutigen Lebenserfahrung meine ich, dass man Kindern Eigenschaften wie „warten können“, „Grenzen akzeptieren“ und „eine Vermeidung von Überfluss“ mitgeben sollte. Auch „dienen“ ist nicht unanständig.

Diese unbedingten Leistungsmerkmale findet man heute immer noch in vielen unserer Nachbarländer im Osten, die lange Zeit auf vieles verzichten mussten und immer noch müssen. Der Fleiß, das Engagement und die Opferbereitschaft z. B. unserer polnischen Nachbarn, aber auch der Chinesen, ist buchstäblich zu sehen und führt dazu, dass heute in diesen Volkswirtschaften Wachstumsraten erzielt werden, die in Deutschland längst der Vergangenheit angehören.

VDI nachrichten: Wie beeinflussen die EU-Erweiterung und die Globalisierung Ihr Geschäft?

Beilke: Um heute nachhaltig erfolgreich zu sein, ist Wachstum unerlässlich. Wachstum wiederum kann generiert werden durch Innovation, geografisch, und/oder thematisch neue Märkte.

Um die geografisch neuen Märkte effizient bearbeiten zu können, sind Niederlassungen mit eigenen Mitarbeitern vor Ort unerlässlich. Nur sie sind Garanten dafür, dass vorhandenes Know-how erfolgreich vermarktet wird.

Hierzu müssen die Menschen kulturkompatibel sein und als Mindestanforderung die Sprache des jeweiligen Landes perfekt beherrschen. Hinzu kommt, dass in zunehmendem Maße auch Wertschöpfung in die Märkte verlegt werden muss. Nur so kann eine schnelle Reaktion auf sich wandelnde Bedarfe vor Ort erfolgen.

In der nächsten Stufe verlangt die Globalisierung schließlich das Vorhalten von Entwicklungskapazität in den jeweiligen Märkten, um auch im Produktentstehungsprozess schnell zu sein. Für unser Geschäft heißt das: Dezentralisierung von kundennahen Aktivitäten und Internationalisierung des Denkens im Management der deutschen Standorte. fl/cs

Ein Beitrag von:

  • Florian Langenscheidt

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