Energie 05.05.2000, 17:25 Uhr

Lastprofile zeigen den Verbrauch

Im freien Strommarkt können auch Privatkunden ihren Lieferanten wechseln. Es muss jedoch die Energie ermittelt werden. Dabei helfen Lastprofile.

Seit Anfang März rechnen die Stromversorger untereinander Klein- und Privatverbraucher nach Lastprofilen ab, wie es in der Verbändevereinbarung 2 vorgesehen ist. Die Versorgungsunternehmen haben damit den Wechseln des Strom-Lieferanten für Private erleichtert – und kaum ein Kunde hat es bislang gemerkt. Der Haushalt bemerkt diese Neuerung erst, wenn beim Wechsel des Stromlieferanten ein Ableser kommt und er dafür rund 60 DM Gebühr bezahlen muss.
Mit der Liberalisierung des Strommarktes kann im Prinzip jeder bei jedem Strom kaufen. Allerdings wollen der bisherige und der neue Lieferant genau wissen, wann wie viel Energie geliefert wird. Dafür messen Großabnehmer alle 15 Minuten, wie viel Strom gerade bezogen wird. Gut 35 000 Messpunkte sind dies im Jahr, die Erhebung würde für Private 1000 DM kosten – pro Jahr. Das ist aber mehr, als viele Haushalte jährlich für Strom insgesamt bezahlen.
Seit 1. März nun gelten für Haushalte, Landwirtschaft und kleine Gewerbebetriebe mit einer Jahresabnahme von weniger als 30 000 kWh die Lastprofile. Diese zeichnen den typischen Verlauf des Stromverbrauchs nach. Die Uni Cottbus hat diese repräsentative Strom-Abnahmen von einzelnen Kundengruppen ermittelt. Vorausgegangen waren Messergebnisse, die zum Beispiel die VEW Energie, Dortmund, in den Jahren 1995/96 bei 2000 Kunden erhoben hatte. Das Ergebnis: Für Haushalte wurden ein einheitliches Profil, für die Landwirtschaft drei und für Gewerbebetriebe sieben unterschiedliche Profile entwickelt.
Wenn jetzt ein Kunde den Stromlieferanten wechselt, wird nur zum Zeitpunkt des Wechsels der Zählerstand abgelesen. „Eine Wechselgebühr gibt es nicht, aber eine Ablesegebühr“, berichtet Norbert Müller, der bei VEW Energie für Netzwirtschaft und damit auch für die Lastprofile zuständig ist. Während nun für den Kleinstromkunden der Wechsel perfekt ist, läuft zwischen den Lieferanten eine aufwendige Abrechnung ab. Der neue Lieferant muss nämlich genau die Menge Strom einspeisen, die seine Kunden – ob große oder kleine- abnehmen. Exakt alle 15 Minuten wird dies gemessen, eine Abweichung von lediglich 5 % ist erlaubt.
Über diesen Vorgang wacht der Netzbetreiber, demnächst beispielsweise die gemeinsame Netzfirma von RWE und VEW in Dortmund. Sie stellt für die Benutzung des Netzes auch eine Gebühr in Rechnung, die jeder Lieferant für jeden einzelnen Lieferanten. „Unser größter Lieferant ist natürlich unsere Schwesterfirma, der VEW Stromvertrieb“, so Müller. Für die Schwester gelten dieselben Bedingungen wie für fremde Stromlieferanten.
Vor zehn Jahren wäre ein Abrechnungssystem wie das der Lastprofile noch nicht möglich gewesen, meint Müller. Es fehlten damals die Messmöglichkeiten für die gerechte Erfassung des Stromverbrauchs. Mit Beginn der Liberalisierung des Strommarktes stand den Versorgern dieses Instrument noch nicht zur Verfügung. Mit den Lastprofilen kann jetzt relativ einfach zwischen den Versorgern abgerechnet werden. „Die Profile sind eine Methode, wie sie zukünftig wahrscheinlich auch bei der Gasversorgung angewendet werden kann“, meint Müller. MARTIN ROTHENBERG

Von Martin Rothenberg
Von Martin Rothenberg

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