Energie 10.02.2006, 18:42 Uhr

Konsolidierung bei den Stadtwerken geht weiter  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 10. 2. 06, mg – Der Markt der Stadtwerke befindet sich im Umbruch. Angesichts leerer Kassen entscheiden sich immer mehr Kommunen für die Privatisierung ihrer Stadtwerke. Neben den großen vier Energiekonzernen lauern der Stadtwerke-Konzern MVV Energie und zunehmend auch Private-Equity-Fonds auf ihre Chancen.

Auf der Suche nach neuen Stadtwerke-Partnern musste MVV Energie allerdings kurz vor Weihnachten eine Schlappe hinnehmen. Der Einstieg beim Frankfurter Versorger Mainova scheiterte, nachdem die Frankfurter ihre Pläne für eine Übernahme der Energieversorgung Offenbach zurückzogen. Bei einer Fusion der beiden Nachbarn hätte MVV Energie seine Anteile an der EV Offenbach an Mainova abgegeben und dafür 25 % der Anteile an Mainova erhalten. Angeblich soll die Überkreuzbeteiligung an der Stadt Mannheim gescheitert sein, die einen Einstieg von Mainova bei MVV Energie ablehnte. Dennoch gibt Schulten noch nicht auf und hofft auf neue Gespräche mit Mainova und der Stadt Frankfurt.

Mit der Schaffung eines regionalen Energieversorgers in zwei Ballungsräumen sollte ein Gegengewicht zu den vier Stromriesen E.on, RWE, EnBW und Vattenfall geschaffen werden.

Aus kartellrechtlichen Gründen können die Stromriesen künftig kaum noch bei anderen Regionalversorgern einsteigen. MVV Energie wittert daher seine Chance und wartet auf weitere große Privatisierungsprojekte wie zuletzt in Braunschweig. Konkurrenz droht aus dem Ausland: Die russische Gazprom liebäugelt mit dem Einstieg bei Stadtwerken. Auch ausländische Private-Equity-Fonds wie die britische Terra Firma schielen nach Kaufkandidaten. „Die suchen verzweifelt nach einer Referenz in Deutschland“, weiß Schulten.

Unter dem Druck knapper Kassen hatten in der Vergangenheit Städte wie Bremen, Leipzig und Kiel Anteile ihrer Stromversorger verkauft.

Doch nicht überall sind Privatisierungen willkommen. Jüngst lehnte die Bevölkerung der Stadt Mühlheim eine Privatisierung der kommunalen Stadtwerke mit eindeutiger Mehrheit ab. Auch die Stadtwerke Düsseldorf stemmen sich gegen einen zunehmenden Einfluss von EnBW. Die Karlsruher wollen ihren Anteil von 30 % aufstocken.

Im Jahr 2001 hatten Vorstand und Aufsichtsrat der Stadtwerke Düsseldorf noch eine Allianz mit anderen Stadtwerken wie Mainz, Darmstadt und München befürwortet. Doch um die Idee der „Deutschen Stadtwerke AG“ ist es in den letzten Jahren still geworden.

Bewegung herrscht dagegen im Wassergeschäft. Mehrere Städte wie Rostock, Bremen, Berlin haben ihre Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung oder beides privatisiert. Zuletzt beschloss Magdeburg die Privatisierung der Abwasserentsorgung.

NOTKER BLECHNER

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