Solarthermie 16.06.2000, 17:25 Uhr

Mit ausgereifter Technik die Sonne einfangen

Solartechnik, um Warmwasser für Küche, Bad und Waschmaschine zu erwärmen, hat sich längst zur etablierten Energietechnik gemausert. Vor allem bei Flachkollektoren liegen Spitzenmodelle in der Leistung sehr nah beieinander und der Preis wird zum schlagenden Kriterium.

Mutige Idealisten wagten den Anfang. Sie sahen in der Wärme der Sonne den Schlüssel zu ihrer regenerativen Warmwasserversorgung. Leider wurden dabei gelegentlich die Naturgesetze vergessen: Ein schwarz gestrichener Gussheizkörper als Flachkollektor sollte das leisten, was bisher billiges Öl so selbstverständlich erledigte.
All das ist Schnee von gestern. Solide Unternehmen produzieren heute technisch ausgereifte Solaranlagen der dritten Generation. Ihre Lebensdauer wurde erhöht, was sich nicht zuletzt in verlängerten Garantiezeiten ausdrückt. Der Verbraucher kann mit hohen Wärmeerträgen rechnen – ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
Mit einer sinnvoll dimensionierten Solaranlage kann man in unseren Breiten bis zu 60 % der für die Warmwasserbereitung benötigten Primärenergie einsparen. Bei unserer vierköpfigen Normfamilie sind dies etwa 2500 kWh/Jahr, was 250 l Heizöl oder 250 m3 Erdgas entspricht. Sie kann Warmwasser für Dusche und Küche liefern, ja sogar für die Wasch- und Spülmaschine, was die Energieeinsparung weiter erhöht.
Der Kohlendioxidausstoß des Heizkessels bei der Warmwassererzeugung wird so um mehr als 50 % verringert, was jährlich pro Haushalt etwa 0,5 t Kohlendioxid entspricht. Kein Wunder, dass Bund, Länder und Kommunen die Planungs- und Investitionskosten fördern.
Das Herz einer Solaranlage ist der Sonnenkollektor. Er wandelt die Sonnenstrahlung in Wärme um, die in Form von Warmwasser gespeichert wird. Wie groß der eingesparte Anteil an Heizöl oder Erdgas ist, hängt von der effektiven Kollektorfläche, dem Speichervolumen und dem Warmwasserverbrauch ab.
Für den vorliegenden Vergleich wurde eine Solaranlage mit einem 300-l-Speicher in einem Vierpersonen-Haushalt mit einem Warmwasserverbrauch von 200 l/Tag untersucht. Je nach Anzahl der eingesetzten Module können Primärenergieeinsparungen von 20 % bis 60 % erreicht werden.
Auf dem Markt konkurrieren zwei Kollektortypen: der konventionelle Flachkollektor und der Vakuumröhrenkollektor. Letzterer ist aufgrund seiner geringeren Wärmeverluste die leistungsfähigere Variante – um die gleiche Energieersparnis zu erzielen, reicht eine um ca. 30 % geringere Kollektorfläche als bei dem konventionellen Flachkollektor. Dies wird jedoch in der Regel mit einem höheren Preis erkauft.
Die getesteten Flachkollektoren der Firmen NAU (Blue Energie 2000), Wagner Solartechnik ( EURO C20 HT) und Energietechnik Müller (ETM 2.0 Ti) gehören alle zu den leistungsfähigsten ihrer Bauart. Sie besitzen einen Kupferabsorber mit einer selektiven Beschichtung der Firma Tinox. Im EURO C20 HT kommt ein geschweißter Finnenabsorber zum Einsatz, der Blue Energy 2000 und der ETM 2.0 Ti vertrauen auf einen gelöteten Flächenabsorber.
Ob senkrecht, waagerecht, In-Dach, Auf-Dach oder frei aufgeständert – die drei Flachkollektoren lassen sich alle in jeder Position installieren. Im direkten Vergleich der Leistungsfähigkeit liegen der Blue Energy 2000 und der ETM 2.0 Ti, bezogen auf die Energieeinsparung/m2 wirksamer Fläche, gleich auf an erster Stelle. Sehr dicht folgt der EURO C20 HT, den die Kundschaft zu einem günstigeren Preis bekommt und der das beste Preis-/Leistungsverhältnis aufweist – Grund für unseren „Tipp“, auch im Vergleich zu den Vakuumröhrenmodellen.
Bei den Vakuumröhrenkollektoren gibt es große Unterschiede in der Konzeption. So vertraut Paradigma beim CPC Star 14 auf eine Direkt-Durchströmung mit dem Wärmeträgerfluid, der Astron 20 S von ELCO-Klöckner bedient sich eines Wärmerohrs. Hierbei wird eine Flüssigkeit bei Unterdruck durch die solare Wärme verdampft, die im Dampf gespeicherte Energie wird anschließend durch Kondensation an das Wärmeträgermedium abgegeben.
Wegen der höheren Energieeinsparung/m2 wirksamer Kollektorfläche beschränkten wir uns bei Vakuumröhrenkollektoren auf maximal 2 Module, bei Flachkollektoren sind es 3 Module. Der Vergleich der Zwischengröße bezieht sich auf die baugleichen Kollektoren CPC Star 21 und Astron 30 S die jeweils die eineinhalbfache Fläche der Typen CPC Star 14 Bzw. Astron 20 S besitzen. Hier erreicht der Astron 20 S in allen Flächenvarianten die höhere Energieeinsparung. Und Leistung muss nicht alles sein: Der CPC Star 14 gewann den diesjährigen Industrie Forum Design Award. STEPHAN FISCHER
Energie sparen mit Solaranlagen. Bis 60 % der für die Warmwasserbereitung benötigten Primärenergie lässt sich in unseren Breiten durch Sonnen

Ein Beitrag von:

  • Stephan Fischer

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