AKW-Fukushima 02.09.2013, 12:11 Uhr

Kontaminiertes Kühlwasser: Tanks lecken ständig

Die Krise um das erdbebenzerstörte Kernkraftwerk Fukushima in Japan verschärft sich wieder. Grund dafür sind ständige kleine Leckagen der Tanks, in denen das kontaminierte Kühlwasser aufbewahrt wird.

Vertreter der japanischen Atomaufsichtsbehörde inspizierten am 23. August die Stahltanks im zerstörten Fukushima-AKW. Sie wurden nur genietet, nicht geschweißt. Tröpfchenweise tritt verseuchtes Wasser aus, dass in seiner Summe hoch gefährlich ist.

Vertreter der japanischen Atomaufsichtsbehörde inspizierten am 23. August die Stahltanks im zerstörten Fukushima-AKW. Sie wurden nur genietet, nicht geschweißt. Tröpfchenweise tritt verseuchtes Wasser aus, dass in seiner Summe hoch gefährlich ist.

Foto: NUCLEAR REGULATION AUTHORITY /HO

Nach der Zerstörung des Kernkraftwerks Fukushima durch Erdbeben und Tsunami waren im Eiltempo Stahltanks für die Aufbewahrung des kontaminierten Wassers aufgestellt worden. Diese mehrere Dutzend Tanks sind aber nicht geschweißt sondern vielmehr nur aus Stahlblechen genietet. Die Konsequenz ist bisher, dass immer wieder tröpfchenweise Wasser austritt. Diese an und für sich winzigen Mengen addieren sich durch die Zahl der Tanks und die lange Aufbewahrungszeit zu einigen hundert Tonnen auf, die insgesamt bisher ausgetreten sind.

Alte Messgeräte konnten tatsächliche Strahlendosis nicht anzeigen

Die Strahlendosis des ausgetretenen Wassers ändert sich ständig leicht, weil der Kontaminierungsgrad der verschiedenen Tanks keineswegs gleich ist. Die jüngste sprunghafte Erhöhung um das Achtzehnfache hat allerdings auch noch ganz andere Gründe. So hat der Betreiber von Fukushima, der Stromversorger Tepco, längere Zeit Messgeräte eingesetzt, die in der Anzeige nach oben bei weitem nicht so weit reichten, wie die Strahlendosis in Fukushima tatsächlich war – und auch heute noch ist. Erst durch neue, derzeit eingesetzte Messgeräte ist damit das volle Ausmaß der Kontaminierung des Leckwassers sichtbar geworden. Die alten Messungen wiesen Werte von 100 Millisievert Belastung in der Stunde auf. Die neuen haben 1800 Millisievert gezeigt. Im ersteren Falle kann ein Mensch bei dieser Belastung noch fünf Jahre leben, im zweiten Falle dagegen nur vier Stunden.

Gelände vereisen

Die alarmierenden neuen Messungen haben in Japan die Diskussion darüber, wer die Arbeiten am zerstörten Reaktor tatsächlich betreiben soll, aufgeheizt. Bisher ist das Tepco. Der japanische Regultator für die Kernenergie fordert aber, dass die Behörde und nicht mehr Tepco verantwortlich ist und die Arbeiten führt.

Da sich die Leckagen keineswegs kurzfristig gänzlich stoppen lassen, wird an einem Plan gearbeitet, das gesamte Gelände total zu vereisen. Dazu sollen Rohre im Boden unter den Tanks und rund um die Tanks verlegt werden, durch die ständig Kühlmittel gepumpt werden. Austretende  Wassertropfen sollen so am Boden sofort gefrieren und nicht mehr ins Meer laufen können. Diese Vereisungsanlage ließe sich offenbar relativ schnell verwirklichen – so jedenfalls japanische Quellen.

Unklar ist bisher, welche Auswirkungen die Leckagen auf das von der Regierung gewünschte Wiederanfahren der stillliegenden Kernkraftwerke in Japan hat. Auf den ersten Blick ist mit einer Verzögerung des Wiederanfahrens zu rechnen.  Das aber bringt für Japan neue Probleme mit sich.

CO2-Ausstoß in Japan drastisch gestiegen

Die massive Nutzung der nicht-nuklearen Kraftwerke in Japan seit der Katastrophe von Fukushima hat dazu geführt, dass sämtliche japanischen Stromerzeuger seitdem ihre Vorgaben zur Reduzierung der CO2-Ausscheidungen massiv verfehlen. Wenn Japan seinen Ausstoß an gefährlichen Klimagasen wirklich in den Griff bekommen will, dann bleibt dem Land nichts anderes übrig als die verstärkte Nutzung von Kernkraftwerken. 

Von Peter Odrich

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